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Es lebe Facebook.

Das letzte Jahr war wohl das Jahr, in dem das Social Web in vielen deutschen Unternehmen angekommen ist. Wenigstens formal. Denn ähnlich, wie vor zehn oder 15 Jahren aus den Vorstandsetagen tönte: „Wir brauchen auch so eine Internet-Seite!“, heißt es heute oft: „Wir müssen auch was auf Facebook machen.“
Dabei ist eine Präsenz im Social Web – sei es der eigene Twitter-Channel, der YouTube-Kanal, der Corporate Blog oder eben die Facebook-Seite – ja oft nichts anderes als eine ausgelagerte Unternehmenswebsite mit integriertem Dialog-Modul (das zur Vermeidung von störenden Interaktionen aber auch gerne mal abgeschaltet wird).

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin in der Regel dafür, dass Unternehmen diese Plattformen nutzen, um weitere Kontaktpunkte mit ihren Kunden und denen, die es werden sollen, zu schaffen. Richtig genutzt können solche Botschaften zielgerichtet an die Zielgruppe gebracht werden – und wenn es gut läuft, verbreiten sich die Inhalte via Mundpropaganda auch noch weiter – quasi kostenfrei.

Das Social Web kann aber noch viel mehr – und das nächste Jahr wird in verstärktem Maße zeigen, wo die Reise in der personalisierten Massenkommunikation hingeht. Weiterlesen

Kürzlich wurde ich von „Dialog“, dem Magazin des Deutschen Dialogmarketing Verbands, gefragt, was der Kommunikation eines Unternehmens bleibt, wenn sie von vielen Konsumenten als Belästigung empfunden oder nicht mehr wahrgenommen wird. Wenn Anzeigen überblättert, TV Spots weggezappt, Briefe und E-Mails nicht geöffnet und Telefonanrufe abgewürgt werden.
Richtig ist, dass Kunden und Konsumenten heutzutage deutlich besser informiert, deutlich wählerischer und deutlich selbstbestimmter sind. Und das ist gut so. Denn wer will schon eine Gesellschaft voller unmündiger Kunden, sprich Bürger, Nachbarn, Kollegen, Freunde, Kinder?

Nicht richtig ist es, dass Kommunikation nicht mehr wahrgenommen wird.
Schließlich muss man Äpfel mit Äpfel vergleichen. Wir leben nicht mehr im Zeitalter des Kanal-Monopols. Die Zeiten, als die ganze Nation zur selben Uhrzeit und im selben Sender die Nachrichten der Welt verfolgte sind lange vorbei. Heutzutage gibt es eine immer schneller wachsende Anzahl von Kanälen, so dass der Konsument sich diese rauspickt, die ihm im jeweiligen Moment als die passendsten erscheinen. Und die anderen ignoriert. Freie Wahl für freie Bürger. Auch das ist gut so.
Ist damit das Leben der Marketers und Agenturen leichter geworden? Nein, ganz im Gegenteil. Denn das, was schon immer galt – der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler – wird immer herausfordernder umzusetzen.

Herausforderung 1: Um die große Bandbreite der Kanäle, die von TV bis Social Media reicht, mit State-of-the-Art-Lösungen bedienen zu können, wird ein stark erweitertes Fach- und Methodenwissen benötigt. Mit zum Teil erschreckend niedriger Halbwertszeit.

Herausforderung 2: In einer Zeit, in der materielle Wünsche für viele ein knappes Gut werden und statt dessen die emotionalen & spirituellen Wünsche immer stärker in den Vordergrund treten, ist der Weg in das Herz des Kunden nicht mehr über herkömmliche Themen & Mechaniken zu schaffen.

Meine feste Überzeugung: One-to-One wird zukünftig eine immer wichtigere Rolle beim Lösen dieser Herausforderungen spielen. Denn anstatt von oben herab laut nach draußen zu posaunen, wie toll man als Marke sei, wird es zukünftig viel wichtiger sein, zuzuhören und auf Augenhöhe mit Kunden in den Dialog treten zu können:
Um emotionale Erlebnisse, die mitten ins Herz treffen, konzipieren zu können. Um im Dialog mit den Kunden täglich zu beweisen, dass man es ernst meint – und den Kunden nicht nur als laufende Geldbörse wahrnimmt. Um auf Basis gemeinsamer Werte Mehrwerte für den Kunden, die Gemeinschaft und das Unternehmen gleichermaßen zu schaffen.
Zuhören und emotionale Markenerlebnisse im direkten Dialog mit den Kunden zu kreieren – das sind ausgewiesene Stärken von One-to-One. Und nicht nur das: Mitarbeiter aus der Dialog- und CRM-Welt sind meiner Erfahrung nach auch besser geeignet, die steigende Komplexität beim Orchestrieren der Kanäle & Botschaften effizient und effektiv zu managen. Ihre Fähigkeit in Prozessen zu denken kommt ihnen hier sehr zu gute.
Ja, Sie haben Recht. Dies ist kein einfacher Weg.
Gibt es eine Alternative dazu? Nein.

Wie sagte so schön Opernsängerin Beverly Sills: „Zu einem Ziel, das die Mühe wert ist, führen keine Abkürzungen.“

Das Thema dieses Jahr lautet: „Mobile, Local, Social – Dreiklang der vernetzten Gesellschaft“. Ein gutes Thema, finde ich, denn die „Internetisierung“ unseres Lebens ist tatsächlich der gesellschaftliche Megatrend, der unser Leben verändert.

Das fängt bei der Liebe an: Jeder zweite Single sucht heute seinen Partner im Netz, von fünf Paaren findet eines dort zusammen; und genauso viele lassen sich – sagt man – durch eine auf Facebook aufgedeckte Affäre wieder scheiden.
Das geht bei der Politik weiter: Die nordafrikanischen Revolutionen wären ohne die modernen Kommunikations- und Organisationsformen im Netz so nicht vorstellbar gewesen. In Ägypten haben sich 94 Prozent der Bevölkerung auf soziale Medien verlassen. 85 Prozent sind den privaten, unabhängigen Medien gefolgt. Und nur 40 Prozent haben dem Staatsfernsehen geglaubt.
Und es hört bei den Märkten auf: Die Musikindustrie wurde auf den Kopf gestellt, in der Buchindustrie verkauft Amazon in den USA auf 100 Bücher bereits 105 eBooks. Und am Ende wird sich auch die Filmindustrie sich grundlegend ändern.

Daraus ergibt sich mein Thema: Wie sieht die Zukunft der Kommunikation aus?

Schauen wir uns zunächst die Gegenwart an: Weiterlesen

Wie sieht ein gemütlicher Abend von Anne Lerig aus? Nachdem sie ihre zweijährige Tochter Lilly ins Bett gebracht hat, macht sie es sich zu Hause auf dem Sofa gemütlich und zappt durch das TV-Programm. Doch nicht nur das: Auf ihrem Schoß hat sie ihr MacBook, auf dem sie zeitgleich mit ihren Freunden auf Facebook oder Google+ chattet, Hotels für den nächsten Urlaub auf TripAdvisor vergleicht oder auf Amazon bestellt (mit Vorliebe DVDs ihrer Lieblingsserien). Manchmal lästert sie auf Twitter über das, was gerade im Fernsehen läuft. Häufig gesellt sich ihr Mann Thomas dazu, mit seinem frisch erstandenen iPad in der Hand: Damit liest er seine E-Mails, stöbert im App-Store und checkt auf Foursquare, wo sich seine Freunde rumtreiben.
Während sie also gemütlich gemeinsam fernsehen, chatten, twittern, shoppen und e-mailen vergessen sie auch nicht, sich zu unterhalten: zum Beispiel über den anstehenden Autokauf. Thomas recherchiert seit Monaten im Internet nach einem Auto für seine dreiköpfige Familie. Anne hätte gerne wieder einen MINI, er aber liebäugelt mit einem BMW.

Okay, das also soll ein Fernsehabend sein? Ja, ist es. Sogar ein typischer – für unser neues Jahrzehnt.

Anne und Thomas gehören zu den Testpersonen, denen wir mit unserer Marktforschung immer wieder über die Schulter schauen (und dazu eine gemütliche Wohnzimmeratmosphäre schaffen). Wir beobachten, wie die Konsumenten alte und neue Medien in ihren Alltag integrieren. Annes und Thomas‘ Verhalten ist ein Paradebeispiel für das, was auch weitere  Studien belegen: Die Mediennutzung der Verbraucher ändert sich. Grundlegend und rapide.

Das bedeutet für mich als Chef einer Agenturgruppe: Auch die Kommunikation muss sich verändern. Ebenso grundlegend und rapide. Sonst erreichen wir niemanden.
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Die meisten von uns kennen das, aus eigenem Erleben, von Freunden, Kollegen oder von der Familie: auf der einen Seite die Lust auf Süßigkeiten, der vermeintliche Gruppenzwang zu einem üppigen Festessen, die Neigung, wider besserer Vorsätze, das Fitnessprogramm „ausnahmsweise“ heute zugunsten eines kuscheligen Fernsehabends ausfallen zu lassen. Auf der anderen Seite dann wieder tagelanger, ja wochenlanger Verzicht auf alles, was Spaß macht bei gleichzeitiger Fitnessschinderei. Immerhin mit einem ansehnlichen Gewichtsverlust, der bald wieder im Zuge allzu menschlicher Schwächeleien – hier eine Praline zur Nervennahrung, da ein Stück Geburtstagstorte – kompensiert sein wird.

Da kommt es doch ganz gelegen, als Betroffener mit Kommunikationsaufgaben für ein seriöses, wissenschaftlich fundiertes und seit sechzig Jahren bewährtes Abnehm-Produkt betraut zu sein: Weight Watchers. Denn bei Weight Watchers geht es nicht um Wunderpulver oder genussfeindliche Nulldiäten. Es geht um bewusste Ernährung bei gegenseitiger Unterstützung durch Coaches und durch Mit-Betroffene mit dem guten Gefühl, dass man alles essen darf, was einem schmeckt. Der Schlüssel zum Erfolg liegt demnach in der Motivation des Einzelnen – Weight Watchers ist also ein perfektes Produkt für das Social Web, denn beim Abnehmen hat man Erfolge zu berichten, rückfällig gewordenen Freundinnen Trost zu spenden, Verunsicherte zu ermuntern, Rezept- oder Verhaltenstipps einzuholen („Morgen ist Silberne Hochzeit! Wie komm ich da bloß durch?!“) und vieles dergleichen mehr,  was die eigene und die gegenseitige Motivation fördert.

Reichlich Gründe also für uns von Plan.Net als etatbetreuende Online-Kommunikationsagentur, der Facebook Corporate Site eine wirklich tragende Bedeutung zuzuerkennen und Entsprechendes zu veranlassen: Weiterlesen

Sprite, die erfrischende Zitronenlimo aus dem Hause Coca-Cola, hatte uns für eine Sommeraktion gebrieft. „Refreshment“ soll da rüberkommen bei einer jungen Zielgruppe, die mehr an die coole Marke gebunden werden soll. Die Botschaft des laufenden TV-Spots ist Erfrischung pur als Höhepunkt eines Basketballspiels (genauer gesagt: urbaner Streetball). „Also platzieren wir auf dem Potsdamer Platz in Berlin viele Körbe für viel Publikum mit viel Entertainment…“ Aber was ist mit den hunderttausenden Jugendlichen im Rest des Landes – gucken die einfach nur zu im Internet? „Nee, die machen natürlich mit! Da gibt’s doch diese Fußballwurfmaschinen fürs Torwarttraining, wir schrauben die um, hängen die ans Internet und dann kann jeder vom PC aus das Ding online steuern!“ Weiterlesen

Die Sonne schien, die Diskussionen waren spannend und das Netz lief heiß am letzten Wochenende beim Barcamp@Serviceplan. Am 9. und 10. Oktober war das Haus der Kommunikation die Heimat eines der innovativsten Events des Jahres.

Barcamper vor dem Haus der Kommunikation. Foto (c) Nachrichten München

Barcamps sind eine Art formlose Konferenz, die aus dem Bedürfnis heraus entstanden sind, dass sich Menschen in einer offenen Umgebung austauschen und voneinander lernen können. Es sind intensive Veranstaltungen mit Diskussionen, Präsentationen und Interaktion der Teilnehmer untereinander.  Barcamps gibt es überall auf der Welt, in München findet es jährlich statt und die Themenbereiche 2010 umfassten Weiterlesen

Die Medienwelt ist im Umbruch. Hat es irgendwer noch nicht gemerkt? Neue Endgeräte, globale Plattformen, Multichannel-Kommunikationsstrategien definieren das Geschäft mit den Informationen neu. Inzwischen muss sich auch jene Nische im Kommunikationsgeschäft mit den modernen Zeiten befassen, die als letzter Pfeiler aufrichtigen Offline-Denkens galt: das Corporate Publishing. Lange Zeit als Rückzugsraum web-ermüdeter Journalisten verkannt, die endlich mal schreiben dürfen, was andere wollen.

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Das Social Web ist ein globales Phänomen. Überall auf der Welt twittern Menschen oder laden Videos auf YouTube hoch. Über soziale Netzwerke wie Facebook halten Menschen Kontakte mit Bekannten über Landesgrenzen und Kontinente hinweg aufrecht.

Auch wenn die Nutzerzahlen von Facebook in Deutschland kontinuierlich steigen, so ist das weltgrößte Netzwerk (über 400 Millionen aktive Nutzer, beim Traffic auf Augenhöhe mit Google, 3 Milliarden hochgeladene Fotos pro Monat) hierzulande nur eines von mehreren derartigen Angeboten. Weiterlesen