Beiträge

Ja, auch Facit Digital übt sich aufgrund der Corona-Krise in der räumlichen Distanzierung und verbringt den Arbeitsalltag inzwischen überwiegend im heimischen Arbeitszimmer. Diese Umstellung hat Einfluss auf viele Faktoren: Fragen an Kollegen können nicht mehr einfach durch Zuruf gestellt werden, der zufällige Tratsch an der Kaffeemaschine entfällt und der morgendliche Stress in der U-Bahn ebenfalls. Keinen Einfluss hat das jedoch auf die Machbarkeit der Facit-Studien: Alle UX- und CX-Studien sind weiterhin durchführbar.

Quantitative Studien laufen wie gewohnt online weiter und erfreuen sich reger Teilnahme. Qualitative Studien haben wir bei Facit Digital auch schon in den Zeiten vor Corona online durchgeführt. Was früher allerdings nur vereinzelt angefragt wurde – z.B. bei internationalen Studien oder bei besonders schwer erreichbaren Zielgruppen – wird bei uns jetzt zum Standard: Tiefeninterviews, ethnografische Studien, Fokusgruppen und Usability-Tests für Desktop und Mobile können mit zuverlässigen und erprobten Remote Tools umgesetzt werden. Die Benutzung der Tools ist einfach und auch für Testpersonen, die keine Digital Natives sind, intuitiv bedienbar. Die Resonanz der Teilnehmer ist sehr positiv – viele sind dankbar für ein bisschen Abwechslung zu Hause.

Simultandolmetschen und auch die Incentivierung der Teilnehmer ist in Krisenzeiten wie diesen ebenfalls sehr gut möglich – durch Streaming der Interviews und beispielsweise durch Amazon-Gutscheine als Aufwandsentschädigung anstelle von Bargeld. Für Kunden ist es fast so, als würden sie weiterhin im Beobachtungsraum des Teststudios sitzen – nur für Kaffee und Kuchen wird nun selbst gesorgt.

Mehrwert statt Notlösung

Für viele Projekte hat der digitale Ansatz Vorzüge gegenüber persönlichen Interviews im Teststudio. So ist die Rekrutierung nicht mehr auf München limitiert, sondern kann bundesweit oder international erfolgen. Für bestimmte Fragestellungen ist der Ansatz der Remote Interviews sogar besonders valide, da die Teilnehmer ihre eigenen Geräte in ihrer eigenen Umgebung nutzen. 

Die aktuelle Situation erfordert es, Annahmen und eingefahrene Strukturen über Bord zu werfen und neue Dinge auszuprobieren. Auch Facit Digital stellt täglich aufs Neue fest, dass digitale Kollaboration kein Verlust an persönlichem Kontakt oder Produktivität bedeutet. Intern gibt es ein tägliches Status Meeting mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern via Microsoft Teams oder auch virtuelle Kaffeepausen für den informellen Austausch. Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist es hilfreich, sich neben Projektthemen auch über die neue Situation auszutauschen.

Der Einsatz der Kamera bietet dabei einen erheblichen Mehrwert. Auch wenn viele aus unserem Team anfangs davor zurückgeschreckt sind, freuen wir uns jetzt darüber, die Gesichter der Kolleginnen und Kollegen und auch der Kunden regelmäßig zu sehen und Studien visuell durchzuführen: Der Einsatz der Kamera trägt enorm dazu bei, eine natürliche Gesprächssituation zu etablieren.

Auch interaktive Ergebnis- und Brainstorming Workshops mit Kunden haben wir bereits online erfolgreich durchgeführt. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren dabei über ein Konferenz-Tool zugeschaltet und arbeiteten parallel an einem virtuellen Board, auf das sie beispielsweise Post-Its anbringen und beliebig verschieben und anordnen konnten.

In Zeiten wie diesen kann man das Potenzial der Digitalisierung vollständig ausschöpfen und die Situation nutzen, um neue innovative Wege zu gehen – wir versuchen unser Bestes, das zu tun.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei W&V.