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SEO News

Der Frühling ist nun endgültig ausgebrochen und treibt selbst den hartgesottensten Online Marketeer in die Sonne vor die Tür. Klar, dass man dabei wichtige Trends und Entwicklungen verpassen könnte. Daher haben wir die wichtigsten SEO-News für den Mai zusammengefasst. Diesmal betrachten wir die Entwicklung des Suchmarktes, Googles Angriff auf den E-Commerce und mögliche Schattenseiten der Sprachassistenten auf unser Verhalten.

1) Der Markt für Suchmaschinen wird erwachsen

Die Dominanz von Google im Suchmarkt in Frage zu stellen, ist gerade mal wieder schwer angesagt. Der Facebook-Datenschutz-Skandal lässt viele Kritiker des Systems Google hoffen, dass so langsam ein etwas größerer Teil der Onlinegemeinde erkennt, dass „gratis“ im Internet eben nicht „umsonst“ bedeutet, und in der Konsequenz die Nutzerzahlen der Suchmaschine aus Mountain View zumindest nicht mehr weiterwachsen. Unterstützt werden kann diese Vermutung durch den Trend, dass viele Nutzer ihre Shopping-Suche lieber gleich direkt beim Konkurrenten Amazon beginnen. Grund genug also, einmal mehr den Fragen nachzugehen: Verliert Google Marktanteile und wo finden Suchen im Internet überhaupt statt? Licht ins Dunkel bringt eine Studie der amerikanischen Datensammler von Jumpshot. SEO-Veteran Rand Fishkin hat deren Analyse von US-Clickstream-Daten, also Referrer-Daten auf Serverebene und anonymisierte Klickprotokolle aus Webapplikationen der Jahre 2015 bis 2018, interpretiert und ist dabei auf überraschende Erkenntnisse gestoßen. Entgegen dem vermuteten Trend wächst zwar die Summe von Suchanfragen auf Amazon, weil aber zugleich die Gesamtmenge aller Suchanfragen zugenommen hat, lag der Amazon Marktanteil über den gesamten Untersuchungszeitraum bei konstant rund 2,3 Prozent. Eine detaillierte Betrachtung der unterschiedlichen Google-Dienste, wie der Bildersuche oder Google Maps, zeigt, dass diese Spezialdienste aufgrund von Technik- und Designanpassungen Suchanfragen verlieren. Allerdings verschieben sich diese Suchen nur hin zur universellen Google Websuche. Das Unternehmen aus Mountain View ist also erfolgreich darin, unterschiedliche Services für Suchende auf Mobilgeräten und Desktop in seiner zentralen Suchergebnisseite zu integrieren. Googles Marktanteil hat sich daher auch zwischen 2015 und 2018 um 1,5 Punkte auf rund 90 Prozent steigern können, die Konkurrenz scheint komplett abgehängt. Wie bei Amazon hat sich der Such-Share von YouTube, Pinterest, Facebook und Twitter kaum verändert. Auch Microsofts Suchmaschine Bing und Yahoo haben trotz Zuwächsen an Suchanfragen keine Marktanteile gewinnen können. Fishkins Fazit fällt entsprechend pragmatisch aus: Die Suchmaschinenindustrie weise im Jahr 2018 einen hohen Reifegrad auf, in dem sich eine Handvoll starker Player erfolgreich am Markt etablieren konnten. Die Dominanz Googles wird aber auch auf Jahre hinaus nicht in Gefahr kommen, da alle Verfolger gleichermaßen von einem weiter dynamisch wachsenden Suchvolumen profitieren, so der SEO-Experte. Auch wenn der Riese aus Mountain View scheinbar unbeschädigt alle Datenskandale hinter sich lässt, die Tatsache, dass Amazon, Bing & Co. es schaffen, das Tempo des Marktführers erfolgreich mitzugehen, sei die wirklich wichtige Erkenntnis hinter den Jumpshot-Zahlen, so Fishkin. Diese Einschätzung deckt sich im Übrigen auch mit dem Phänomen, dass das Wachstum mobiler Suchanfragen nicht zu Lasten der klassischen Desktopsuchen geht. Vielmehr findet die mobile-Expansion auch als Wachstum statt, während Desktopsuchen auf unverändert hohem Niveau nicht an Relevanz verloren haben.

2) Google will wissen, was Sie letzten Sommer gekauft haben

Im wachsenden Segment der transaktionalen Shopping-Suchanfragen steht Googles Marktmacht auf tönernen Füßen. Zwar hat man in Mountain View erfolgreich Google Shopping als Vermittlungsplattform etablieren können, die gesamte Wertschöpfungskette inklusive des Bezahlvorgangs zu kontrollieren, blieb bislang bis auf zaghafte Vorstöße jedoch ein Wunschdenken. Genauer gesagt: Google weiß, was die Menschen suchen, aber nur Amazon weiß, was Millionen von Menschen wirklich kaufen. Doch das soll sich nun ändern. Mit einem in den USA gestarteten Feature namens „Google Shopping Actions“ kann für Produkte teilnehmender Einzelhändler eine Kaufoption direkt in den Google Suchergebnissen angezeigt werden. Das Feature richtet sich an Einzelhändler, die ihre Produkte über die Google Suche, den lokalen Lieferdienst Google Express und im Google Assistant auf Mobiltelefonen sowie Sprachassistenten verkaufen wollen. Anstatt auf andere Verkaufsplattformen wie Amazon ausweichen zu müssen, kann der Nutzer nun Produkte künftig direkt über Google beziehen. Mit den Google Shopping Actions werde der Einkauf vereinfacht und zentralisiert, so Google. Durch einen zentralen Warenkorb und einen Bezahlvorgang über den Google Account werde das Einkaufserlebnis für Nutzer der Suchmaschine einfach und sicher abgewickelt werden können, kündigte das Unternehmen an. Neben der klassischen Suche über das Google Suchfeld soll der Einkauf auch via Spracheingabe möglich sein, um so im Zeitalter der Sprachassistenten konkurrenzfähig zu sein und zu bleiben. Das mit einer direkten Shoppingfunktion auch Daten einer neuen Qualität in Mountain View gesammelt und individuellen Nutzern zugeordnet werden können, ist natürlich die andere Seite der Medaille.

3) Alexa und das Zeitalter der Verrohung

„Mama! Mach jetzt das Licht im Wohnzimmer an!“. Jedes Kind, das mit diesen Worten seinen Willen durchzusetzen versucht, wird wohl kläglich scheitern. Es ist ein fester Bestandteil der Erziehung, dass man einen Wunsch an eine andere Person höflich als Frage formuliert und das kleine Wörtchen „Bitte“ der mit Abstand wichtigste Teil jeder Willensäußerung zu sein hat. Aber diese eherne Gewissheit ist in Gefahr. Und das nicht aufgrund der vagen Vermutung, dass Kinder heutzutage keinen Anstand mehr von ihren Eltern vermittelt bekommen würden. Als viel stärkerer Katalysator könnte sich erweisen, dass der hochdigitalisierte Nachwuchs schon in jungen Jahren ein ganzes Arsenal willfähriger, widerspruchsloser Helfer und Assistenten kommandiert, die eben nicht mit verletzten Gefühlen oder Abweisung reagieren, wenn man sie im barschen Kommandoton auffordert, etwas sofort in die Tat umzusetzen. Im amerikanischen Magazin „Atlantic“ sorgt sich der Autor Ken Gordon um die Auswirkungen dieser Entwicklung auf kommende Generationen. Zwar seien präzise Kommandos zentraler Teil der Steuerung von Software, es mache aber einen großen Unterschied, ob diese still per Tastatur an ein System übermittelt würden, oder ob man einen vermenschlichten Maschinenassistenten mit Sprachbefehlen kommandiere, so Gordon. Die Gefahr bestehe, dass die Klaglosigkeit, mit der Alexa, Cortana, Siri & Co das Fehlen von „Bitte“ oder „Danke“ hinnähmen, einen emotionalen blinden Fleck in jungen Menschen hinterlassen könnte. Letztlich sei ein Sprachbefehl zwar nur eine andere Form von Programmierung, „die eigene Autorität sprachlich zu artikulieren, und das immer und immer wieder, kann sich auf Dauer aber als problematisch erweisen“, so Gordon. Noch ist es aber zu früh, um eine Prognose zu wagen, wie sich unser Miteinander verändern wird, wenn Künstliche Intelligenz und Roboter fester Bestandteil unserer Familien, Arbeitsteams und letztlich der Gesellschaft werden.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Internet World Business.

Das neue Jahr gönnt uns wirklich keine Verschnaufpause. Kaum hat sich der Silvesterrauch verzogen, können wir uns schon über den lang erwarteten Relaunch eines wichtigen Tools freuen. Wie wir bald mit unserer Lesebrille suchen und warum uns Sprachassistenten demnächst vielleicht auf die Nerven gehen, erfahren Sie in den SEO News für den Februar.

1) Hurra: Die neue Google Search Console ist da

Mit dem Jahreswechsel wurden die Postfächer vieler Webmaster, Inhouse SEOs und Agenturen landauf landab mit unzähligen Emails überschwemmt. Was auf den ersten Blick nach Spam aussah, entpuppte sich aber schnell als eine lang erwartete Botschaft aus Mountain View. Nach mehrmonatiger Testphase steht die neue Google Search Console jetzt nun allen Nutzern zur Verfügung. Offiziell zwar noch immer in der Beta-Phase, zeigt sich das ehemals „Webmaster Tools“ genannte Datenportal zum Monitoring der Performance einer Webseite in der organischen Suche im komplett überholten Design. Neben einem frischen Look aber bietet die Search Console auch echte Neuerungen, wie den Zugriff auf historische Daten aus 16 Monaten, statt wie bisher nur auf 90 Tage. Hinzu kommen neue Funktionen wie der Index Coverage Report, mit dem man die Performance einzelner URLs in der Suche besser nachvollziehen kann. Zwar fehlen einige grundlegende Funktionen noch, doch Google hat angekündigt, den Funktionsumfang der neuen Console im Lauf des Jahres noch einmal deutlich zu erweitern. Auch die API soll in diesem Zuge neue Funktionen erhalten. Dass sich der lang erwartete Rollout so lange hingezogen hat, liege vor allem daran, dass Google das Feedback der Betatester gesammelt und ausgewertet hat, so das Unternehmen. Man sei auch weiterhin am Input der Webmaster interessiert, die dazu aufgerufen sind, Ideen für nützliche Reports und Funktionalitäten bei Google einzureichen. Als SEO oder Webmaster sollte man diese Einladung nicht ungenutzt lassen, um eines der wichtigsten Werkzeuge der Branche weiter den sich wandelnden Bedürfnissen unserer Zeit anpassen zu können.

2) Voice Search Ranking: Neue Studie nennt erstmals Zahlen

Die britische Digitalagentur Roast hat in einer Studie den Zusammenhang zwischen Rankings auf klassischen Google Suchergebnissen und den Antworten des digitalen Sprachassistenten Google Home untersucht. Zu diesem Zweck wurden 616 Top-Suchbegriffe aus den Bereichen Medizin, Einzelhandel, Reise und Finanzen definiert, für welche im Vereinigten Königreich eine Antwortbox, das sogenannte Featured Snippet, als Suchergebnis angezeigt wird. Bei der automatisierten Abfrage dieser Suchbegriffe konnte der Google Home Sprachassistent auf rund 75 Prozent der Anfragen antworten, bei den restlichen 25 Prozent blieb Google sprachlos, obwohl in der Desktopsuche eine entsprechende Antwortbox existiert. Man könne allerdings keine Aussage treffen, von welchen Regeln die Ausgabe einer Antwort abhänge, so die Studie. Darüber hinaus stimmte bei knapp 20 Prozent der beantworteten Anfragen das Sprachergebnis nicht mit dem Featured Snippet auf dem Desktop überein. Für das Suchmarketing bedeuten diese Ergebnisse, dass der erfolgreiche Kampf um ein Featured Snippet-Ranking in der Desktopsuche noch lange keine entsprechende Hörbarkeit auf Google Home garantiert und für Suchanfragen nach lokalen Dienstleistungen die Pflege der Informationen im Google Mybusiness-Tool weiterhin unabdingbar ist.

3) Visuelle Suche auf dem Vormarsch

Während wir noch aufgeregt über die Auswirkungen von Voice Search für das digitale Marketing sprechen, eröffnet der Vormarsch der künstlichen Intelligenz schon wieder ganz neue Perspektiven. Mit neuen Apps wie „Google Lens“ oder „Pinterest Lens“ sowie erweiterten Funktionen von Microsofts Suchmaschine Bing, beschreiten wir das Zeitalter der visuellen Suche. Schon seit den frühen Tagen von Google konnte man mit Hilfe von Keywords nach Bildern suchen, später folgte dann die Reverse-Suche nach Bilddateien mit Hilfe strukturierter Daten. Im bevorstehenden Schritt der visuellen Suche erkennt eine künstliche Intelligenz den Inhalt von Fotos oder nur Bildausschnitten ganz ohne Kontext und kann nicht nur ähnliche Aufnahmen als Ergebnis liefern, sondern auch umfangreiche Informationen zu den Eigenschaften des abgebildeten Objekts. Für den Bereich e-Commerce bedeutet dies einen neuen Einstiegspunkt im Verlauf der Customer Journey. Informationssuche und Kaufentscheidungen können schnell und intuitiv durchgeführt werden. Der Zwang, die eigene Suchintention in eine geschriebene oder gesprochene Suchphrase zu übersetzen, entfällt, die Ergebnisse werden unmittelbar im augmentierten Bild ausgespielt. Für die Suchmaschinenoptimierung bedeutet diese Entwicklung, dass die Bereitstellung von Produktinformationen über automatisierte Datenfeeds und Datenbanken noch wichtiger wird. Nur so liegen jederzeit passende Informationen in den Suchsystemen vor, die ein solches Push-Paradigma erfolgreich bedienen können. Die übertragenen Inhalte, visuell wie textlich, müssen auf Qualität und Relevanz optimiert und als strukturierte Daten ausgezeichnet sein, um im Wettbewerb der Daten bestehen zu können. Die Integration der visuellen Suche in Kameras, Browsern und Apps wird sich schnell vollziehen und den Übergang von Onpage- zur Datenoptimierung weiter beschleunigen.

4) Alexa bekommt eine eigene Meinung

Wir wissen inzwischen, dass digitale Sprachassistenten wie Alexa oder Siri weibliche Stimmen haben, da Studien belegen, dass sowohl Männer als auch Frauen dem weiblichen Ausdruck mehr Vertrauen entgegenbringen als männlichen Stimmen. Aber abseits vom faktenbasierten Frage-Antwort-Spiel ist es bislang nicht möglich eine Konversation mit den Voice-Assistentinnen zu führen. Dies soll sich nach dem Willen von Amazon nun ändern. Laut Techcrunch soll Alexa eine eigene Meinung erhalten und diese auch selbstbewusst im Gespräch mit ihrem Nutzer vertreten. Als Beispiel nennt das Unternehmen Aussagen zu Filmen im hauseigenen Videoangebot. Wie einst der seltsame Typ am Tresen der Videothek (die älteren Leser werden sich erinnern), soll Alexa zukünftig den Nutzer auf der Suche nach der richtigen Feierabendgestaltung in ein Gespräch verwickeln können, welches auf nicht von Menschen kuratierten Inhalten basieren soll. Stattdessen soll die künstliche Intelligenz des Sprachassistenten den nötigen Anteil Haltung und Humor selbstständig generieren, der für eine menschlich anmutende und marktgerechte Unterhaltung in all ihren Nuancen unabdingbar ist. Von dieser Strategie verspreche sich Amazon auch einen Vorteil gegenüber dem Konkurrenten Google, welcher in Bezug auf Informationen und Fakten auf einen ungleich größeren Datensatz zurückgreifen könne, so ein Sprecher des Unternehmens. So erklärt Alexa bereits heute die US-Biermarke Budweiser zu ihrem Lieblingsgetränk. Doch bei allem Humor wird die Fähigkeit einer Maschine zur natürlichen Konversation mit einem Menschen die Zukunft des Suchmarketings entscheidender prägen und verändern als jeder Technologiesprung, den wir bislang erleben durften.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Internet World Business.

Voice Interfaces sind keinesfalls neu. Siri ist schon seit 2011 am Markt. Genährt durch die stark sichtbare Amazon Echo Werbung ist das Thema aber so aktuell wie noch nie. Auch die Konkurrenten sind in diesem Feld stark aktiv. Google mit Assistant, Microsoft mit Cortana und Facebook mit ihrem Messenger M buhlen um die Gunst der Nutzer. In der Folge werden graphische Interfaces zunehmend ersetzt werden oder nur in der Kombination mit Voice Interfaces verwendet werden, denn die Sprache ist die einfachste und geübteste Kommunikationsform und das schon seit Jahrtausenden.