Wertschöpfungskiller Nr.1 ist Kommunikation. Zugegeben: eine gewagte These. Zumal sie aus der Feder einer Vertreterin der Kommunikationsbranche stammt. Doch was auf den ersten Blick gewagt klingt, lässt sich lupenrein begründen.

Dabei will ich mich gar nicht lange mit dem vordergründig Offensichtlichen, der Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden, aufhalten. Dass hin und wieder der Schuss gehörig nach hinten losgehen kann – weil man einfach sein Handwerkszeug nicht beherrschte oder schlichtweg vergessen hatte, die Brille des Kunden aufzusetzen – ist nichts Neues. Die stümperhafte Markenführung von Camel oder das Kitkat-PR Desaster von Nestlé stehen exemplarisch für viele weitere Beispiele.

Stattdessen will ich das Augenmerk auf drei weitere Kommunikationsfelder lenken, die deutlich weniger im Rampenlicht stehen. Und die ebenfalls einen signifikanten – aber stark unterschätzten – Einfluss auf die Wertschöpfungskraft eines Unternehmens haben.

1. Wenn zwei sich treffen und miteinander kommunizieren…

Betrachten wir zunächst die interpersonelle Ebene, d.h. die Kommunikation zwischen zwei Menschen. Klingt auf den ersten Blick banal? Ist es aber nicht! Denn spätestens seit Schulz von Thuns „4-Seiten-Modell“ (neben der Sachebene beeinflusst auch die Beziehungs-, Selbstoffenbarungs- und Appellebene die Qualität der Kommunikation) und Paul Watzlawicks „Konstruktion der Wirklichkeit“ (wir nehmen die Welt wie ein Vexierbild wahr) wissen wir, dass die zwischenmenschliche Kommunikation ein höchst komplexer Vorgang ist. Ein komplexer Vorgang, der oft genug schiefläuft – und Wertschöpfung im großen Stil vernichtet.

Diesen Zusammenhang hat Steven R. Covey bereits in den 80er Jahren in seinem Millionenbeststeller „7 habits of highly effective people“ erkannt und daher der interpersonellen Kommunikation einen hohen Stellenwert beigemessen: drei seiner sieben Effektivitäts-Gewohnheiten sind ausschließlich ihr gewidmet. So lautet beispielsweise Regel Nr. 5: „Erst verstehen, dann verstanden werden“.

Wir reden immer mehr, kommunizieren aber immer seltener

Doch gerade das aktive, zugewandte Zuhören als Teil einer effektiven interpersonellen Kommunikationsstrategie fällt uns kollektiv betrachtet immer schwerer. Wir reden zwar ständig und posten unentwegt – aber immer seltener gelingt es uns wahrhaftig wertschöpfend zu kommunizieren.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass viele New Work-Ansätze darauf abzielen interpersonelle Kommunikation im VUCA-Zeitalter wertschöpfender zu gestalten. Um nur zwei Beispiele zu nennen: das Tactical Meeting-Format ist eine höchst effiziente Vorgehensweise um wöchentliche Team-Jourfixe durchzuführen. Und die Retrospektive (Teil des Scrum-Regelwerks) hat zum Ziel, Wertschöpfungsbremsen im Prozess zu identifizieren und im Team entsprechend gegenzusteuern.

Kluge Unternehmens-Lenker stellen somit nicht erst heute sicher, dass das Niveau der interpersonellen Kommunikations-Skills in der gesamten Organisation hoch ist. Und inspirieren die gesamte Mannschaft, kritisch auf ihre Meeting-Formate zu blicken, um Wertschöpfungsfresser frühzeitig zu eliminieren.

2. Wenn zwei sich treffen und miteinander kommunizieren

Richtig, die Überschrift ist im Vergleich mit Punkt 1 unverändert geblieben. Denn vordergründig bleibt alles beim Alten, wenn man die Dimension „Organisation“ hinzunimmt. Doch weit gefehlt.

Jetzt kommen neue Kräfte ins Spiel, die an Wirksamkeit unterschätzt werden, da sie auf den ersten Blick unsichtbar sind. Eine Erkenntnis, die erst jetzt langsam im Top-Management Einzug erhält. Niklas Luhmanns Systemtheorie bietet ein hilfreiches Erklärungsmodell: ein soziales System ist ein geschlossenes System mit einem Eigenleben, das auf die einzelnen Menschen im System (in der Systemtheorie gelten sie als Umwelt) Einfluss ausübt. Somit besteht eine Organisation nur auf den ersten Blick aus Menschen – vielmehr beruht sie auf Kommunikation im systemtheoretischen Sinne.

Eine gerne verwendete Metapher zur Veranschaulichung von Luhmanns Systemtheorie ist das Brettspiel. Ohne die Spieler (d.h. Mitarbeiter) kann das Spiel zwar nicht gespielt werden, aber die Spieler fügen sich den Spielregeln, die das Spiel (sprich: die Organisation) vorgibt. Zu den Spielregeln der Organisation gehören die zahlreichen bekannten und noch zahlreicheren ungeschriebenen Gesetze, kulturellen Regeln und Glaubensätze, die sich seit Unternehmensgründung angesammelt haben. Sie sind die Leitplanken, innerhalb derer das Mögliche auf das Wahrscheinliche reduziert wird.

Mitarbeiter kommen und gehen – das einflussgebende System bleibt

Und jetzt wird es wirklich spannend, denn hier zeigt sich die Wirksamkeit dieses Erklärungsmodells: Wenn Sie sich von einem Mitarbeiter trennen und diesen durch einen neuen Mitarbeiter ersetzen, so lege ich meine Hand ins Feuer, dass Sie in den meisten Fällen ähnliche Verhaltensmuster wie zuvor auch beobachteten werden – und die Wahrscheinlichkeit steigt je größer das Unternehmen ist. Ganz einfach, weil nur die Umwelt und nicht das einflussgebende System verändert wurde.

Wenn es nun darum geht, Wertschöpfungsleistung zu erhöhen, hilft der systemtheoretische Ansatz insofern, als er einen differenzierten Blick auf Ursache und Wirkung erlaubt. Und er ruft in Erinnerung, dass es wenig bringt ausschließlich an den Symptomen (d.h. dem Verhalten von Mitarbeitern) zu doktern, sondern dass ebenfalls an den Ursachen (den Spielregeln, die das jeweilige Symptom hervorrufen) gearbeitet werden darf. D.h. Arbeit AM System anstatt IM System ist gefragt.

Arbeit AM System – und nicht IM System

Wer diese Zusammenhänge ignoriert, wird sich den Mund fusselig reden, zig Change-Programme initiieren oder die zentralen Köpfe austauschen können – die gewünschte Veränderung wird dennoch ausbleiben. Und spätestens jetzt wissen Sie auch, dass die sich aktuell häufenden „Brandbriefe“, in denen Vorstände z.T. öffentlich die Mitarbeiter für wertschöpfungsvernichtende Verhaltensweisen verantwortlich machen, verlorene Liebesmüh sind (was damit noch zerstört wird, steht auf einem anderen Blatt). Anstatt an den Formulierungen zu feilen bzgl. vermeintlicher Ursachen wäre die Energie und Zeit besser investiert, die Ursache hinter der Ursache zu erforschen.

3. Wenn zwei sich in mir treffen und miteinander kommunizieren

Ja, Sie haben richtig gelesen. Wir widmen uns nun der intrapersonellen Ebene, d.h. der Kommunikation in uns selbst. Keine Sorge, dies ist kein esoterischer Ansatz, sondern ein echter Wertschöpfungsfaktor.

Die Frage „Wer bin ich, und wenn ja wie viele?“, ist nicht nur der Bestsellertitel des Philosophen Richard David Precht, sondern beschreibt auch sehr plakativ das Konzept der Multiplizität der Persönlichkeit: Neben einem führenden Selbst existieren – oft unbewusst – diverse Persönlichkeitsanteile in uns, deren Gefühle, Glaubenssätze und Erinnerungen in unserem Gehirn fest verankert sind.

Auch wenn uns die unterschiedlichen Persönlichkeitsanteile (noch) nicht bekannt sind: sie wirken stetig in uns, treten emsig in Dialog zueinander und erhalten manchmal, abhängig von den äußeren Umständen, die Überhand. Dass ein sanftmütiger Mensch von einer Minute zur anderen explodiert und dabei sprichwörtlich viel Porzellan zerschlägt hat jeder schon einmal erlebt. Dann handelte nicht der erwachsene Mensch, den wir bislang gekannt haben, sondern das verletzte innere Kind oder der innere Rebell, der kurzzeitig das Ruder übernommen hat, weil ein äußerer Impuls diesen Persönlichkeitsanteil herausgefordert hat.

Das Management der inneren Persönlichkeitsanteile ist wichtig

Ein anderes Beispiel: das eigene Kopfkino verselbständigt sich und negative Gedankenroutinen spulen sich mehr oder weniger unbewusst im Dauerloop ab. Mit negativen Folgen für das eigene Energieniveau, die Auswahl möglicher Handlungsoptionen und in letzter Konsequenz für den persönlichen Wertschöpfungsbeitrag im Unternehmen.

Somit ist das erfolgreiche Management der inneren Persönlichkeitsanteile – das Bewusstwerden dieser und der professionelle Umgang mit ihnen – ein echter Wertschöpfungstreiber. Ich behaupte sogar: aufgrund seiner Hebelwirkung ist es einer der größten Wertschöpfungstreiber überhaupt, denn es beeinflusst signifikant die drei zuvor genannten Kommunikationsebenen.

Und im Zeitalter von VUCA und NEW WORK – wenn das bisher gewohnte Korsett aus vertrauten Routinen und Standards sowie Leitplanken vorgebenden Vorgesetzten wegfällt – werden unsere inneren Persönlichkeitsanteile stärker denn je herausgefordert. Somit wird auch diese Kommunikationsebene – alleine schon aus Eigeninteresse an einer robusten „bottom line“ – zunehmend mehr Topmanagement-Attention genießen.

Kehren wir zurück zur Eingangsthese: Kommunikation als fundamentaler Wertschöpfungskiller oder als signifikanter Wertschöpfungshebel – das ist hier die Frage. Abhängig davon wie hoch der Selbstreflexionsgrad aller Unternehmens-Stakeholder ist und welchen Stellenwert die vier Ebenen der Kommunikation im Topmanagement genießen, fällt die Münze der Wahrheit mal auf die eine, mal auf die andere Seite.

Weitsichtige Unternehmenslenker haben die beschriebenen Zusammenhänge längst erkannt und nutzen diese geschickt als Wettbewerbsvorteil. Herausragende Wertschöpfung ist der Lohn für ihren Mut.

 

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Mediaplaner und Mediaplanerinnen sind die Spezialisten, die wissen, in welchen Formaten und Medien Werbung am wirksamsten zur Geltung kommt und die richtige Zielgruppe erreicht. Lernt im sechsten Teil unserer Jobtitel Bingo-Reihe Kai Löser and Kerstin Weiß von Mediaplus kennen.

In der Serie „Dreimal aufgeschlaut“ erklären Experten der Plan.Net Gruppe regelmäßig ein aktuelles Thema der digitalen Welt aus unterschiedlichen Perspektiven. Was bedeutet es für die Oma, was für den Agentur-Kollegen? Und was hat der Kunde, also ein Unternehmen, davon?

An was werden wir uns erinnern, wenn wir in einigen Jahren auf das Internet Ende der 2010er Jahre zurückblicken? Recht weit vorne dürfte Snapchat stehen. Die schrullige Messaging App mit dem knuffigen Geist, der Nutzerfreundlichkeit einer durchschnittlichen SAP-Installation und den innovativen Augmented-Reality Lenses, die Millionen Erwachsene davon überzeugt haben, dass Selfies mit Hunde- und Katzengesichtern auch für Mittzwanziger sozial akzeptabel sind.

Das wahre Vermächtnis von Snapchat wird aber die Erfindung der Story-Funktion sein. Stories, die Aneinanderreihungen von Fotos und kurzen Videoschnipseln mit lustigen Stickern, Ortsangaben oder Zeichnungen, haben einen unvergleichlichen Siegeszug im Web angetreten. Stories sind inzwischen selbstverständliche Features auf Facebook und Instagram und auch Google hat YouTube und inzwischen sogar der Websuche ein Stories-Feature spendiert.

Omas Geschichten aus dem Urlaub: Die digitale Diashow

Für die Anwender sind Stories, zum Beispiel auf Facebook oder Instagram, eine hervorragende Möglichkeit Alltagserlebnisse auf kreative Weise mit Familie, Freunden und Bekannten zu teilen. Statt der Postkarte und dem obligatorischen Dia-Abend im Anschluss kann meine Oma schon direkt aus dem Urlaub ihre Eindrücke ins Web posten. Stories werden nach 24 Stunden automatisch gelöscht. Für Momentaufnahmen, die man länger mit seinen Followern teilen möchte sind die sogenannten „Moments“, die es erlauben Stories langfristig auf dem eigene Profil zu speichern, eine schöne Funktion..

Auch kreativ hat man viele Möglichkeiten. Durch die einfache Verbindung von Videos, Fotos, Stickern, Zeichnungen und Musik können auch technisch unbedarfte User in kurzer Zeit ansehnlichen Content erstellen und mit ihrem Netzwerk teilen.

Spannend ist Googles Story-Integration in den Suchergebnissen. Die Standardisierung des Formats als Weiterentwicklung des Accelerated Mobile Pages (AMP) Projekts ermöglicht Usern schnellen und einfachen Zugang zu News-Stories und visuellen Inhalten zu ihrem gewünschten Suchbegriff oder Thema.

Stories als Mediaumfeld: Grenzenloses Bewegtbildinventar

Neben Snapchat, Instagram und YouTube stellt nun auch Facebook nach einer mehrmonatigen Testphase das komplette Stories-Inventar als Werbeumfeld für Bewegtbild zur Verfügung. Die Spots werden zwischen den einzelnen Story-Elementen oder zwischen zwei verschiedenen Stories geschalten. Man sollte sich von der potentiell hohen Reichweite aber nicht blenden lassen, das Werbeumfeld ist aus mehreren Gründen nur bedingt vergleichbar mit anderen InStream-Platzierungen wie Sender-Mediatheken oder dem klassischen YouTube.

         

Stories sind ein klares Mobile-Format, der Content wird vertikal genutzt. Deshalb ist es nicht sinnvoll, klassische TV-Spots im 16:9 Format als Unterbrecher-Werbung einzusetzen. Auch die Nutzungssituation unterliegt mobilen Spielregeln: unterwegs in Wartesituationen, mit hohem Ablenkungspotential und nicht zwingend mit Kopfhörern. Ads für den Story-Feed sollten deshalb unbedingt an diese Gegebenheiten angepasst werden, hierbei gelten die gleichen Regeln wie bei Social Feeds generell. Untertitel, kurz gehalten(lieber 5 statt 15 Sekunden) und  mit offensichtlichem Absender auf den Punkt gebracht, statt langatmig erzählten Geschichten mit Spannungsbogen und Auflösung am Schluss. Zum werblichen Impact von Ads in Stories gibt es leider noch nicht viele Untersuchungen, die Wirkung dürfte aber am ehesten mit Ads im Facebook Newsfeed vergleichbar sein.

Marken-Stories: Das perfekte Experimentierfeld

Stories auf Instagram, Facebook und anderen Social-Plattformen sind ein hervorragendes Experimentierfeld für Markenkommunikation. Die kreativen Möglichkeiten sind vielfältig, von Werbespots im Story-Format (wie z.B. für den neuen BMW 8er) über Behind the Scenes Videos von Events (wie z.B. Media Markt auf der Gamescom) zu Q&A-Formaten oder Abstimmungen – Stories ermöglichen es Unternehmen, ihren Marken-Content im Stil der jeweiligen Plattform zu inszenieren und sich organisch in das Content-Erlebnis der Nutzer einzufügen.

Ein paar Grundregeln sollte man trotzdem beachten. Offensichtlich, aber trotzdem oft übersehen: Haben die Inhalte keine Relevanz, springen die Nutzer schnell ab. Hohe Schlagzahl beim Szenenwechsel und generell kurz gehaltene Stories passen besser in die Nutzungssituation auf dem Smartphone und dass man nicht anfangen sollte, seine 16:9 TV Assets in einem Vertical Videoformat zu recyclen, versteht sich eigentlich von selbst. Hält man sich an diese Regeln, erzielen Stories auch gute Ergebnisse: Eine von Facebook beauftragte Befragung von knapp 10.000 regelmäßigen Nutzern von Stories auf Instagram in UK, den USA, Brasilien und Indonesien ergab, dass bei 39 Prozent der Nutzer durch Kontakt zu Marken und Produkten in Stories das Marken-/Produkt-Interesse gesteigert werden konnte.

Und für die Hüter der heiligen Branding CI-Vorgaben vielleicht auch noch eine beruhigende Nachricht: Die gleiche Untersuchung hat ergeben, dass die Nutzer von Stories authentische, verspielte und ungefilterte Eindrücke erwarten. Man muss als Marke also auch nicht den gleichen Perfektionismus an die Kreation an den Tag legen, wie in der Print-Anzeige im Nachrichtenmagazin.

Über den Autor: Alex Turtschan ist seit Kindheitstagen Nerd aus Leidenschaft und beschäftigt sich seit mehr als zehn Jahren in der Serviceplan-Gruppe mit Konsumenten-, Markt- und Technologie-Trends und deren Auswirkungen auf das digitale Marketing. Aktuell als Director Digital Strategy bei Plan.Net Media.

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Den Volksparteien der alten Bundesrepublik laufen die Wähler davon. Die Ursachen reichen weit über die Flüchtlingskrise hinaus.

Die Landtagswahl in Bayern steht wie keine zweite bisherige Wahl in Deutschland für den Abschied von vertrauten Machtkonstellationen. Während bisher der Aufstieg der Rechtspopulisten alle öffentliche Aufmerksamkeit nach Wahltagen auf sich zog, ist in Bayern weit mehr in Bewegung: CSU und SPD verlieren drastisch, Grüne und Freie Wähler gewinnen strategisches Gewicht.

Die gesellschaftlichen Veränderungen hinter dieser Machtverschiebung sind lange bekannt. Und sie sind weit älter als die Flüchtlingskrise 2015.

Neue und alte Mitte

Die Soziologie lehrt, dass die soziale Schichtung der Alt-Bundesrepublik mit ihrer nivellierten Mittelstandsgesellschaft seit den 80ern hinfällig ist. Mit der Verdrängung industrieller Arbeit gewannen anspruchsvolle Wissensökonomien und weniger anspruchsvolle Dienstleistungen erheblich an Bedeutung, abrupter noch als in der alten Bundesrepublik in den neuen Ländern. Im Ergebnis sank der Anteil von Menschen in tarifvertraglichen Arbeitsverhältnissen, die Spreizung der Einkommen stieg. Die Gesellschaft verlor an kultureller Homogenität, viele Menschen ihre überkommene Selbsteinordnung im sozialen Gefüge.

Die ehemals quantitativ wie kulturell dominierende Mittelklasse wurde abgegrenzt von einer neuen, überdurchschnittlich akademisch ausgebildeten urbanen Mitte. Letztere ist in Ausbildung und Lebensgefühl mobil, weltgewandt und tolerant. Währenddessen verlor eine große Zahl von eher immobilen, regional und familiär verwurzelten Menschen, oft in kleinstädtischen Milieus, die überkommene Überzeugung, die Mitte der Gesellschaft zu repräsentieren, also den politischen und kulturellen Mittelpunkt der Bundesrepublik. All das unterscheidet Deutschland nicht von anderen westlichen Ländern.

Stellvertretend für diesen kulturellen Wandel in der gesellschaftlichen Mitte steht die sexuelle Emanzipation in, historisch betrachtet, enormer Geschwindigkeit. Innerhalb weniger Jahrzehnte hat die neue Mittelschicht in westlichen Demokratien die vielleicht erste Zivilisation der Weltgeschichte geprägt, in der Sexualität kaum mehr gesellschaftlich normiert ist. So begrüßenswert diese Befreiung von Diskriminierung und Lustfeindlichkeit ist, so sehr überfordert die neue sexuell tolerante Leitkultur viele Menschen mit einem tief verwurzelten Bedürfnis nach Verlässlichkeit und sortierter Ordnung. Wer es gelernt hat, seinen Platz in der Gesellschaft durch normgerechtes Verhalten zu sichern, leidet ganz persönlich unter dem Verlust von Maßstäben.

Bruchlinien durch die Volksparteien

Politisch liegt dieser gesellschaftliche Umbruch quer zu alten Links-rechts-Grenze. Als Mitte verstehen sich die neue wie die alte Mitte. Aber kulturell verlieren die Mitte-Links-SPD wie die Mitte-Rechts-Union ihre Bindung zur „alten Mitte“: Der typische SPD-Funktionär zählt zu jenen, die von der Öffnung der Unis in den 70ern profitiert hat, und ist deshalb Teil der neuen, tolerant und akademisch denkenden linken Mitte. Das ist kein Vorwurf, Aufstieg durch Bildung ist uralte sozialdemokratische Programmatik. Aber mit der Gründung der Grünen entstand ein Parteienangebot, das in der kulturellen Identifikation fern von kernig-männlichen Gewerkschaftraditionen stand, aber attraktiv für links-emanzipatorisch-gebildete urbane Wählerschichten wurde. Als mit Lafontaines Altherrenprojekt noch ein Angebot für linke Traditionalisten aufkam, wurde die Marktlücke für die SPD immer kleiner.

Die Implosion der SPD-Wählerschaft ist also das Ergebnis einer existenzbedrohenden Zweifrontenkrise: Die alte linke Mitte fühlt sich kulturell abgehängt, die neue wählt gleich grün, das vermeintliche Original für den Verantwortungs-Weltbürger.

Das Schrumpfen der Unionswählerschaft vollzog sich verspätet, aber analog: Die bürgerliche alte Mittelschicht hielt der tolerant-pragmatischen Merkel-Stoiber-Union so lange die Treue, wie keine vertretbar erscheinende Alternative auf dem Wahlzettel winkte. Die Bayernwahl zeigt nun mit Macht, wie heimatlos gewordene kleinstädtische Konservative den Versuch der Seehofer-Söder-CSU bewerten, ein bisschen auf der Radau-Pauke mitzuspielen. Seehofers Grenzverträge für eine Handvoll Geflüchtete oder die Söderschen Kruzifix- und Raumfahrtoffensiven waren wohl doch allzu durchsichtig.

So hat sich die alte rechte Mitte Freien Wählern und AfD zugewandt. Bayern zeigt mit den Freien Wählern, dass ein bürgerlich-konservatives-ländliches Angebot den Aufstieg der AfD stoppen kann, sie blieb unter ihrem bayerischen Ergebnis der Bundestagswahl. Die AfD bleibt dann noch ein Angebot für jene, die sehenden Auges Rassisten und Menschenfeinde stärken.

Immigrationspolitik als Gamechanger?

Alle beschriebenen Umwälzungen sind viel älter als die Flüchtlingskrise 2015. Keine wurde ausgelöst durch die Migrationspolitik des Jahres 2015. Allerdings ist Immigration eine der gewichtigsten Identitätsfragen an der Kluft zwischen neuer und alter Mitte. Während Menschen der alten Mitte um ihren althergebrachten dominanten Status fürchten, sobald Zuwanderer die Gesellschaft unübersichtlicher machen, ist Offenheit für Menschen aus aller Welt eine der definierenden Wertehaltungen für die neue Mitte.

Fazit: Union und SPD können nur dann politisches Gewicht zurückerobern, wenn sie Brücken bauen in Richtung der alten Mitte, ohne ihre Überzeugungen für ein modernes, offenes, in Europa verankertes Deutschland über Bord zu werfen und sich nach dem CSU-Muster unglaubwürdig zu machen.

3 Konsequenzen für Union und SPD

  1. Klarheit. Ein offener Umgang mit dem, was von der alten Mitte als Bedrohung wahrgenommen wird, also mit den Konsequenzen von Demografie, Globalisierung, Digitalisierung und Immigration. Keine floskelhafte Besänftigung, wo sich Verdrängungsängste der alten Mitte Gehör verschaffen, sondern klare Fakten und Perspektiven.
  2. Offenheit. Aussprechen der simplen Tatsache, dass Flucht für alle Betroffenen erst mal nichts anderes ein Problem ist, für die Geflüchteten wie für die aufnehmende Gesellschaft. Eine Gesellschaft, in der sich viele dem Wettbewerb um Jobs, um Wohnraum, um Sozialbudgets, vor allem aber um politische Aufmerksamkeit ausgesetzt sehen. Nur auf einer solchen Offenheit kann eine Integrationspolitik aufsetzen, die mehr Menschen mitnimmt als jene, die sich ihrer zukünftigen gesellschaftlichen Rolle eh sicher sind.
  3. Orientierung. Wer die Einsicht zulässt, dass mit Migration Konflikte verbunden sind, braucht einen Maßstab zur ihrer Lösung. Ein geeignetes Grundprinzip ist das der Reziprozität: Wer Ansprüche an Staat und Gesellschaft stellt, muss auch seine Regeln beachten und bereit sein, im Rahmen seiner Möglichkeiten zum Miteinander beizutragen. Wer etwa Toleranz einfordert, darf selbst keinen Zweifel zulassen, andere Weltanschauungen zu tolerieren. Ein Staat, der nachweislich das Prinzip von Reziprozität durchsetzt, ist berechenbar für Alt- wie Neubürger, für neue wie alte Mitte, und bietet etwas besonders Wertvolles: Orientierung.Zu den alten Stärken von Union und SPD zählt das interne Gewicht von engagierten Kommunalpolitikern. Wenn Bundes- und Landespolitik mehr auf jene hörten, die den gesellschaftlichen Alltag in Deutschland „an der Front“ organisieren, wäre das ein guter Neuanfang.

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Das Prinzip des Agentursurfings ist schnell erklärt: Studenten und Studentinnen haben die Möglichkeit, innerhalb einer Stadt und eines Zeitraums von acht Wochen Agenturluft in vier unterschiedlichen Agenturen zu schnuppern. Unter den Hashtags #kommindieagentur und #machwasdraus hat ein Konglomerat deutscher Kommunikationsverbände, darunter der BVDW, die GPRA und der GWA, zu der Aktion aufgerufen. Agentursurferin Margarita hat uns zwei Wochen lang im Münchener Haus der Kommunikation unterstützt.

Hier ihr Erfahrungsbericht:

An diesem Montag klingelt der Wecker bereits um 7 Uhr. Ich bin gespannt und aufgeregt, was mich erwarten mag. So aufgeregt, dass ich schon um 9 Uhr am Empfang erscheine, statt wie ursprünglich ausgemacht um 10. Alles kein Problem für Alexander von der HR-Abteilung, der mir gleich bei einer Führung durch das Haus zeigt, was es hier alles gibt – und das ist eine ganze Menge! Mir wird ein detaillierter Plan für meine zwei Wochen ausgehändigt. Wow, die haben sich ganz schön Mühe gegeben, ich bin sehr positiv überrascht und freue mich auf die bevorstehende Zeit.

Am nächsten Tag bin ich zum sogenannten „Onboarding-Tag“ eingeladen. Hier bekommen alle neuen MitarbeiterInnen eine volle Ladung an Informationen über Serviceplan. Auch interessante Gespräche und leckerer Kaffee zwischendurch fehlen nicht. Ich lerne: Es ist sehr wichtig, sich von Anfang an ein gutes Netzwerk aufzubauen.

Am Mittwoch darf ich mich mit Winnie, dem HR-Chef, austauschen. Toll, dass er sich die Zeit dafür nimmt! Mein zweiter Lichtblick des Tages sind die Cannes Highlights 2018, die im Rahmen des Serviceplan Campus-Programms gezeigt werden.

Auch in den nächsten Tagen lerne ich spannende Menschen kennen und treffe auf diverse Tätigkeitsfelder. Ich verbringe Zeit bei Plan.Net, in der Beratung und der Kreation, lerne die Mediaagentur Mediascale und die Serviceplan PR kennen. Dann schaue ich Nina im HR-Marketing über die Schulter. Nur zwei Wochen, aber so unendlich viele Eindrücke! Ich beobachte, frage, mache mit und lerne viel Neues.

Wie breit gestreut die Aufgaben sein können, das überrascht mich immer wieder. Das Schönste dabei ist die aufmerksame Betreuung – ich werde herumgeführt, vorgestellt, eingewiesen.

Schon im Laufe dieser zwei Wochen betrachte ich Dinge anders: Wie ist die Werbung dort aufgebaut? Warum wurde dieses Plakat so gestaltet? Wie ist das Navigationsmenü jener Website konzipiert? Was tut diese oder jene Firma eigentlich für ihre Mitarbeiter? Fragen über Fragen! Sachen, die einen Laien kaum beschäftigen und über die ich jetzt bewusster nachdenke.

Mir werden Recherchen und kleinere Aufträge anvertraut, dabei überrascht es mich besonders, dass mir der Bereich HR, den ich früher nicht unbedingt als potenziellen Arbeitsbereich auf dem Schirm hatte, so zusagt. Hier, so mein Gedanke, sind die MitarbeiterInnen eines Unternehmens als Kunden anzusehen, für die du gut sorgen möchtest und um deren Zufriedenheit du dich kümmerst.

Als die zwei Wochen vorbei sind, schaue ich fast schon mit Wehmut zurück und bin dankbar dafür, dass ich so vieles sehen und kennenlernen durfte – interessante Menschen, inspirierende Werdegänge und spannende, abwechslungsreiche Tätigkeiten. Ich habe nun eine Vorstellung davon, in welche Richtung(en) es bei mir gehen könnte – und in welche eher nicht. Ein toller Start.

Agentursurfing? Ein nützliches und vielfältiges Konzept – klare Empfehlung!

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Digitale „Shitstorms“ drohen Marken überall auf der Welt, wenn sie durch Nachlässigkeit religiöse Gefühle verletzen, Minderheiten kränken, oder politische Tabus brechen. In einigen Wachstumsmärkten auf der Welt ist dieses Risiko deutlich höher als in Europa oder in den USA, weil es dort eine größere kulturelle und religiöse Vielfalt und zahllose lokale Befindlichkeiten gibt, sodass die Zahl der Stolpersteine von vornherein größer ist. Unter einem „Shitstorm“ versteht man laut Duden einen „Sturm der Entrüstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden Äußerungen einhergeht.“ Niklas Schaffmeister (Managing Partner Globeone) und Florian Haller (CEO Serviceplan Gruppe) erläutern, warum Krisenvorbereitung Teil der Markenstrategie beim Markenaufbau sein sollte – alle Details dazu in unserer Springer-Neuerscheinung „Erfolgreicher Markenaufbau in den großen Emerging Markets“.

Einer der aufsehenerregendsten Entrüstungs-Stürme dieser Art war die öffentliche Zerstörung eines Maserati Quattroporte in der ostchinesischen Küstenstadt Qingdao. Der Besitzer zerstörte sein Luxusfahrzeug während einer Automesse direkt vor den Ausstellungshallen. Grund war die seiner Ansicht nach schlechte Kundenbetreuung durch den lokalen Händler. Die Qingdao Morning Post berichtete, der Eigentümer des Sportwagens sei so verärgert, weil ein Schaden an einer der Türen nicht vernünftig repariert worden sei und Angestellte des Autohändlers an der Nobelkarosse auch noch Kratzer hinterlassen hätten. Maserati veröffentlichte über Sina Weibo eine Erklärung, in der die Entscheidung des Kunden, ein Exemplar dieser weltberühmten Automarke „aus Sensationsgier“ zu zerstören, als „bedauerlich“ bezeichnet wurde.

Eine schnelle Reaktion ist oberstes Gebot – zur Not muss der CEO ran

Anfang Mai 2013 musste General Motors eine weltweit eingesetzte TV-Werbung zurückziehen, weil sie respektlos auf China Bezug genommen hatte. Der Werbespot war für den Chevrolet Trax SUV, eines der damals neuesten Modelle des US-Autobauers, produziert worden. In dem Spot erklang ein Lied mit Versen wie diesen: „In the land of Fu Manchu, the girls all now do the Suzie-Q, clap their hands in the center of the floor, saying ching-ching, chop suey, swing some more.“ Als General Motors davon erfuhr, reagierte das Unternehmen sofort und ersetzte den Spot durch eine neue Version ohne die als beleidigend empfundenen Verse.

Im März 2013 pickte sich das staatliche chinesische Fernsehen CCTV in seiner alljährlichen Sendung zum Thema Fehlverhalten von Unternehmen den IT-Giganten Apple und den deutschen Autobauer Volkswagen heraus. CCTV behauptete, Apple habe chinesischen Kunden nicht die gleichen Serviceleistungen angeboten, wie in anderen Märkten. VW wurde vorgeworfen, das Doppelkupplungsgetriebe in einigen Fahrzeugtypen führe gelegentlich zu einer unkontrollierten Beschleunigung oder Abbremsung. VW musste 384.000 Fahrzeuge zurückrufen. Es kam zu einem Ansehensverlust des Unternehmens in seinem größten nationalen Markt. Auch bei Apple führte der Fernsehbericht zu einem vergleichbaren Rückschlag. Apple-Vorstandschef Tim Cook entschuldigte sich persönlich gegenüber den chinesischen Konsumenten für die schlechte Kommunikation im Zusammenhang mit der Garantiepolitik des Unternehmens. Zwischenfälle dieser Art zeigen, wie wichtig es für ausländische Marken ist, den sozialen Raum genau zu beobachten und schnell reagieren zu können. Kampagnen gegen ausländische Marken können zumindest kurzfristig durchaus schwere Schäden hervorrufen.

Gute Beziehungen und interne Vorbereitungen schützen

Da die Wachstumsmärkte sich schnell entwickeln und immer weniger abhängig von ausländischen Investitionen und Technologie sind, wächst die Wahrscheinlichkeit, dass größere ausländische Unternehmen ins Visier geraten, teilweise unter Einsatz sozialer Netzwerke und von Mikroblogger-Plattformen. Die beste Möglichkeit, sich gegen derartige Kampagnen zu wappnen, besteht darin, gute Beziehungen zu wichtigen Behörden und Vereinigungen aufzubauen, aber auch Glaubwürdigkeit als ein Freund des Ziellandes aufzubauen, indem man soziale Verantwortung als Unternehmen übernimmt. Es gilt auch, Schwachpunkte im Auge zu behalten und sich auf PR-Krisen durch interne Weiterbildung und Aktionspläne vorzubereiten. In deren Mittelpunkt müssen aus den genannten Gründen als Erstes soziale Medien stehen.

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Think Mobile: Die „große Wanderungsbewegung“ von traditionellen PCs zu mobilen Endgeräten hat ein völlig neues Universum erschaffen. Die Zahlen sind atemberaubend. In China gab es Mitte 2017 offiziell 1,36 Milliarden mobile Internet-Teilnehmer, das war mehr als ein Gerät für jeden Erwachsenen. Die Smartphones werden in hohem Maße dazu benutzt, um mit Marken zu interagieren. Über 500 Millionen Chinesen haben im vergangenen Jahr mit ihrem Smartphone online eingekauft. In Indien tätigt bereits jeder vierte Konsument Onlinekäufe. Bei jetzt 480 Millionen Smartphone-Nutzern ist der mobile Konsum bereits der größte Treiber im E-commerce geworden. Im Detail beschrieben wird das in unserer Springer-Neuerscheinung „Erfolgreicher Markenaufbau in den großen Emerging Markets“ von Dr. Niklas Schaffmeister (Managing Partner Globeone) und Florian Haller (CEO Serviceplan Gruppe).

Der Fernseher als „First Screen“ wurde abgelöst

Obwohl die Zuwachsraten im Internet und bei der Mobilkommunikation im globalen Schnitt bereits nachlassen, sind sie in den großen Wachstumsmärkten anhaltend hoch, dank der immer noch expandierenden Mittelschicht und dank neuer Käuferschichten im bäuerlichen Hinterland und dessen Millionenstädten. Die Folgen des Booms bei mobilen Endgeräten sind weitreichend. Smartphones haben in den jungen Märkten dieser Welt den traditionellen Fernseher (und damit auch die dort laufenden Programme) als „First Screen“ abgelöst.

Mobiler Konsum erzwingt neue Art der Kundenkommunikation

Dies hat enorme Auswirkungen auf das Einkaufsverhalten, die Preisbildung sowie die Art und Weise, in der Marken mit ihren Kunden kommunizieren müssen. Nach Angaben des Analysespezialisten FICO gehören China und Indien bereits zu den führenden Ländern mit dem höchsten Prozentsatz an Käufern, die mobile Endgeräte nutzen. Frankreich und die USA weisen die niedrigsten Raten in diesem Bereich auf. Die Zahlen enthalten eine deutliche Botschaft für Marken. Wenn man von der Kaufkraft der großen Schwellenländer profitieren will, kann man erstaunliche Wachstumsraten erzielen, wenn man die mobilen Kommunikationskanäle und Kundenerfahrungen berücksichtigt, um den Umsatz in die Höhe zu treiben.

Große westliche Unternehmen wie Unilever oder BMW setzen schon länger umfangreiche Marketinginitiativen im mobilen Bereich um, um das außerordentliche Wachstum der Mobil-Kommunikation in diesen neuen Märkten auszuschöpfen. Zweifelsohne sind mobile Endgeräte zu einem zentralen Mittel für Marken und Unternehmen geworden, um mit ihren Kunden in Verbindung zu treten und zu interagieren. Heute ist eine mobile Internetseite auf dem neusten Stand der Technik mit einer einwandfrei funktionierenden E-Commerce-Einbindung wichtiger als ein Internetauftritt traditioneller Machart.

Jetzt lassen sich die ländlichen Regionen viel besser erschließen

Das ständig expandierende mobile Universum gibt Vermarktern und Markenunternehmen ein starkes zusätzliches Werkzeug an die Hand, um in ländlichen Regionen massiv Kundenschichten zu erschließen, die bisher zu vernünftigen Kosten kaum zu erreichen waren. Boomende heimische Internetgiganten wie Alibaba und Tencent haben dazu beigetragen, dichte Vertriebs- und Verteiler-Netzwerke aufzubauen, über die man auch die letzten Ecken riesiger Flächenmärkte erreichen und Güter in spätestens zwei Tagen praktisch überall hin liefern kann. Viele Vermarkter haben begonnen, sich nun auch dem mobilen Bereich zuzuwenden, den sie zuvor oft sträflich vernachlässigt hatten. Angesichts schärferen Wettbewerbs zwischen heimischen Online-Handels-Giganten verbessert sich die Situation gegenwärtig rasch.

Mobile Präsenz ist unumgänglich geworden

Vor diesem Hintergrund zeichnet sich für Unternehmen deutlich die Notwendigkeit ab, im mobilen Bereich aktiv zu werden. Wie das gelingen kann, zeigt das chinesische Online-Auktionshaus Alibaba, dessen riesige C2C-Plattform den „Tag der Singles“ am 11. November für eine „Shopfest“-Kampagne nutzt. Damit verwandelte Alibaba den „Tag der Singles“ in das chinesische Pendant zum Valentinstag. Beim „11.11 Shopping Festival 2017“ stellte Alibaba mit 25,3 Milliarden Dollar einen neuen Tagesrekord für den Onlinekonsum auf. Es gibt keine bessere Möglichkeit, die Kaufkraft der mobilen Verbraucher in den großen Wachstumsmärkten zu verdeutlichen. Fast 43% der Umsätze beim jüngsten „Shopfest“ wurden mit Kunden erzielt, die mobile Endgeräte nutzten.

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Wenn westliche Handelskammern in China in den jährlichen Berichten ihr lokales Marktumfeld beschreiben, tauchen häufig Begriffe wie „Regulierungsumfeld“, „Reformen“ und „fairer Wettbewerb“ auf. Diese Worte reflektieren die Tatsache, dass selbst nach vier Jahrzehnten marktorientierter Reformen der Staat immer noch die Wirtschaft weitgehend kontrolliert. In Indien, Russland und Mexiko ist das kaum anders. Bei zwei Dritteln der A-Share-Unternehmen an den Börsen Chinas handelt es sich entweder um reine Staatsunternehmen oder vom Staat kontrollierte Firmen. Und selbst Privatunternehmen in China verfügen oft über starke inoffizielle Verbindungen zur Regierung. Die Regierung spielt auf allen Ebenen immer noch eine Schlüsselrolle und hat das letzte Wort in vielen strategisch wichtigen Branchen, von der Preisfestsetzung über die Regulierung bis hin zur Investitionsplanung. Es gibt praktisch keine Möglichkeit, die chinesische Regierung zu umgehen. Niklas Schaffmeister (Managing Partner Globeone) und Florian Haller (CEO Serviceplan Gruppe) beschreiben deshalb, warum gute Beziehungen zur Politik beim internationalen Markenaufbau wichtig sein können – alle Details dazu in unserer Springer-Neuerscheinung „Erfolgreicher Markenaufbau in den großen Emerging Markets“.

Wer in ausländischen Wachstumsmärkten Fuß fassen will, braucht neben genauen Marktkenntnissen, der exakten Positionierung und einer guten Marketingstrategie auch noch eine vierte wichtige Zutat für den erfolgreichen Mix: Es sind gute Beziehungen zu Politik und Behörden, deren Agenda man in politischen wie wirtschaftlichen Fragen genau kennen sollte. Die Pflege guter Beziehungen zu denjenigen, die Regierungsverantwortung tragen und über die Verordnungen und Bestimmungen entscheiden, ist von herausragender Bedeutung. Doch erfolgreiches Netzwerken, sowohl privat wie auch beruflich, gehört in diesen Märkten zu den größeren Herausforderungen, nicht nur wegen der Größe vieler Zielländer, sondern auch, weil die Regierungsapparate und Behörden meist wenig transparent sind und weil oft noch Mittelsmänner zwischen den örtlichen Institutionen und den westlichen Unternehmen agieren. Sowohl deren Einfluss als auch deren eigene Karriere sind oft häufigen Veränderungen unterworfen.

Der richtige Draht: Die zuständigen Regulierer identifizieren und ansprechen

Gute Beziehungen zu wichtigen Behörden und Regierungskontakten können im entscheidenden Moment überlebenswichtig sein. In der Automobilbranche in China z. B. gibt es zu diesen überhaupt keine Alternative, weil ausländische Investoren gezwungen sind, Joint Ventures mit örtlichen Konkurrenten einzugehen. Und bei denen handelt es sich meist um Staatsbetriebe. Eine der entscheidenden Herausforderungen besteht darin, die jeweils zuständigen Regulierer zu identifizieren und mit ihnen ständig Kontakt zu halten. Investoren müssen sicherstellen, dass die Personen, mit denen sie sprechen, auch wirklich diejenigen sind, die sie zu sein vorgeben. Es gibt zahllose „Angeber“ und betrügerische Berater, die behaupten, über „hervorragende“ Beziehungen zur Regierung zu verfügen, wobei sich später oft herausstellt, dass es sich nur um gerissene Betrüger und Geschichtenerzähler handelte. Je tiefer man in das weniger entwickelte Hinterland der großen Zielmärkte eindringt, desto größer ist die Gefahr, derartigen Scharlatanen zu begegnen.

Rückversicherung: Mehrere Quellen sorgen für zuverlässigere Informationen

Aber selbst in den stärker entwickelten wirtschaftlichen Zentren verlaufen alle Verbindungen letztlich auf der lokalen Ebene. Das Geschäftsumfeld in China ist dabei genauso vielfältig, facettenreich und regional verschieden wie die chinesische Küche. Es ist vielleicht hilfreich, verschiedene Quellen zu befragen, um sicher zu sein, dass man sich erfolgreich mit den richtigen Leuten vernetzt hat. Viele erfahrene Geschäftsleute in den Wachstumsmärkten bestätigen, dass es angesichts der Vielzahl politischer Veränderungen und Strukturreformen der Regierung schwieriger als je zuvor ist, die richtigen Kontakte zu pflegen. Und je mehr ausländische Firmen in den großen Flächenländern ins Hinterland expandieren, desto mehr werden sie es mit lokalen Beamten zu tun bekommen, denen Erfahrung mit ausländischen Investoren fehlt. Für westliche Marken bedeutet dies, dass Marketingkampagnen über die aktuelle Politik und Reformen genau informiert sein müssen.

Silo-Mentalität der Behörden blockt oft den Informationsfluss

Die Bemühungen, gute Beziehungen zur Regierung oder zu Behörden aufzubauen, können noch dadurch erschwert werden, dass die Beamten in den Wachstumsmärkten meist kaum motiviert sind, Informationen mit anderen Behörden zu teilen. Für ausländische Unternehmen bedeutet dies, selbst in der gleichen Behörde mehrere Besprechungen zum gleichen Thema abhalten zu müssen. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Regierungsvertreter oder Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes können auch von außen motiviert werden, indem man bis zu einem gewissen Grad Know-how mit ihnen teilt, ihnen Branchenerfahrung vermittelt oder die Themen der Besprechung an die eigenen Prioritäten und Ziele des Beamten anpasst, um weiter zu kommen.

Die Kreativität der Kreativen – das ist die üppig sprudelnde Wertschöpfungsquelle einer innovativen Agentur, die im Auftrag von Marken deren Kommunikationsziele verfolgt. Dabei sind diejenigen Kreativen produktiver, die auch mal mit verschiedensten Ausdrucksmitteln und ganz ohne äußere Vorgaben frei experimentieren. Die im spielerischen Umgang mit Farben, Stoffen, Kameras, Computern und allen möglichen Werkstoffen ihren ganz persönlichen Ausdruck artikulieren. Unbefangen und mit dem Mut zur Sackgasse. Dabei kann Kunst herauskommen oder etwas ganz anderes. In jedem Fall bereichert die Fähigkeit der Mitarbeiter, sich in freier Kommunikation mitteilen zu können sowie die Lust darauf, diese Begabung in zielführender Weise auch in Kampagnen einzubringen, das kreative Vermögen der Agentur beträchtlich. Aber auch, wenn es um etwas ganz anderes als Markenkampagnen geht, ist dieses Vermögen von hohem Wert, was der rasante Bedeutungsgewinn des sogenannten Prototyping in innovativen Umfeldern eindrucksvoll veranschaulicht.

Das Brienner Above, ein Atelier für unsere eigenen Kolleg*innen ist unser kreativer Inkubator für freie Kommunikation im Haus der Kommunikation. Es ist faszinierend, was entsteht, wenn man ausschließlich seinem eigenen, ganz persönlichen Ausdruck verpflichtet ist: Ein abstraktes Aquarell, das den Betrachter so einnimmt, dass sich seine ganze Welt für einen Moment verflüssigt. Das expressive Ölbild einer ländlichen Idylle, das mit seinen blendend leuchtenden Farben alle Rahmen sprengt. Junge wilde Männer in übermütiger Pose, so frech hingehauen, als wäre das Gemälde ein spontanes Pinselselfie. Das und reichlich mehr entsteht im Brienner Above. Gut, nicht jeder kann Kunst. Aber jeder kann das: sich dem eigenen Umfeld mitteilen, zum Ausdruck bringen, was einen bewegt, ein Lied singen, das einem gefällt, eine Mütze stricken, einfach weil sie schön ist. Dabei kommt es nicht darauf an, einzigartig oder virtuos zu sein. Es kommt darauf an, sich als schöpferisch zu erleben und auch so erlebt zu werden und so den Blick auf sich um eine Facette zu bereichern.

Kunst hat in der Geschichte der Serviceplan Gruppe schon immer eine identitätsstiftende Rolle gespielt. So gehört die Sammlung von Serviceplan, aufgebaut und gepflegt vom Agenturgründer Dr. Peter Haller, mit Werken unter anderem von Georg Baselitz, Anselm Kiefer, Francis Bacon, A.R. Penck und Jonathan Meese zu den bedeutendsten ihrer Art in Deutschland. Sie zeigt atemberaubend eindrucksvoll, was Kreativität vermag, wenn sie sich selbst genügt. Wer sich darauf einlässt mit einer Haltung, wirklich etwas entdecken zu wollen mit der Bereitschaft, eigene Wahrnehmungserwartungen außen vor zu lassen, der wird mit ungeahnten Entdeckungen belohnt werden. Die braungrau verblühten Gestrüpplandschaften von Anselm Kiefer atmen schwer unter ihrer Geschichte und schweigen doch eisern darüber, was da war. Und was da war, mag einem dämmern, wenn man denn seine Fantasie befragt.

Schon bald gibt es im Brienner Above regelmäßig die Gelegenheit, mit etablierten Künstlern direkt ins Gespräch zu kommen. Es sind nicht die Gerhard Richters dieser Welt, aber sie haben Kunst studiert, Stipendien und Preise erhalten, Werke an Museen verkauft, wurden international ausgestellt und haben vor allem sagenhafte Arbeiten zu zeigen du spannende Geschichten dazu zu erzählen. Ich selbst werde die geplanten Talkshows unter dem Titel ArtPros moderieren.

Nun, das Brienner Above ist aber bei weitem keine Verlängerung des akademischen Kunstbetriebes, sondern lässt Schaffenden und Betrachtern offen, ihren Kunstbegriff nach eigenem Ermessen anzuwenden. Hier wird gebastelt und genäht und es werden als Vorbereitung zu einer Performance auch mal Tomaten gebacken. Schon die Entstehung des Brienner Above war ein kreativer Akt. So war es mitnichten eine strategische Initiative des Managements, sondern die eines künstlerisch ambitionierten Kollegen, der die Manager und Inhaber der Agenturgruppe gerne gefolgt sind.

Das Brienner Above über den Dächern des Königsplatzes. Manch freier Künstler kann von so einer umfassenden Unterstützung nur träumen: Zwei helle Atelierräume mit Dachfenstern. Staffeleien, Leinwände, Pinsel, Farben und dergleichen mehr. Nur das Wichtigste muss man selbst mitbringen: Kreativität. Und die hat jeder. Mancher muss sie nur bei sich entdecken.

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Verglichen mit westlichen „Netzbürgern“ sind Internetnutzer in Schwellenländern meist jünger, aktiver und vertrauen bei Produktbewertungen in hohem Maße den Postings von Freunden und der Familie. Für die meisten von ihnen ist die digitale Welt eine Flucht aus überfüllten Familienwohnungen und eine erschwingliche Möglichkeit, die Welt zu erforschen. Für viele Unternehmen in den Wachstumsmärkten haben die sozialen Medien das Fernsehen als wichtigsten Kommunikationskanal für Marketing abgelöst. Vielfach sind soziale Medien zu den größten Umsatztreibern geworden. Die Verfügbarkeit unterschiedlicher sozialer Kanäle ermöglicht medienübergreifende Kampagnen, die die direkte Interaktion zwischen Marken und ihren Kunden enorm verbessern. Im Detail beschrieben wird das in unserer Springer-Neuerscheinung „Erfolgreicher Markenaufbau in den großen Emerging Markets“ von Dr. Niklas Schaffmeister (Managing Partner Globeone) und Florian Haller (CEO Serviceplan Gruppe).

Die Kraft der Mitgestaltung

Eine der erfolgreichsten integrierten nationalen Marketingkampagnen, die nicht mehr von einer weltweiten Zentrale entwickelt wurden, sondern im Zielmarkt entstanden, war das „People’s Car Project“ (PCP) von VW in China. Es umfasste eine offene Innovationsplattform, die es Verbrauchern ermöglichte, mit der Marke zu kommunizieren, um das Fahrzeug ihrer Wünsche zu gestalten und das Ergebnis dann in den Kanälen der sozialen Medien mit Altersgenossen und Freunden zu teilen. So war Volkswagen in der Lage, die Ideen von Followern und autobegeisterten Menschen aufzugreifen. Die besten Ideen wurden von den Produktentwicklern aufgenommen. VW startete das Projekt 2011, um seine Markenwahrnehmung zu verbessern, die Innovationen über genaue Marktkenntnisse zu optimieren und den Markenwert zu erhöhen. Es wurde eine multimediale Kampagne, um „das erste Automobil durch das Volk und für das Volk“ zu gestalten. VW China verbesserte sein digitales Engagement und sein Markenimage in zentralen Dimensionen. Die Kampagne zog 14 Millionen Besucher an. VW wurde als „Digital Performance Leader“ und als die Automarke gesehen, die am besten gesellschaftlich integriert ist. VW China wurde in Cannes mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.

Vier Prinzipien für „Digital Leadership“

Nicht jede Marke muss gleich um eine führende Position in der digitalen Welt kämpfen und es gibt auch nicht den einen Weg, der für alle gleichermaßen der beste ist. Aber was auch immer Digital Leadership für die unterschiedlichen Marken bedeuten mag, es existieren vier wichtige Prinzipien, die jeder Vermarkter berücksichtigen sollte, wenn er die digitale Präsenz seiner Marke aufbauen oder verändern will.

1. Rolle und Ziel des digitalen Marketings müssen genau definiert werden

Als Erstes müssen die Vermarkter festlegen, was sie für ihre Marke in der digitalen Welt erreichen wollen. Soll der Umsatz deutlich steigen, eine Markenerfahrung erzeugt werden, oder die Bekanntheit erhöht werden? Oft gelingt es Unternehmen nicht, ein klares Ziel ihrer digitalen Strategie zu formulieren. Zweitens müssen die Vermarkter die natürliche digitale Eignung und Bereitschaft ihrer Marke erkennen und verstehen, wie komplex und fortgeschritten die Konkurrenz ist. Leider wird dieser wichtige Aspekt allzu leicht übersehen.

2. Kenntnis des digitalen Verhaltens der Zielgruppe

Eine Marke muss das besondere digitale Verhalten ihrer Zielgruppe genau verstehen. Dabei ist es entscheidend, auch die Unterschiede im digitalen Verhalten zwischen Zielgruppen anzusprechen. Einige konzentrieren sich vielleicht stärker auf soziale Medien, während sich andere mehr für normale Homepages interessieren. Nur wenn man versteht, wann, wo und wie die Zielgruppen im Internet aktiv sind, können die zur Einflussnahme ausgewählte Strategie und der Medienmix ausbalanciert werden. Eine holistische und konsequente Online- und Offline-Strategie ist ohne Zweifel der Schlüssel zum Erfolg. Das ideale Gleichgewicht zu erreichen, stellt eine Herausforderung dar, da die Informationssuche in den Wachstumsmärkten je nach Alter stark schwankt. Während noch viele Menschen zunächst ein Ladengeschäft aufsuchen und dann später über das Internet kaufen, wächst die Zahl derer, die zuerst im Internet nach Informationen suchen, bevor sie dann ihren Kauf in einem Ladengeschäft tätigen.

3. Schaffung relevanter, authentischer und aktivierender Inhalte

Da die Verbraucher mit einer immer größeren Informationsflut kämpfen, ist inhaltliche Qualität für den digitalen Erfolg ausschlaggebend. In der digitalen Welt entscheidet der Kunde, wann und wo er aktiv wird, er kann ihm subjektiv aufgedrängte Informationen leicht ignorieren oder ausblenden. Zur Qualitätssicherung des Inhalts sollte auf drei Kriterien geachtet werden: Erstens müssen Inhalte relevant für die Kunden sein und wichtige Aspekte rund um die Marke vermitteln; zweitens muss die Kommunikation rund um die Marke authentisch sein, was zum Beispiel über ein repetitives Messaging mit erreicht werden kann; und drittens soll die Kommunikation die Verbraucher dazu animieren, sich mit der Marke auseinanderzusetzen und zu engagieren.

4. Messung und Verfolgung digitaler Performance

Eine der größten Herausforderungen bleibt die Messung der digitalen Performance und der Effizienz, mit der die Masse an Daten, die an jedem digitalen Kontaktpunkt entstehen, genutzt werden. Vermarkter müssen diese wertvollen Informationsströme nutzen, um aus ihnen das Markenwissen sowie das Verständnis der Verbraucher abzuleiten und neue Möglichkeiten für ihre digitale Kommunikationsstrategie zu entwickeln. Die Beobachtung und Messung der Performance integrierter Marketingkampagnen tragen entscheidend dazu bei, die Erfolge der nötigen Investitionen zu bewerten und festzustellen, ob die Kampagne ihre Ziele erreicht hat. Markenmanager müssen die wichtigsten Leistungsmetriken, die im Zusammenhang mit ihrer Geschäftstätigkeit ermittelt werden, ebenso festlegen wie eindeutige Leistungskennzahlen (KPI), die in strategische digitale Ziele übersetzt werden können.