Künstliche Intelligenz in der Marketingkommunikation: Der erste After Work XChange im Innovation Studio von Plan.Net

Reden Sie auch mit Alexa, Siri oder Cortana? Haben Sie auf der Webseite beispielsweise Ihrer Versicherung schon mal mit einem Chatbot eine kurze Frage geklärt? Oder sind Sie am Münchner Flughafen schon mal mit einer fahrerlosen Bahn zum Terminal K geshuttelt worden? Künstliche Intelligenz begegnet uns im Alltag bereits an vielen Stellen. Künftig immer mehr auch im Marketing.

Erster Plan.Net Innovation Studio After Work XChange: „Künstliche Intelligenz in der Marketing-Kommunikation“

Am Abend des 25.1. veranstalten wir im Plan.Net Innovation Studio, das letzten Herbst eröffnet wurde, einen ersten Event. Der After Work XChange ist der erste einer Veranstaltungsreihe, die künftig im Innovation Studio stattfinden wird – immer zu einem anderen Thema. Damit wollen wir eine Plattform für all diejenigen bieten, die sich gerne mit neuen Technologien beschäftigen, Lust auf Austausch und Inspirationen haben und die Zukunft mitgestalten wollen.

Am 25.1. werden wir die Einsatzmöglichkeiten von künstlicher Intelligenz in der Marketing-Kommunikation aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und Chancen diskutiert. Ab 17:45 Uhr erwarten die Teilnehmer spannende Vorträge von den folgenden Referenten:

Prof. Dr. Simon Hegelich

Der TUM Professor verbindet in seiner Forschung Politikwissenschaft und Computerwissenschaft zu Political Data Science. Dabei geht es sowohl um Themen der Digitalisierung, deren politische Relevanz untersucht wird, als auch um klassische politikwissenschaftliche Fragen, die mit Methoden wie maschinellem Lernen, Data Mining, Computer Vision oder Simulationen bearbeitet werden.

In seinem Vortrag im Innovation Studio erläutert er den Weg von Machine Learning zu künstlicher Intelligenz.

Dr. Emma Haddi

Dr. Emma Haddi, Group Head Data Science Plan.Net Business Intelligence, stellt ihre Perspektive dar, wie künstliche Intelligenz im Marketing zu bewerten und anzuwenden ist

Michael Rau

Der Plan.Net Business Intelligence Geschäftsführer geht genauer auf die technologischen und organisatorischen Voraussetzungen für KI Anwendungen ein.

Marcus Ambrus

Marcus Ambrus, ebenfalls Geschäftsführer der Plan.Net Business Intelligence, zeigt ein konkretes Fallbeispiel aus der Marketing-Praxis, das den enormen Mehrwert und die disruptive Kraft von KI demonstriert.

Axel Milberg

Vielen als Tatort-Kommissar bekannt, wird Axel Milberg den offiziellen Teil des Abends mit seinen Gedanken über die Chancen der Sprachsteuerung in der Entertainment-Industrie aus der Sicht eines Schauspielers beenden.

Im Anschluss haben Sie die Chance in unserem Plan.Net Innovation Studio entsprechende Technologien und Prototypen selbst auszuprobieren.

Aufgrund der vielen Anmeldungen werden wir an dem Abend etwas zusammenrücken müssen. Wer noch nicht zugesagt hat, aber gerne dabei sein möchte, schreibt an innovationstudio@plan-net.com, warum er oder sie gerne dabei sein möchte. Die überzeugendsten Zuschriften bekommen noch ein Ticket und im Zweifel entscheidet das Los…

Die wichtigsten SEO News für Januar 2018

Die stille Zeit zwischen den Jahren hilft dabei, innere Ruhe zu finden und sich auf die grundlegenden Fragen des Lebens zu besinnen, bevor das neue Jahr mit vielen Überraschungen und Änderungen beginnt. Überraschungen und Änderungen gibt es wie immer auch in der SEO-Landschaft. Hier die SEO News im Januar.

1) SEO ausgereizt: Gibt es noch Wachstum mit organischen Traffic?

Mit Hilfe umfangreichen Datenmaterials sucht SEO-Experte Rand Fishkin eine Antwort auf die Frage, ob Suchmaschinen auch mehr als 20 Jahre nach dem Start von Infoseek, Altavista und Lycos noch immer ihr einstiges Heilsversprechen als unerschöpfliche Trafficquelle mit riesigem Wachstumspotential einlösen können. Im Detail geht Fishkin den Fragen nach, ob a) die Zahl der Suchanfragen auf Google noch immer wächst, und ob b) sich das Aufkommen von Suchanfragen, die auf eine Zielseite außerhalb von Google vermittelt werden verringert hat. Die Antwort: Sowohl als auch. Einerseits wächst der Google-Traffic noch immer im Schnitt über 10 Prozent pro Jahr, trotz saisonaler Auf- und Abschwünge und der steigenden Bedeutung von Amazon als Einstiegspunkt bei transaktionalen Suchen. Andererseits haben die neuen Google-Suchergebnis-Features wie Instant Answers, Features Snippets und interaktive Knowledge Panels dafür gesorgt, dass im Zeitvergleich rund 23 Prozent weniger Traffic als im Vorjahr seinen Weg von Google auf andere Webseiten gefunden hat. Bislang könne das Trafficwachstum den Verlust von Clicks noch ausgleichen, so Fishkin. Die Deutlichkeit der Ergebnisse hatte jedoch selbst das SEO-Urgestein Fishkin so nicht erwartet.

2) Google Analytics durchleuchtet einzelne Nutzer

Die kostenlose Online-Trackingsuite „Google Analytics“ hat seit ihrem Start im November 2005 eine echte Erfolgsgeschichte geschrieben und wird derzeit von mehr als der Hälfte aller Websites weltweit genutzt. Die permanente Fortentwicklung von Messtechnologie und grafischer Bedieneroberfläche war für Google schon immer eine Grundvoraussetzung dafür, mit den sich verändernden digitalen Marketingkanälen Schritt halten zu können und die einem ständigen Wandel unterworfene Consumer Decision Journey in all ihren Ausprägungen bestmöglich abzubilden. Seit Mitte Dezember hat Google Analytics nun seine Möglichkeiten erweitert, einzelne Nutzer in den Mittelpunkt der Analyse zu stellen. Eine Nachricht, die jeden SEO-Verantwortlichen freuen wird, denn die Optimierung nutzerbezogener Mehrwerte und die Erhöhung von Relevanz in der Zielgruppe haben in den vergangenen fünf Jahre zu den alten, empirischen Richtgrößen wie Backlinks oder Keywords aufgeschlossen. Google Analytics trägt dieser Entwicklung nun Rechnung, indem es Auskunft über das Verhalten einzelner, anonymisierter Nutzer über deren Gesamte Cookie-Lebensdauer anbietet. Dazu zählen u.a. alle durchgeführten Sitzungen, die Sitzungsdauer, Umsatz oder auch Transaktionen. In Verbindung mit der nun umfangreicher anzuwendenden Zielguppenanalyse lassen sich wertvolle Daten zur Erstellung und Verifikation von Search Personas und Nachfragemustern erstellen, die als Grundlage für nachhaltige, inhaltliche Optimierungen dienen.

3) Bing: Neue Suchfeatures mit künstlicher Intelligenz

Betrachtet man die Nachrichtenlage rund um künstliche Intelligenz und deren Einsatzmöglichkeiten in Suchmaschinen und Sprachassistenten, so haben bislang Google und Amazon die Schlagzeilen beherrscht und ihre technologischen Kapazitäten im besten PR-Licht leuchten lassen. Um Microsoft war es bis auf einige bizarre Ausrutscher seiner KI-gesteuerten Sprachassistenten relativ still. Das soll sich nun ändern. Der alte Riese aus Redmond hat angekündigt, dass Nutzer der Suchmaschine Bing in 2018 eine ganze Reihe neuer Features erleben werden, die auf dem Einsatz künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen basieren. Bereits seit Dezember live ist die neue Bildersuche, welche Objekte selbstständig erkennt und kategorisiert. In der Nachrichtensuche soll damit die vieldiskutierte Filterblase durchstochen werden. Mit dem System des „maschinellen Lesens“ werde Texte nicht nur erkannt und verstanden, sondern beispielsweise auch die politische Perspektive erfasst und so die Ausgewogenheit in den Suchergebnissen sichergestellt, so Microsoft. Eine weitere Neuerung soll laut Microsoft eine verbesserte Eingabevervollständigung in der Suchmaske sein, um eine höhere Relevanz der Suchergebnisse zu erreichen. Die Windows-Veteranen wollen den Einsatz künstlicher Suchintelligenz aber nicht auf Bing beschränken. Microsoft kündigte an, entsprechende Features auch bald in den Office Produkten OneDrive, SharePoint und Excel implementieren zu wollen. Ein Weg, den Konkurrent Google so zu gehen nicht in der Lage ist und auf den man daher sehr gespannt sein kann.

4) Herzlich willkommen: Yandex schenkt uns Alice

Wenn der aktive Freundeskreis mit fortschreitendem Alter immer überschaubarer wird, freut man sich umso mehr über virtuelle Bekannte. Im Laufe der letzten Jahre haben wir also Alexa (Amazon), Allo (Google), Bixby (Samsung) und Cortana (Microsoft) kennenlernen dürfen. Wer nun denkt, der nächste Sprachassistent beginnt mit dem Buchstaben D, der hat sich getäuscht. Für seine jüngste Tochter hat der russische Suchgigant Yandex den Namen Alice (russ. Алиса) gewählt. Seit Ende 2017 präsentiert Alice nun Yandex Suchergebnisse, den Wetterbericht, Spiele und Kinderlieder. Selbstverständlich können auch Skills auf ihrer Plattform entwickelt werden. Nach eigener Aussage liefert Alice die zuverlässigste Erkennung der russischen Sprache und kann dank künstlicher Intelligenz die Suchintention selbstständig erfassen. Treffen kann man Alice bislang jedoch nur in der Yandex App, weitere Produkte sind laut Unternehmen aber bereits in Planung.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Internet World Business.

Innovation am Point of Sale – Eine Reise um die Welt

Für das e-commerce Magazin verfasste Björn Portillo, Managing Partner bei hmmh, einen Beitrag zum Thema POS-Innovationen in den USA und in China.

Vor einigen Jahren prophezeiten Experten das Ende des stationären Handels. Es hieß, er könne in dieser neuen, digitalen Welt nicht parallel neben dem Online-Handel bestehen. Mit der zwar langsamen aber stetig voranschreitenden Etablierung von Connected-Commerce-Konzepten änderte sich diese Sichtweise allerdings wieder. Ehemalige Online Pure Player wie notebooksbilliger.de oder mymuesli bauten sogar stationäre Concept Stores auf und finden sich nun im Sortiment großer Einzelhandelsketten wieder. Doch welche sind die Motoren, die diese Veränderung ins Rollen gebracht haben und welche Innovationen sind es, die den Einzelhandel wieder ins Spiel bringen?

Um das „Wieso“ und „Weshalb“ des Paradigmenwechsels zu ergründen, begeben wir uns auf eine wirtschaftliche und zugleich kulturelle Reise in die USA, besuchen China und kehren zurück nach Deutschland.

Koffer packen in Deutschland

Viele Unternehmen und Agenturen haben hart gearbeitet, um die technische Entwicklung voranzutreiben und unseren Alltag durch Innovationen einfacher zu machen. Konzepte für interaktive Berater-Lösungen sowie mobile Beratung über das eigene Smartphone, Mobile Payment oder Augmented- und Virtual Reality sind ausgereift genug, um sie im Store einzusetzen. Allerdings bleiben diese Möglichkeiten hierzulande noch viel zu oft ungenutzt. Doch warum ist das so? Liegt es an den Retailern, die Potenziale aus traditionellen Gründen ignorieren? Oder ist es die Skepsis gegenüber Neuem und das Misstrauen in die Technik selbst? Sind deutsche Ladenbetreiber, ihre Kunden oder sogar beide innovationsscheu?

Der risikoscheue, konventionelle Deutsche recherchiert und vergleicht besonders gern online. Wo er dann kauft, hängt vom Produkt und vom Kontext ab: mal online, mal offline. Ausschlaggebend dabei ist, dass er sich gut beraten sowie informiert fühlt und dass er sein gewünschtes Produkt ausgiebig begutachten kann.

Technische Hürden und fehlende Akzeptanz

Für die klassischen Retailer gilt es nicht nur ein stets verfügbares und breitgefächertes Produktsortiment anzubieten, sondern Marken sowie ihre Produkte für jeden Kunden richtig in Szene zu setzen. Oft scheitert die Umsetzung von Connected-Commerce-Konzepten jedoch schon am Internetzugang für die Kunden. Auch die Nutzung von unterschiedlichen Systemen, die nicht einfach zusammenzuführen sind, stellt Händler oftmals vor große Hürden. Das erschwert es Händlern ihre Kunden wiederzuerkennen und macht es unmöglich relevante Daten zu sammeln, eine ganzheitliche Beratung oder einen schnellen sowie einfachen Bezahlvorgang anzubieten. Einzelne wenige Beispiele ausgenommen.

Eine weitere Herausforderung: Obwohl der deutsche Konsument großen Wert darauf legt, sein gewünschtes Produkt zu testen, es am liebsten sogar in seinem privaten Umfeld auszuprobieren und darüber hinaus eine umfassende individuelle Beratung erwartet, ist er häufig gar nicht bereit seine persönlichen Informationen zu teilen.

Auf in die USA

Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten – ist das auch im Hinblick auf Store-Innovationen der Fall und welche dieser Entwicklungen sind bereits etabliert? Eine deutlich höhere Population auf einer 25 mal größeren Landesfläche macht es uns schwer, den Durchschnittsbürger der USA auszumachen. Wir können jedoch festhalten, er ist offen für Neues, praktisch denkend und stets auf der Jagd nach Schnäppchen. Beim Eishändler um die Ecke zahlt er am liebsten mit der Kreditkarte und beim wöchentlichen Einkauf ist das dicke Couponheft sein wertvollster Begleiter. Die vielleicht wichtigsten Motoren für Innovationen sind der Spartrieb und die Bequemlichkeit der Amerikaner.

Ideen werden getestet und optimiert

Täglich entstehen neue Konzepte, die den US-Bürgern ein Shopping-Erlebnis geben, das sie verlangen. So öffnete der Internetriese Amazon Ende 2016 die Türen seines Amazon Go Lebensmittelladens in Seattle, in dem Schlangestehen und physisches Bezahlen überflüssig sind. Alles über eine im Store installierte Bewegungserkennung – die sogenannte „Just walk out technology“. Bezahlt wurde über PayPal und das Amazon.com-Konto. Auf Grund von technischen Problemen bei der Bewegungserkennung und dem Tracking von mehr als 20 Kunden gleichzeitig, musste der Store jedoch vorerst geschlossen werden.

Amazon Go

Amazon Go – Einkaufen ohne an der Kasse Schlange zu stehen: rein in den Store, Produkt in die Tasche stecken und einfach wieder rausgehen. Quelle: Amazon

Das Beispiel zeigt, dass bei innovativen Unternehmen nicht gleich alles beim ersten Mal funktionieren muss. Während es in Deutschland verpönt ist, Fehler zu begehen – was verursacht, dass gar nicht erst probiert wird neue Konzepte zu etablieren – gilt in den Staaten das erfolgreiche Prinzip von „trial and error“. Mut wird belohnt.

US-Retailer wissen, was ihre Kunden brauchen

Konträr zu der vorsichtigen Mentalität deutscher Offline-Retailer bringt der US-Markt zahlreiche Beispiele für seine gelebte digitale Transformation. Der Retail-Riese Walmart kauft beispielsweise Online-Shops sowie -Startups auf und wagt so den Schritt in den E-Commerce. Der zweite stationäre Big Player, Target, bietet seinen Kunden eine praktische App, mit der Konsumenten nicht nur Coupons einfach per Smartphone verwalten können, sondern zusätzlich eine In-Store-Navi nutzen können. Diese zeigt den direkten Weg zum gesuchten Produkt. Weitere Konzepte werden bereits getestet. Uneingeschränktes Datenvolumen bei Mobilfunkverträgen erleichtert die Nutzung solcher Angebote ungemein.

„Ob künstliche Intelligenz in Form von Multiple Interfaces oder Robotern im Store, Sprachassistenten in Form von In-Ear-Beratern oder die Lieferung nach Hause, ohne dass man selbst zuhause sein muss: All das sind Trends auf dem US-Markt, die auf Grund der Mentalität nicht alle mit dem deutschen Markt kompatibel sind.“, gibt Nicolas Roemer, Chief Business Development Officer Serviceplan US, zu bedenken.

Weiter nach China

Wer China einst bereist hat, weiß um die besondere Technikaffinität und das gruppenorientierte, schwarmartige Denken der Menschen dort. Auch hat er das typische Stadtbild vor Augen: Millionen von Menschen auf den Straßen, immer mit gezücktem Smartphone und unbegrenztem Datenvolumen. Angetrieben von Fortschritt und Weiterentwicklung finden neue Konzepte hier schneller großen Anklang in der Gesellschaft.

Bei Innovationen einen Schritt voraus

Einzelhändler, die auch im E-Commerce erfolgreich waren, suchten bereits vor Jahren nach Wegen die Online- und Offline-Welten miteinander zu verknüpfen. Pioniere auf dem Markt wie Alibaba.com erkannten die damalige Entwicklung des „mobile Booms“ in China und entwickelten Konzepte, die der Mentalität und dem neuen Einkaufsverhalten der Chinesen entsprachen. Das Ergebnis waren futuristische Stores mit ausgefeilter Technik. So wurde in Chinas Provinz Guangdong ein Selbstbedienungsladen namens „BingoBox“ ins Leben gerufen. Noch lange nicht so komplex und umfangreich wie der Amazon Go Store, jedoch angepasst auf das Bedürfnis nach Mobile Shopping. Als der Amazon Go Store in den USA getestet wurde, eröffnete Alibaba.com bereits eine ausgereifte Variante des vollautomatisierten Store-Konzepts in China: das „Tao Cafe“. Hier können Kunden via LogIn per Smartphone und über Gesichtserkennung an den Kassenbereichen bargeldlos bezahlen.

Tao Cafe

Tao Cafe – Einkaufen via Gesichtserkennung: Das kassiererlose Cafe kombiniert automatische optische Sensoren und Gesichtserkennung, um die Fehlerrate zu senken. Quelle: VCG Photo oder CNR

Die Ära des staff-free Shoppings

Kassiererlose Stores und automatisierte Services sind in chinesischen Malls gelebter Alltag, denn das schnelle Bezahlen per Smartphone boomt weiter: Mittlerweile zahlen 6 von 10 Kunden ihre Einkäufe über ihr Handy. Für chinesische Einzelhändler bietet dies großes Potenzial. Payment-Dienstleister wissen um die soziale Interaktion der Chinesen und kombinieren die beliebte Zahlungsmethode mit Social Media Funktionen. So können Nutzer von WeChat Pay den offiziellen WeChat-Konten des jeweiligen Einzelhändlers folgen und sich beraten lassen oder Fragen stellen. Die Nutzer können sich auch untereinander austauschen und Empfehlungen aussprechen. Aus unserer Sicht besonders dabei: Die Retailer agieren dort wie Privatpersonen. Denn sie wissen, Kunden identifizieren sich viel stärker mit der Marke und verbinden damit deutlich mehr Emotionen als die Menschen in Deutschland.

Der Hype um Mobile Payment in China hat die Entwicklung hin zum Connected Commerce stark vorangetrieben: Für Retailer ist diese Zahlungsmethode nicht nur Umsatztreiber, sondern auch ein neuer Weg der Kommunikation sowie Interaktion – online und offline. Ein Paradebeispiel einer optimalen und ganzheitlichen User Journey.

Mit vollem Gepäck zurück in Deutschland

Die Amerikaner und besonders die Chinesen machen es uns bei der Implementierung von Connected-Commerce-Konzepten vor. Dabei sind Apple- und Samsung-Pay essenziell, genauso wie große mobile Datenpakete zu günstigen Tarifen, die es den 360°-Retailern erlauben, ganzheitliche Services über das Smartphone im Store anzubieten. Deutschen Händlern fällt es jedoch noch schwer, diesen Schritt mitzugehen. Der Seamless Customer Journey sind noch klare Grenzen gesetzt und der Kunde hat sie sogar selbst mit aufgebaut. Die Vorsicht des Deutschen, datenschutzrechtliche Barrieren sowie die Hemmungen gegenüber der Nutzung von vorhandener Technik müssen abgebaut werden. „Viele der deutschen Händler haben das Gefühl, ihnen seien die Hände gebunden und sie müssen einen gewaltigen Spagat machen.“, verrät Björn Portillo, Managing Partner bei hmmh. Genau hier ist es wichtig, den richtigen Partner an seiner Seite zu haben, mit dem man gemeinsam Möglichkeiten und Wege entwickelt, die dem Konsumenten Mehrwerte bieten, für die er seine Daten gern zur Verfügung stellt.

Während Deutsche noch immer Angst davor haben einen Fehler zu machen und deshalb häufig zu spät handeln, herrscht in den USA eine andere Fehlerkultur. „Testen, optimieren, anschließend erneut testen gehört zum Innovationsprozess und ist fest in den Köpfen verankert.“, so Nicolas Roemer, Chief Business Development Officer Serviceplan US. „Auch, wenn ein Konzept mal nicht gut ankommt und wieder eingestampft werden muss, bricht das der Marke nicht gleich das Genick. Ganz im Gegenteil, Mut macht sich bezahlt.“

Der Motor für die Digitalisierung des stationären Einzelhandels in China ist der Drang nach Fortschritt. Jedoch macht es keinen Sinn Innovationen einfach zu kopieren und sie auf Zwang bei uns einsetzen zu wollen. „Gemeinsam mit unseren Händlern müssen wir zunächst festlegen, welche Probleme der Zielgruppe wir lösen möchten. Erst dann sollten wir prüfen, welche Innovationen wir dafür wie einsetzen, damit sie auch Anklang finden.“, ermutigt Björn Portillo.

Wir kennen die Bedürfnisse und Ängste des deutschen Kunden, die technischen Herausforderungen von Retailern und haben bereits Ansätze für individuelle Lösungen. Erfahrene, international agierende Agenturen warten also nur auf den Startschuss.

Mit einer Plattformstrategie die eigene Zukunftsfähigkeit stärken

Ein wichtiger Schlüssel für den Erfolg und die Zukunftsfähigkeit im digitalen Zeitalter ist die wahrgenommene Relevanz des eigenen Angebots in den Augen der Nutzer. Dieses lässt sich durch attraktive Mehrwerte wie Produkterweiterungen und Services steigern. Dabei ist es eine strategische Option, sein Angebot zu öffnen und die Lösungen von Partnern nach Bedarf und Potential zu integrieren. Auf diese Weise ist es möglich, das eigene Angebot im Sinne eines Baukastens flexibel zu gestalten und die Relevanz in den Augen der Nutzer signifikant zu steigern. Voraussetzung dafür ist, die Kunden und deren Ansprüche genau zu kennen, den eigenen Wettbewerb intensiv zu beobachten und sich die entsprechenden Partner zu suchen, um den Mehrwert des eigenen Angebots stetig zu erhöhen.

Beispiele für entsprechende Plattformstrategien finden sich aktuell vor allem in der Finanzbranche, in der die etablierten Finanzdienstleister von vielen Seiten attackiert werden. Vor allem FinTechs, aber auch finanzfremde Anbieter, wie Telekommunikationsunternehmen und Technologiekonzerne, greifen einzelne Teile der Wertschöpfungskette von Banken an und entwickeln dafür eigenständige Geschäftsmodelle. Die neuen Akteure bieten Produkte und Services an, die leicht zu verstehen sowie zu bedienen sind und oft sogar Spaß machen. Was die traditionellen Player auszeichnet, sind vor allem die breite Kundenbasis, jahrzehntelange Tradition und Erfahrung, Markenstärke, Kundenvertrauen, Marktkenntnis, personelle und finanzielle Ressourcen sowie bestehende Strukturen und Netzwerke. Um sich für die Zukunft aufzustellen, müssen Startups und Banken also miteinander kooperieren – das gegenseitige Finden und Vernetzen mit dem richtigen Partner aus beiden Welten wird zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für die eigene Zukunftsfähigkeit. Und das gilt ohne Frage nicht nur für die Finanzindustrie.

Daten sind das „Öl des 21. Jahrhunderts“

Datenbasiertes Marketing ist die Welle, auf der Marketing- und Kommunikationsprofis, Technologieanbieter sowie Agenturen aktuell reiten und mitreden. Aufgrund des sich stetig wandelnden, digitalisierenden Medienkonsums der Menschen, müssen Zielgruppen genauer profiliert werden.

Sie müssen im richtigen Zeitfenster und Umfeld bedürfnisorientiert angesprochen sowie möglichst effizient zu Kunden konvertiert werden.

Der Plan ist gut und richtig. Und er beendet bestenfalls die unnötigen Medienkanal-Diskussionen zwischen „Klassik“- versus „Digital“-Verfechtern.

Allerdings müssen sich Unternehmen und ihre Kommunikationsdienstleister zunächst einmal der Herausforderung stellen, diese kanalneutralen Anforderungen adäquat bedienen zu können.

Mein Trend für 2018 ist deshalb die Betrachtung des datenbasierten Marketings aus einer neuen Perspektive: Viele Marketingentscheider sollten einen strategischen Richtungswechsel hin zu neuem datenbasierten Marketing gegenüber Altbewährtem anvisieren und anstoßen.

So können wir Profis für Sie Daten generieren, sinnvoll aufbereiten und darauf basierend bedürfnisorientierte Inhalte zur passenden Zeit am richtigen Ort aussteuern.

Streckt euch mal!

Bei der Suche nach den Trends für 2018 blickt jeder gerne reflexartig auf seinen Schreibtisch und beschreibt beschwingt seine dort zu findenden Themen.

Das wird leider nicht mehr lange reichen. Die lange gepredigte Kollaboration aller Disziplinen und Perspektiven wird zum Trend 2018. Die Praxis wird sie einfordern. Offene Denker führen und fügen Offline, Online, Künstliche Intelligenz und gesunden Menschenverstand zu einem starken Engagement für Marken und Kunden zusammen.

Kollaboration in unserem Verständnis überwindet alle Grenzen. Zwischen Abteilungen, Firmen, Kunden, Partnern. Es geht um die uneitle, enge Zusammenarbeit zwischen Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven und Fähigkeiten, aber mit einem gemeinsamen Ziel: neue, zukunftsorientierte Lösungen zu erarbeiten.

Zweifellos: Das wird ein wunderbarer, unausweichlicher Kraftakt! Und wir werden uns dafür alle strecken müssen, um den Horizont der eigenen Schreibtische zu überwinden.

Content, der mich versteht

2018 werden wir uns kreativ darauf vorbereiten, Technik und Storytelling auf neue Weisen zu verbinden. Mit der rasanten technischen Entwicklung wird es nicht nur möglich sein, Content für verschiedene Menschen verschieden zu gestalten, sondern den Content reaktiv zu machen. Ein Film, der merkt, dass ich mies drauf bin und mich versucht aufzuheitern, einen anderen User aber mit einem anderen Ende überrascht; ein Visual, das meine Stimmung in Farben taucht; Musik, die sich auf meine Situation einstellt. Erzählerisch ergeben sich unendliche, progressive Möglichkeiten.

So machen Sie Ihr Unternehmen zukunftsfähig

27,2 Mrd. US-Dollar Gewinn vermeldeten Alphabet, Amazon, Apple, Facebook und Microsoft zusammengerechnet in ihren aktuellen Quartalen (Q2 oder Q3/2017) – bei einem Gesamtumsatz von knapp 150 Mrd. US-Dollar in nur einem Quartal. Und doch, so der New Yorker Marketing-Professor Scott Galloway, werden die Giganten der Digitalwirtschaft das Jahr 2067 nicht erleben.

Diese Prognose mag – angesichts der Umsatz- und Renditestärke der Unternehmen – auf den ersten Blick gewagt klingen, bei genauerer Analyse ist sie es nicht. Die durchschnittliche Verweildauer von Unternehmen im S&P 500-Aktienindex, der die Aktien von 500 der größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen umfasst, liegt aktuell nur noch bei 18 Jahren. Vor knapp 60 Jahren waren es noch 61 Jahre. Setzt sich diese Entwicklung im gleichen Tempo fort, werden bis 2027 drei Viertel der Unternehmen im Index durch neue Player ersetzt worden sein.

Dass die Halbwertszeit etablierter Unternehmen so drastisch abnimmt, ist auch eine Folge der Digitalisierung. Keine Branche bleibt von der schöpferischen Zerstörung, der disruptiven Kraft des digitalen Zeitalters, verschont. Etablierte Unternehmen werden in ausgewählten Teilen ihrer jeweiligen Wertschöpfungskette von branchenfremden Playern und Start-ups mit kundenzentrierten digitalen Lösungen attackiert. Selbst Firmen mit einer langen, erfolgreichen Historie verschwinden innerhalb kurzer Zeit oder verlieren massiv an Boden. 2007 waren die fünf größten Firmen der Welt – mit Ausnahme von Microsoft – noch ausschließlich Energieunternehmen. Zehn Jahre später lauten die Top 5: Apple, Google, Microsoft, Amazon und Facebook. Der Ranglistenerste von 2007, Exxon Mobil, findet sich nur noch auf Platz neun. Mit einem Rückgang des Börsenwertes um knapp 25 Prozent.

Die eigene Zukunftsfähigkeit zu stärken und zu sichern, ist im digitalen Zeitalter eine Herausforderung für jedes Unternehmen und jede Marke. Die Kernaufgabe für aktuelle und künftige Manager-Generationen besteht darin, die Chancen der Digitalisierung zu erkennen und diese unternehmerisch zu nutzen sowie Herausforderungen zu verstehen und zu meistern.

Drive Now und Adobe definieren Mobilität und Software neu

Erfolgsbeispiele gibt es genügend. Drive Now und Adobe sind nur zwei davon: Vor allem junge Menschen, die in Städten leben, streben immer weniger danach, ein Auto selbst zu besitzen. Sie suchen stattdessen ein flexibles Mobilitätsangebot. Diese gesellschaftliche Entwicklung hat BMW frühzeitig als Chance identifiziert und gemeinsam mit Sixt das eigene Angebot um Carsharing erweitert. Drive Now bietet heute eine Vielzahl von Modellen für alle Lebenslagen (Cabrio, SUV, Mini – egal ob Ikea-Besuch oder Fahrt zum See) und zählt inzwischen über 800.000 Kunden in zwölf Metropolen Europas. Daneben hat man in neues Erlösmodell entwickelt und kann so junge Kunden an die Marke heranführen und sie dafür begeistern.

Adobe Systems gehört laut Forbes zu den größten Softwareherstellern. Bis circa 2008 erzielte das Unternehmen große Gewinne mit dem Verkauf von sogenannter „boxed“ Software für Kreative – also dem Vertrieb von Softwarepaketen, die mit jeder neuen Version neu erworben werden mussten. Nach der Finanzkrise kauften jedoch immer weniger Unternehmen teure Updates. Parallel stagnierte aufgrund von Sparmaßnahmen der Wirtschaft die Zahl der Kreativjobs – Adobes wichtigster Kundengruppe. Die Lösung: Statt am Bewährten festzuhalten, änderte Adobe das Geschäftsmodell radikal. Die Creative Suite, ein Software-Sammelpaket, wurde durch die Abo-Lösung der Creative Cloud ersetzt. Statt einer hohen Vorabzahlung von etwa 1300 Dollar für ein Produkt, das in absehbarer Zeit überholt ist, zahlen Kunden nun knapp 50 Dollar pro Monat für Anwendungen, die immer auf dem aktuellsten Stand der Entwicklung sind. Der Cloud-Ansatz wird zudem den veränderten Nutzungsanforderungen im digitalen Zeitalter gerecht: mit einer zentralen Speicherung von Daten in der Cloud und einem geräteunabhängigen, standortneutralen Zugriff.

Darüber hinaus entwickelte Adobe, ausgehend von seinem Kernprodukt, die Adobe Marketing Cloud: Ein umfassendes Lösungspaket für Digitales Marketing, welches alle Tools umfasst, die nötig sind, um digitale Marketinginhalte zu erstellen, zu organisieren, zu personalisieren und auf den verschiedenen Kanälen auszuspielen. Mit diesem Angebot konnte Adobe seinen ursprünglichen Markt enorm erweitern. Die Firma entwickelt sich zu einem Haupttreiber der Marketing-Automatisierung. Das Ergebnis: Adobe konnte seinen Umsatz kontinuierlich steigern und erzielte 2016 einen Umsatz von 5,85 Mrd. Dollar – 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Und der Umsatz im dritten Quartal 2017 liegt um 26 Prozent über dem Vorjahresquartal.

Vier zentrale Handlungsprinzipien für Zukunftsfähigkeit

Für eine erfolgreiche digitale Transformation kann es nicht das EINE Erfolgsrezept geben. Wenn Unternehmen zukunftsfähig werden oder bleiben wollen, geht es natürlich auch um Technologien oder Plattformen, aber nicht primär. Aus meiner Erfahrung aus 20 Jahren Beratung im digitalen Bereich für nationale und internationale Unternehmen haben sich vier zentrale Handlungsprinzipien bewährt, die Unternehmen, Marken und Organisationen dabei helfen, die eigene Zukunftsfähigkeit im digitalen Zeitalter zu sichern und auszubauen:

  • Seien Sie agil
  • Stellen Sie den Kunden in den Mittelpunkt
  • Nutzen Sie die Kraft der Kollaboration
  • Denken Sie schneller in Lösungen

#1 Seien Sie agil!

Die Innovations- und Wettbewerbsdynamik nimmt kontinuierlich zu. Das stellt völlig neue Anforderungen an die Agilität von Unternehmen – also an deren Flexibilität, Experimentierbereitschaft sowie deren Anpassungs- und Reaktionsfähigkeit. Das betrifft auch das Management. Der ehemalige Microsoft CEO Steve Ballmer hat beispielsweise 2007 voller Überzeugung prognostiziert: „There is no chance, that the iPhone is going to get significant market share. No chance.“ Im dritten Quartal 2017 erwirtschaftet das iPhone 55 Prozent des Apple-Umsatzes. Falsche Einschätzungen Einzelner werden angesichts der Komplexität und Geschwindigkeit der Anforderungen eher zunehmen.

Wie arbeitet man erfolgreich im digitalen Zeitalter, wo der ständige Wandel zum Normalzustand geworden ist? Folgende konkrete Ansätze können dabei helfen das Handlungsprinzip umzusetzen.

  • Fördern Sie eine selbstbestimmte Arbeitskultur und übertragen Sie den Mitarbeitern mehr Eigenverantwortung und Freiheit. Selbstbestimmte Teams, die statt unter fester Führung mit vielen Freiheitsgraden agieren, bedanken sich für diesen Vertrauensvorschuss in der Regel mit einem hohen Maß an Motivation und übernehmen gerne Verantwortung.
  • Führen Sie agile Methoden ein: Diese heißen Scrum, Kaban oder Lean. Je nach Aufgabe, Teamzusammensetzung und Projektrahmen kann eine andere agile Methode passen. Das Prinzip ist jedoch immer ähnlich: große Aufgaben werden in überschaubare Arbeitspakete aufgeteilt, priorisiert und in kurzen Sprints von ein bis zwei Wochen abgearbeitet. Nach jedem Sprint informieren sich die Teammitglieder gegenseitig, sammeln Gelerntes und planen den nächsten Sprint. So maximiert man Geschwindigkeit, Transparenz sowie Mitarbeiterverantwortung und erreicht in effizienten Etappen schrittweise das Endergebnis.
  • Schaffen Sie ein entsprechendes Arbeitsumfeld. In einer strengen Atmosphäre mit vorgeschriebenen Arbeitszeiten, festen Sitzplätzen und der Routine in immer gleichen Konstellationen, entstehen selten innovative Ansätze. Ein starker Hebel für Agilität sind dagegen flexible Arbeitsmodelle und Zeitgestaltung sowie die Abwechslung vom Tagesgeschäft.
  • Etablieren Sie einen agilen Satelliten. Ist man unsicher, ob es gelingt, die gesamte Organisation im notwendigen Zeitraum auf Agilität zu trimmen, dann etablieren Sie einen agilen Satelliten. Also beispielsweise eine räumlich und organisatorisch eigenständige Abteilung, die sich dem Wandel und der Entwicklung von neuen Lösungen widmet. Sorgen Sie aber dafür, dass es einen funktionierenden Austausch und effiziente Schnittstellen zwischen der Ausgründung und der Dachorganisation gibt.

#2 Stellen Sie den Kunden in den Mittelpunkt

Im Internet können Nutzer Inhalte nach ihren persönlichen Interessen frei auswählen. Alle Angebote sind weltweit auf einer Plattform, rund um die Uhr auch mobil zugänglich. Die Exklusivität der Angebote nimmt ab, während Transparenz und Vergleichbarkeit zunehmen. Alternative Angebote sind sprichwörtlich nur einen Klick entfernt, was den Wechsel radikal vereinfacht. Relevanz wird damit der größte Erfolgsfaktor für Aufmerksamkeit und Loyalität auf Kundenseite. Diese entsteht einerseits aus Usability, also der Benutzerfreundlichkeit, und andererseits aus Utility, dem spürbaren Nutzwert eines Angebotes für Kunden. Wer erfolgversprechende Angebote entwickeln will, muss die Kunden und deren Bedürfnisse in den Mittelpunkt des eigenen Denkens und Handelns zu stellen. Und so funktioniert das praktisch:

  • Finden Sie heraus, wer Ihre Kunden sind und versuchen Sie diese zu verstehen: Die zentrale Voraussetzung für Kundenzentrierung ist, dass Unternehmen ihre Kunden kennen. Das klingt banal, ist in vielen Unternehmen aber keineswegs gelebte Praxis. Oftmals werden wertvolle Daten nicht zielführend ausgewertet und abteilungsübergreifend genutzt. Dabei liegen viele wertvolle Ansätze für innovative Ideen in der professionellen Zielgruppenanalyse und Segmentierung.
  • Hören Sie Ihren Kunden zu und gehen Sie in den Dialog: Auch soziale Medien sorgen heute dafür, dass die Macht und Selbstbestimmtheit der Kunden stetig steigt. Deshalb wird es für Unternehmen – egal aus welcher Branche – immer wichtiger zu wissen, was Menschen im Netz über sie reden (Social Listening). Eine einfache Formel für den Umgang mit diesem Phänomen lautet „Zuhören, Lernen und Agieren“.
  • Entwickeln Sie Angeboten immer aus der Kunden-Perspektive: Eines der besten Beispiele für ein konsequent auf Kundenbedürfnisse ausgerichtetes Unternehmen ist Amazon. Gründer Jeff Bezos ist geradezu kunden-obsessiv. Das gesamte Unternehmen wird vom Nutzer und seinen Bedürfnissen her „zurückgedacht“ und konsequent weiterentwickelt. Denken Sie also radikal in Bedürfnissen Ihrer Kunden und sorgen sie dafür, dass Ihr Angebot perfekt in den Nutzeralltag integriert ist.
  • Verstehen Sie sich als Plattform und ergänzen Sie attraktive Mehrwerte: Die Relevanz des eigenen Angebotes lässt sich wie im Fall von Amazon durch attraktive Mehrwerte, wie Produkterweiterungen und Services steigern. Dabei muss man diese im digitalen Zeitalter nicht immer selbst entwickeln. Es kann durchaus eine strategische Option sein, sein Angebot zu öffnen und die Lösungen von Partnern nach Bedarf und Potential zu integrieren. Auf diese Weise ist es möglich, das eigene Portfolio im Sinne eines Baukastens flexibel zu gestalten. Werden Sie jedoch nie zum reinen Abwickler von Partnerangeboten!
  • Personalisieren Sie Ihre Angebote: Höhere Relevanz bekommen Sie nur, wenn sie Angebote personalisieren. Das lässt sich einerseits realisieren, in dem man den Kunden aktiv einbindet. Erfolgreiche Beispiele gibt es hierzu seit einigen Jahren reichlich, darunter NikeID (ein Service, bei dem man online die Farbe seiner Turnschuhe selbst bestimmen und diese „maßanfertigen“ lassen kann). Spannender wird es jedoch, wenn man Produkte und Services ohne das aktive Mitwirken der Kunden individualisiert, in dem man deren Verhalten genau beobachtet, entsprechende Daten erhebt, auswertet und strategisch einsetzt, um echte Mehrwerte zu liefern.

#3 Nutzen Sie die Kraft der Kollaboration!

Zeitgemäße Antworten auf die komplexen und vielschichtigen Herausforderungen der Digitalisierung entstehen selten in getrennt voneinander agierenden Abteilungen. Nur wer als Unternehmen verschiedene Disziplinen, Perspektiven und Fähigkeiten zusammenzubringt, legt durch diese horizontale Kooperation interner und/oder externer Kompetenz die Basis, für erfolgreiches Arbeiten. Nur durch übergreifende Zusammenarbeit lassen sich Fragen aus unterschiedlichen, beispielsweise technischen, kreativen oder strategischen Perspektiven, betrachten und beantworten. Und so organisieren Sie Kollaboration:

  • Fördern Sie den interdisziplinären Austausch. Grundlage für die Zusammenarbeit ist, dass Mitarbeiter verschiedener Abteilungen sich und ihre Arbeit gegenseitig kennenlernen, verstehen und respektieren. Digitale Tools können dabei helfen, den interdisziplinären Austausch zu fördern und Abteilungen näher zusammenbringen. Wichtig dabei ist, dass die Tools nach einfachen, aber klaren Regeln genutzt werden – auch von den Führungskräften.
  • Kollaborative Arbeitsweisen und Techniken vermitteln und adaptieren: Kollaboration darf sich jedoch nicht nur auf digitalen Austausch und das zur Verfügung stellen von relevanten Dateien beschränken. Ein wirkliches Verständnis für die Kraft der interdisziplinären Zusammenarbeit entsteht nur, wenn man auch physisch und im direkten Austausch zusammenarbeitet und gemeinsam Ergebnisse erreicht. Design Thinking gilt mittlerweile in vielen Unternehmen als Standard für die kreative Ideenfindung. Der Kern dieses Ansatzes ist es, zu verstehen, wer die eigenen Zielgruppen sind und was diese wirklich brauchen.
  • Arbeiten Sie in Kompetenzteams mit den richtigen Partnern: Noch stärker ist der positive Effekt, wenn Abteilungen nicht nur für punktuelle Workshops zusammenkommen, sondern langfristig in Projektteams arbeiten. Je klarer die Zielsetzung, desto erfolgversprechender sind in der Regel die Lösungen. Wichtig ist es allerdings, die Teams so zusammenzusetzen, dass die richtigen Menschen mit den richtigen Insights und Erfahrungen zusammenarbeiten.
  • Involvieren Sie Ihre Kunden: Je nach Aufgabenstellung kann es zielführend sein, Endkunden in den Entwicklungsprozess zu involvieren. Vor allem bei Innovationen ist es hilfreich, die späteren Nutzer so früh wie möglich in den Prozess einzubinden.

#4 Denken Sie schneller in Lösungen

Für das Innovationsmanagement im digitalen Zeitalter wird Geschwindigkeit ein zunehmend wichtigerer Erfolgsfaktor. Der Grund dafür ist einfach: Braucht man für die Konkretisierung und Realisierung einer Idee zu lange, ist es wahrscheinlich, dass ein Wettbewerber schneller ist. Im schlimmsten Fall entwickelt man über lange Zeit ein Produkt, das am Ende nicht (mehr) zu den Bedürfnissen der Kunden passt und so von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Und so entwickeln Sie schneller Lösungen:

  • Machen Sie Ideen durch einfache Prototypen greifbar: Die Methode der Wahl, um in kurzer Zeit zielführende Lösungen zu entwickeln, nennt sich Rapid Prototyping. Darunter versteht man den schnellen Bau eines Modells, das sehr unterschiedliche Formen haben kann. Das Ziel ist aber immer, eine Idee unkompliziert und schnell greif- und damit erfahrbar zu machen. Selbst komplexe Ideen lassen sich mit einfachsten Mitteln skizzieren oder basteln – als Bleistiftzeichnung, Papiermodell oder aus Lego. Hauptsache es gelingt, den Teammitgliedern zu verdeutlichen, wie eine mögliche Lösung für ein bestimmtes Problem aussehen kann. Ist die Idee verstanden und angenommen, wird sie im nächsten Schritt formuliert und konkretisiert.
  • Optimieren Sie durch Testen und Iteration: Ein Prototyp lässt sich einfach mit anderen teilen, diskutieren und vor allem testen. Dadurch wird schnell deutlich, wo seine Stärken und Schwächen liegen und in welche Richtung er weiterentwickelt wird. Im Rahmen eines iterativen Prozesses wird immer wieder optimiert, bis man sich der bestmöglichen Lösung annähert. Bei solchen Tests ist es vor allem wichtig, die Meinung von Endkunden frühzeitig einzuholen.
  • Wenden Sie Prototyping auch in der Strategieentwicklung an: Rapid Prototyping kann auch beim Entwickeln von Strategien angewendet werden. Dafür werden zunächst Aufgabenstellung und Ziele eines Projektes klar definiert. Anschließend wird in einem Kernteam in einem klar begrenzten (kurzen) Zeitraum eine erste mögliche strategische Lösung skizziert. Das schafft gemeinsames Verständnis, Orientierung und gibt eine Zielrichtung. Die Erfahrung zeigt: Wenn Sie die richtigen Experten am Tisch haben, ist ein erster Strategieprototyp möglich, der bereits wesentliche Elemente des Endergebnisses enthält.
  • Entwickeln Sie eine mutige Lernkultur: Ein zentraler Grund dafür, dass viele Unternehmen zu langsam sind, ist die Angst vor dem Scheitern. In vielen traditionellen Strukturen herrscht noch die Auffassung, dass Arbeitsergebnisse perfekt und vielfach geprüft sein müssen, bevor man sie Vorgesetzten präsentiert. In der digitalen Welt entscheidet nicht Perfektion, sondern der Mut, Dinge auszuprobieren und schnell zu lernen. Das bedeutet keinesfalls, Fehler bereitwillig in Kauf zu nehmen. Zentrales Ziel ist vielmehr die Fähigkeit, den Umgang mit Fehlern zu optimieren und so viel wie möglich aus ihnen zu lernen, um es in Zukunft dann besser zu machen.

Was heute disruptiv ist, kann schon morgen obsolet sein. Die Dynamik der Digitalisierung führt dazu, dass Geschäftsumfelder komplexer und die Zukunft langfristig immer weniger planbar wird. Es gibt daher nicht das EINE Erfolgsrezept für Unternehmen in der digitalen Transformation. Die vier Handlungsprinzipien haben sich jedoch in der Praxis bewährt. Sie helfen dabei, Zukunftsfähigkeit langfristig zu sichern.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Capital.

Die wichtigsten SEO News für Dezember 2017

Neuer Wein in alten Schläuchen und ein ewiges Beziehungsdrama haben uns im abgelaufenen Monat beschäftigt. Und darüber hinaus erstarkt im fernen Osten ein neuer Player auf der Suchmaschinenbühne. Wer das ist und noch viel mehr, erfahren Sie in den SEO-News für den Dezember.

1) YouTube-Daten jetzt in Google Trends verfügbar

Von SEO-Experten gerne als Kinderspielzeug belächelt, ist Google Trends seit vielen Jahren ein äußerst populäres Tool zur einfachen Analyse des Suchmarktes. Darüber hinaus nutzt der Konzern aus Mountain View sein Trendfeature gerne als PR-Vehikel für klickträchtige Schlagzeilen („Die wichtigsten Suchbegriffe 2017“). Seit Ende November lohnt sich aber auch für erfahrende SEOs mal wieder ein Blick auf das Webtool, mit welchem man sich schnell und unkompliziert einen vergleichenden Überblick zur Suchnachfrage und dessen zeitlichen Verlauf für bis zu 125 Keywords gleichzeitig verschaffen kann. Bezogen sich die Daten bislang allein auf die Google Websuche, so kann man die Ergebnisse nun nach den Google-Kategorien News, Shopping und Bilder filtern. Noch besser: Auch die Suchvolumina aus Googles Videoportal YouTube können gesondert ausgegeben werden. Gerade in Zeiten, in denen Bewegtbildinhalte immer wichtiger werden, stellt Google damit eine verlässliche Quelle zur vorbereitenden Marktanalyse und zum Monitoring zur Verfügung.

2) Die Gretchenfrage: Ist Social Media wichtig für SEO?

Man könnte meinen, diese Frage ist so alt wie die Menschheit. Was natürlich nicht stimmt, denn die Menschheit ist weitaus älter als Facebook, StudiVZ und Myspace zusammen. Trotzdem treibt die Search-Szene seit dem Aufstieg (und Fall) von Social Media-Portalen und Apps die eine Frage um: Brauche ich das eigentlich, um meinen SEO-Job richtig zu machen? Um es klar zu sagen: Ein direkter Rankingfaktor wie beispielweise Backlinks sind Social Media-Inhalte nicht. Das verhindert schon die eingeschränkte Sichtbarkeit vieler Posts und Likes für Suchmaschinen hinter den Login-Schranken der Social Media-Applikationen. Doch betrachtet man die Dinge mit einigem Abstand, wird klar, dass Social und Search auf die gleichen Ziele einzahlen: Beide wollen die Aufmerksamkeit der Nutzer erreichen, ihr Bedürfnis nach Information oder Unterhaltung befriedigen und auf den verschlungenen Pfaden der User Journeys ein Produkt oder Service als Marke im kollektiven Bewusstsein der Internetnutzer verankern. Dabei können sich die Wege an den verschiedensten Punkten kreuzen, beispielsweise in den Ergebnistreffern von Social Media Inhalten auf Suchmaschinen. Auch wenn ein messbarer Zusammenhang kaum nachweisbar ist, so liegt die Erkenntnis nahe, dass es sich bei Social und Search um Brüder im Geiste handelt, die sich gegenseitig verstärken können.

3) Die Top-Rankingfaktoren 2018 nach SEMrush

Es ist nun die Zeit, in der die SEOs in sich gehen, auf die Leistungen des dahinschwindenden Jahres blicken und sich fragen, womit sie es 2018 wohl zu tun bekommen. Auch wir haben mit dem Ausblick aufs kommende Jahr bereits in den letzten SEO News begonnen. Eine neue Studie des populären Analysetools SEMrush hat nun mehr als 600.000 Keywords mit Hilfe eines selbstlernenden Algorithmus untersucht und die 17 wichtigsten Rankingfaktoren zusammengestellt. Wenig überraschend liegen unmittelbare Nutzersignale an der Spitze der Rangliste, wie beispielsweise die Höhe des direkten Traffics zu einer Seite, die auf der Seite verbrachte Zeit oder die Absprungrate. Interessanterweise wurden die oft totgesagten Offpage-Faktoren von SEMrush als relativ wichtig bewertet. So liegen die klassischen Faktoren wie verweisende Domains, Backlinks oder IP-Kreise noch vor Inhaltsfaktoren wie Textlänge, Metadaten oder Rich Media-Integrationen. Damit stehen die Erkenntnisse der Studie zumindest teilweise in Widerspruch zur öffentlich verlautbarten Position der großen Suchmaschinen wie Google oder Bing. Einen Blick auf die Studie sollte jeder Suchmaschinenpraktiker auf jeden Fall wagen, sofern es die Adventszeit zulässt.

4) Tencent bringt chinesische Suchmaschinentochter an die Börse

Ob in China die Zukunft gebaut wird, lässt sich mit Sicherheit erst in wenigen Jahren beantworten. Fakt ist jedoch, dass das Reich der Mitte mit rasender Geschwindigkeit auf dem Weg zum neuen Zentrum für Technologieentwicklung ist. Der chinesische Technologieriese Tencent ist das Unternehmen hinter den erfolgreichen Chatapps „WeChat“ und „QQ“. Seine Suchmaschine „Sogou“ (auf Deutsch: Suchender Hund) ist zwar schon seit 2004 aktiv, konnte hinter den Branchenriesen Baidu aber keinen bedeutenden Sprung aus dem Feld der abgeschlagenen Wettbewerber machen. Das soll sich nun mit Hilfe von frischem Geld durch einen Börsengang und massive Investitionen in künstliche Intelligenz ändern. Nach dem Willen der Muttergesellschaft werden Sogou-Nutzer im Rahmen der rechtlichen Grenzen im Reich der Mitte auch die Möglichkeit haben, englischsprachige Webseiten zu durchsuchen. Darüber hinaus will Tencent seinen immensen Datenpool aus „WeChat“ nutzen, um die Erkennung von natürlicher Sprache und Nutzerintentionen auf ein neues Niveau zu heben. Ob hier ein neues Google Asiens entsteht, bleibt abzuwarten.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Internet World Business.