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SEO News

Der Sommer ist nun endgültig da, die Nächte sind lang und das gibt uns genug Zeit dafür, uns mit den grundsätzlichen Fragen des Lebens zu beschäftigen. Daher geht es in den SEO News des Monats Juli nicht nur um bevorstehende Google-Updates sondern auch um das Quiz der Erkenntnis und die zukünftige Hackordnung auf unserem Planeten.

1) Schnell und sicher zu guten Rankings

Wieder einmal ist Google am Komfort und der Sicherheit der Internetnutzer gelegen. Die Firma, welche nach eigenen Angaben niemals böse sein will, bringt im Juli gleich zwei Updates auf die Straße, von deren Auswirkungen Internetnutzer und Webseitenbetreiber gleichermaßen profitieren sollen. Beide Änderungen sind seit langem angekündigt und in Teilen bereits umgesetzt. In einem ersten Schritt wird die Ladegeschwindigkeit von mobilen Seiten zum offiziellen Rankingfaktor. Bereits in den ersten zehn Grundregeln von Google zur Qualität einer Seite wurde die Ladegeschwindigkeit als Qualitätskriterium gelistet. Es hat nur sehr lange gedauert, bis daraus nun wirklich ein Ranking Faktor wurde. Damals war der Schritt auf Grundlage von Studien erfolgt, wonach sich langsame Webseiten direkt auf deren Clickthrough- und Konversionsraten auswirken. Auch auf den Veranstaltungen der Search-Konferenzsaison 2018 wurde das Argument der Geschwindigkeit von Google-Vertretern wie ein Mantra wiederholt. Mit der sukzessiven Einführung des Mobile First Index (wir berichteten), wird dieser Schritt nun auch für den mobilen Bereich offiziell nachgeholt. Webseitenbetreiber sollten ihre Domains mit den hauseigenen Tools „Page Speed Report“ und „LightHouse“ analysieren und entsprechende Maßnahmen für mobile Webseiten umsetzen, so Google. Neben dem Speed Update macht Google im Juli auch Ernst mit seiner Ankündigung, Webseiten im Chrome Browser als unsicher („non-secure“) zu markieren, welche zum Stichtag nicht auf das verschlüsselte HTTPS-Protokoll umgestellt wurden. Auch dieser Schritt markiert den Endpunkt einer Kampagne, die bereits vor mehr als zwei Jahren begonnen hatte. 2016 hatte Google bereits mit einem kleinen Ranking-Boost für gesicherte Webseiten mit der Aufklärungsarbeit begonnen. Diese war nach eigenen Angaben von Erfolg gekrönt. So wird nach Angaben des Unternehmens mittlerweile rund 68 Prozent des gesamten Traffics im Chrome Browser auf Android und Windows über HTTPS vermittelt. Ein Wert, welcher sicher noch steigerungsfähig ist. Dass Google seine Marktmacht zur Umsetzung technischer Standards mit dem Ziel der Verbesserung der Nutzererfahrung einsetzt ist ein richtiger Schritt. Erst vor dem Hintergrund drohender Traffic- oder Umsatzverluste war so manches Unternehmen bereit, in schnellere Technologie oder sichere Lizenzen zu investieren. Um für zukünftige Entwicklungen gerüstet zu sein, sollte man neue Technologien wie AMP (Accelerated Mobile Pages), mobile Checkoutprozesse, oder Frameworks mit Prerendering zum Vorladen von Inhalten im Auge behalten. Diese Neuerungen können dabei helfen, vor allem die Wahrnehmung der Ladegeschwindigkeit beim User über alle Plattformen hinweg zu verbessern.

2) Das ganze Leben ist ein Quiz

Jetzt wird es kompliziert für alle, die in Mathematik nicht aufgepasst haben. Die späte Erkenntnis, in der Schule zwischen Integralrechnung und Stochastik irgendwann den Faden verloren zu haben, rächt sich im Zeitalter der Algorithmen. Erst recht, für Menschen im Berufsfeld des Online Marketings. Banal gesagt ist so ein Algorithmus lediglich eine wohl geordnete Kette von Entscheidungen zur strukturierten Lösung eines Problems. Die entscheidende Neuerung der letzten Jahre ist das Erscheinen der künstlichen Intelligenz und des Maschinellen Lernens. Heutzutage werden die einzelnen Glieder der Algorithmuskette nicht mehr von Menschen, sondern von Programmen zusammengefügt. Stellt man einer Suchmaschine eine Frage, so wird diese Information entgegengenommen, mittels semantischer Analysen ihr zentrales Informationsobjekt (Entität) und ihre Intention ermittelt, sowie das empirisch passendste Ergebnis (Ranking) im richtigen Kontext (z.B. lokal und mobil) zurückgegeben. Eine Gruppe von sieben Google-Ingenieuren hat auf der ICLR-Konferenz in Vancouver nun ein Forschungsprojekt vorgestellt, in welchem das Frage-Antwort-Prinzip auf den Kopf gestellt wird. Die Forscher nutzten dafür Aufgaben aus der beliebten US-Quizshow „Jeopardy“. In dieser Show müssen die Kandidaten seit 1964 die richtigen Fragen auf komplexe Antworten finden. In ihrer Studie nutzten die Google-Ingenieure dem Umstand, dass bei Jeopardy-Aufgaben Informationsdefizite und Unsicherheiten bestehen, welche erst durch die Formulierung der passenden Frage aufgelöst werden können. Die Frage muss also so lange angepasst werden, bis die vorgegebenen Informationen in ihrer Kombination und ihrem Kontext Sinn machen. Das menschliche Gehirn leistet diese Arbeit in Sekundenschnelle und kann dabei auf einen umfangreichen Satz an intellektuellen und sozialen Hilfsmitteln zurückgreifen. Stellt man aber einer Suchmaschine eine Jeopardy-Frage, wie beispielsweise: „Wie die Bibel war diese islamische Schrift zwischen 1926 und 1956 in der Sowjetunion verboten“, so erhält man keine passende Antwort. Google liefert einen Wikipedia Eintrag über die Sowjetunion, hat also diesen Suchbegriff als Entität, als zentrales Informationsobjekt erkannt, und greift damit zu kurz. Microsofts Suchmaschine Bing kommt der aus menschlicher Sicht naheliegenden Antwort „Was ist der Koran?“ ein wenig näher, kann aber auch kein zufriedenstellendes Ergebnis liefern. An dem kleinen Trick mit den Jeopoardy-Fragen erkennt man, was den Suchmaschinen bis heute die größten Kopfschmerzen bereitet, obwohl es als Qualitätsmerkmal moderner Suchsysteme vermarktet wird: Das präzise Erkennen der Intention des Suchenden. Was SEOs in Unternehmen und Agenturen aufwändig erarbeiten, soll seitens der Suchmaschinen zuverlässig automatisiert werden. Zu diesem Zweck wurde von den Google-Forschern ein System maschinellen Lernens entwickelt, welches mögliche Antworten auf die Jeopardy-Frage in vielen unterschiedlichen Versionen reformuliert, bevor diese an den eigentlichen Kernalgoritmus weitergegeben werden. Die erhaltenen Antworten werden in einem zweiten Schritt aggregiert und mit den Ausgangsfragen abgeglichen. Erst nach diesen zwei Zwischenschritten wird ein Ergebnis präsentiert. Der selbstlernende Algorithmus erhielt im Anschluss die Auflösung, ob seine Antwort richtig oder falsch war. Mit dieser Methode und einem großen Datensatz wurde das KI-System in der Folge trainiert. Das Ergebnis der Trainings war, dass das System gelernt hatte selbstständig vielschichtige Fragen zu bekannten Antworten zu ERSTELLEN. Dieser Meilenstein geht weit darüber hinaus, die durch den Einfluss von Voice und Visual Search immer komplexeren Suchanfragen nur zu VERSTEHEN. Obwohl diese Studie von Google durchgeführt wurde, kann man davon ausgehen, dass auch Microsoft, Yandex und Baidu an entsprechenden Technologien arbeiten, die Erkenntnis der Dinge weiter zu automatisieren und in nicht allzu ferner Zukunft komplexe Inhalte automatisiert und individualisiert zu erstellen. Welche Auswirkungen dies für die Vielfalt und Transparenz im Netz hat, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht abschätzen.

3) Google Assistant gibt den Ton an

Passend zum Thema der automatischen Inhaltserstellung gibt es auch noch ein Update zu Googles unheimlicher Präsentation zweier Telefonate zwischen dem Google Assistant und der arbeitenden Bevölkerung. Im Mai hatte der Suchmaschinenriese aus Mountain View auf seiner Entwicklerkonferenz „IO“ ein Video präsentiert, ein welchem eine KI-Erweiterung des Google Assistant namens „Duplex“ selbstständig und menschliches Sprachverhalten perfekt imitierend, Reservierungen in einem Friseursalon und einem Restaurant beauftragt hat. Die menschlichen Gesprächspartner waren während der Unterhaltung offensichtlich nicht in der Lage zu erkennen, dass sie in der Ausübung ihrer Tätigkeit gerade mit einer Maschine interagierten. Die enge Zusammenarbeit mit Robotern und künstlichen Systemen ist die für Industriearbeiter der westlichen Welt schon lange nichts Neues mehr. Nun kommt diese Entwicklung aber auch in der Dienstleistungsgesellschaft und damit in unserem Alltag an. Das Google-Szenario wirkte auf den ersten Blick verblüffend und überzeugend. Mit dem leichten Schauder des Unheimlichen stellten sich aber zugleich auch einige drängende Fragen. Vor allem der Umstand, dass sich Duplex gegenüber den menschlichen Gesprächspartnern nicht als Maschine identifiziert hatte, wurde kontrovers diskutiert. Nun hat Google reagiert und ein neues Video veröffentlicht, in dem sich der Google Assistant zu Beginn des Gesprächs zu erkennen gibt, und ähnlich wie eine Bandansage im Callcenter die Aufzeichnung des Telefonats zur Qualitätssicherung ankündigt. Mit einigem Abstand aber muss man sich fragen, ob dieses Entgegenkommen der künstlichen Intelligenz nicht völlig überflüssig ist. Den Anweisungen des Google Assistant folgt der Restaurantmitarbeiter im Video dann auch brav, ganz als ob er mit einem Menschen sprechen würde, es besteht kein Unterschied. Im Search Marketing versuchen wir, die Intentionen von Zielgruppen und Konsumenten in den von Suchmaschinen erzeugten Inhalten (Ergebnisseiten) im Sinne des eigenen Interesses zu reflektieren. Im Voice Search kommandieren wir eine Maschine mit Befehlen und werden erst einigen Jahren erfahren, wie uns das verändern wird. Und im Google-Zukunftsszenario einer unsichtbaren, allgegenwärtigen Orientierungs-, Lösungs- und Komfortmaschinerie ist der Mensch Objekt und Subjekt der Technologie zugleich. Mit seinen Daten hat er das System geschaffen, gefüttert und trainiert, dann durfte er sich kurz als dessen Herrscher fühlen. Ob wir jedoch noch merken werden, wann es kippt, ob wir den Zeitpunkt der Auslieferung erkennen werden, dass kann und muss nach Lage der Dinge ernsthaft bezweifelt werden.

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SEO News

Wer denkt, die SEO-News im Juni würden sich nur mit den Auswirkungen von Googles Mobile Index beschäftigen, der irrt. Hier warten wir lieber noch ein wenig ab. Zum Start des Sommers beschäftigen wir uns daher mit der Rückkehr eines mächtigen Tools, den Voraussetzungen für gute SEO-Arbeit und einer Branche in der Fake-News-Falle.

1) Die Rückkehr der Google Bildersuche

Der Bildersturm ist abgeblasen. Nach einer langen juristischen Auseinandersetzung mit der Bildagentur Getty Images hat die Suchmaschine Google entscheidende Veränderungen an seiner populären Bildersuche vorgenommen. Wie positiv sich diese Änderungen auf Websitebetreiber ausgewirkt haben, zeigt eine Studie des amerikanischen Search-Experten Anthony Mueller. Doch von Anfang an. Im Januar 2013 änderte Google die Funktionalität seiner Bildersuche dahingehend, dass sich jeder Nutzer die gefundene Bilddatei direkt anschauen und herunterladen konnte. Entscheidend war dabei, dass die Datei auf Servern der Suchmaschine zwischengespeichert wurde und der Nutzer mit Hilfe des „View Image“-Buttons auf diese Datei zugreifen konnten. Als Konsequenz kam es kaum mehr zu Klicks auf die Seiten von Inhaltsanbietern und Rechteinhabern, der organische Traffic aus der Bildersuche brach teilweise um mehr als 70 Prozent ein. Besonders kritisch war diese Entwicklung für Webseiten, die sich wie beispielsweise bei Mode- oder Möbelhändlern auf das visuell geprägte Feld der Inspiration fokussieren, und mit großem Aufwand zur eine Optimierung ihrer Bildinhalte betrieben hatten. Gerade für E-Commerce-Betreiber brach nicht nur der Traffic sondern auch der Umsatz ein. Drei Jahre später reichte die traditionsreiche Bildagentur Getty Images eine Wettbewerbsklage bei der Europäischen Kommission ein, „Old Europe“ sollte es mal wieder regeln, so schien es. Das Vorgehen von Getty sollte von Erfolg gekrönt sein und so verschwand der „View Image“-Button Anfang 2018 aus der Google Bildersuche. Der interessierte Nutzer muss also die Originalseite besuchen, um auf die Originaldatei zuzugreifen. Aus diesem Grund hat der gut vernetzte Search-Experte Mueller bei rund 60 großen Unternehmen weltweit angefragt, ob sie ein knappes halbes Jahr nach der Umstellung bereits Auswirkungen in ihrem Website-Traffic erkennen können. Das Ergebnis: Im Schnitt sind die Besuche aus der Google-Bildersuche um 37 Prozent gestiegen. Während der Datenlage zufolge Impressions und Rankingpositionen in der Bildersuche relativ stabil geblieben sind, hat sich der Clickthrough bei allen befragten Unternehmen dramatisch erhöht. Auch Conversions aus der Bildersuche sind laut der Studie um rund 10 Prozent gestiegen. Natürlich kann der geschulte User noch immer auf andere Suchmaschinen wie Microsofts „Bing“ oder „Duck Duck Go“ ausweichen. Beide Suchmaschinen hatten den direkten Zugriff auf Bilddateien nie abgeschafft. Aufgrund von Googles Marktmacht sei aber jetzt genau der richtige Zeitpunkt, die Optimierung von Bildinhalten neu zu priorisieren um das neue Wachstumspotential auszuschöpfen, so der Autor. Derzeit stellt die Textsuche noch die dominante Methode zur Informationsbeschaffung dar. Insbesondere im Einzelhandel aber zeichnet sich ein Paradigmenwechsel zur visuellen Suche ab.

2) Erfolgreicher Arbeiten mit smarten SEO-Zielen

Dank des Internets sind Kontakte und Wirkung von Werbung heute so messbar wie nie zuvor in der Geschichte. Die digitale Revolution der Werbung steckt zwar nicht mehr in den Kinderschuhen, am Ende ihrer Entwicklung ist sie aber auch noch lange nicht angekommen. Für digitale Kampagnen ist es ein Leichtes, passende Kennzahlen zur Wirkungs- und Erfolgsmessung zu definieren und technisch keine besondere Herausforderung, entsprechende Kampagnendaten auch zu erhalten. Im Bereich der Suchmaschinenoptimierung stellt sich die Definition von Zielen nicht ganz so einfach dar. So bietet Google für die organische Suche schon seit vielen Jahren keine Performancedaten auf Keyword-Ebene mehr an. Marketingverantwortliche und SEO-Experten stehen daher immer wieder vor der Herausforderung, ein SEO KPI-Konzept zu entwerfen, welches den Optimierungserfolg sichtbar macht und damit vor allem das Buy-In der Budgetverantwortlichen eines Unternehmens für professionelle SEO-Arbeit sichert. Search-Guru Rand Fishkin hat daher ein paar Regeln zur Zielformulierung von SEO-Maßnahmen zusammengestellt, die für Werbetreibende und Unternehmen gleichermaßen interessant sind. Der Kernsatz ist laut Fishkin, dass man die Unternehmensziele an den Anfang eines SEO-Konzeptes stellen muss. Diese übergeordneten, meist monetären Erwartungen bricht man in einem zweiten Schritt auf Marketingziele herunter, z.B. indem man Anforderungen an unterschiedliche Kommunikationskanäle entlang der Customer Journey definiert. Erst an diesem Punkt kommen eigentliche SEO-Ziele ins Blickfeld, die sich in einem letzten Schritt mit Hilfe von nur sechs Metriken abbilden lassen. Diese KPIs sind Rankingpositionen, Besucher aus der organischen Suche (unterteilt in Markensuchen und generische Suchintentionen), die Repräsentation des Unternehmens mit verschiedenen Treffern auf der Ergebnisseite eines Suchbegriffs, Suchvolumen, Linkqualität- und –anzahl, sowie direkter Traffic über Linkreferrals. Sein Konzept testet Fishkin an zwei unterschiedlichen Kundenbeispielen durch. Ein reiner online Schuhversender hat beispielsweise ein recht simples Unternehmensziel, z.B. die Umsätze in der Kernzielgruppe um 30 Prozent zu steigern. Im Marketingplan würde dann festgelegt, dieses Wachstum aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit von Conversions am Ende der Customer Journey zu generieren, so Fishkin. Ein daraus abgeleitetes SEO-Ziel kann als Wachstum des organischen Traffic um 70 Prozent definiert werden. Um dieses Ziel zu erreichen werden dann umsetzbare SEO-Maßnahmen ergriffen und durchgeführt. Dagegen stellt Fishkin ein Beispiel für lokales SEO ohne einen Bezug zu E-Commerce, in welchem ein Theater mehr Besucher aus dem nahen Umland anziehen möchte. In einem Marketingplan würde man nun die Regionen definieren, in denen man das Zielpublikum ansprechen möchte. Der SEO-Plan würde in diesem Fall den Aufbau von lokalen Landingpages, die Nutzung von Theaterkritiken und Blogs sowie weitere inhaltlich und lokal getriebene Maßnahmen umfassen. Der Vorteil einer solchen Top-Down Herangehensweise liegt in der Ausrichtung einzelner, oft schwer fassbarerer SEO-Maßnahmen an den großen Richtlinien im Unternehmen. Mehr Wertschätzung und schnellere Umsetzung für die mühevolle SEO-Arbeit seien der Lohn, so Fishkin.

3) Fake News bedrohen die Existenz der SEO-Branche

Haben Sie jetzt auch einen Schreck bekommen beim Lesen der Überschrift? Gut, denn ihre Aufmerksamkeit zu erlangen, war genau das Ziel der plakativ überspitzten Formulierung. Gewiss, solche reißerischen Überschriften liest man auf SEO-Blogs selten, aber die Konkurrenz der Informationen macht auch vor der Search-Branche nicht halt. Obwohl im Jahresturnus totgesagt („SEO is dead!“), entwickeln sich Angebot und Nachfrage nach Optimierungsdienstleistungen seit über 15 Jahren stetig positiv. Einen großen Anteil daran hat sicherlich die intensive Veröffentlichungstätigkeit der Protagonisten. Aus dem Hobby Einzelner entwickelten sich mit der Zeit zuerst spezialisierte Agenturen, bevor die Suchmaschinenoptimierung dann ihren Weg auch in Inhouse-Teams von Unternehmen fand. Auf diesem Weg wurde permanent getestet, ausprobiert und verglichen, das SEO-Wissen konstant erweitert, und vor allem wurde darüber geschrieben. SEO-Blogs dienen also zum einen als unerschöpfliche Quelle für Informationen, quasi ein globaler SEO-Erfahrungsschatz, die Basis des Erfolgs. Zum anderen sind Artikel zu Search-Themen auch Eigenwerbung und Kundenakquise für Dienstleister und Agenturen. John Müller, bekannter Senior Webmaster Trends Analyst bei Google, hat nun Kritik an einigen SEO-Blogs geübt. Manche würden Meldungen als Click-Bait nutzen. Ausgangspunkt dafür war ein Bericht über einen angeblichen Fehler in einem SEO-Plugin für WordPress. Im Zuge der Diskussion über das Tool wurden auf einigen SEO-Seiten Informationen verkürzt dargestellt und wichtige Stellungnahmen von Google durch John Müller nicht weitergegeben. Dieser forderte nun, dass Artikel zu komplexen Search-Themen alle Perspektiven beleuchten sollten. Es gehe darum, mit ausgewogener Berichterstattung einen langfristigen Wert zu schaffen. Der Versuchung, kurzfristig Klicks erzielen zu wollen, solle man nicht erliegen. Ziel müsse es sein, Wissen zu vermitteln, so Müller. Es wird deutlich, dass sich die Search-Szene selbst den Gesetzen der digitalen Aufmerksamkeit nicht entziehen kann. Geschwindigkeit scheint eine eigene Währung darzustellen und es wird angenommen, dass der Leser im Netz keine Zeit für die Auseinandersetzung mit Details mehr hat. Die eigenen Methoden gefährden damit auch den kollektiven Erfahrungsschatz der Branche. In einer sich immer komplexer entwickelnden Search-Welt darf man gerade den Blick für Details nicht aus den Augen verlieren und muss sich die Zeit für eine gründliche Aufarbeitung der Themen nehmen. Das beispielsweise russische Troll-Farmen mit aktiver SEO-Arbeit die Existenz unserer Demokratie bedrohen, ist ein Thema, welches noch auf seine gründliche Aufarbeitung wartet.

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SEO News

Der Frühling ist nun endgültig ausgebrochen und treibt selbst den hartgesottensten Online Marketeer in die Sonne vor die Tür. Klar, dass man dabei wichtige Trends und Entwicklungen verpassen könnte. Daher haben wir die wichtigsten SEO-News für den Mai zusammengefasst. Diesmal betrachten wir die Entwicklung des Suchmarktes, Googles Angriff auf den E-Commerce und mögliche Schattenseiten der Sprachassistenten auf unser Verhalten.

1) Der Markt für Suchmaschinen wird erwachsen

Die Dominanz von Google im Suchmarkt in Frage zu stellen, ist gerade mal wieder schwer angesagt. Der Facebook-Datenschutz-Skandal lässt viele Kritiker des Systems Google hoffen, dass so langsam ein etwas größerer Teil der Onlinegemeinde erkennt, dass „gratis“ im Internet eben nicht „umsonst“ bedeutet, und in der Konsequenz die Nutzerzahlen der Suchmaschine aus Mountain View zumindest nicht mehr weiterwachsen. Unterstützt werden kann diese Vermutung durch den Trend, dass viele Nutzer ihre Shopping-Suche lieber gleich direkt beim Konkurrenten Amazon beginnen. Grund genug also, einmal mehr den Fragen nachzugehen: Verliert Google Marktanteile und wo finden Suchen im Internet überhaupt statt? Licht ins Dunkel bringt eine Studie der amerikanischen Datensammler von Jumpshot. SEO-Veteran Rand Fishkin hat deren Analyse von US-Clickstream-Daten, also Referrer-Daten auf Serverebene und anonymisierte Klickprotokolle aus Webapplikationen der Jahre 2015 bis 2018, interpretiert und ist dabei auf überraschende Erkenntnisse gestoßen. Entgegen dem vermuteten Trend wächst zwar die Summe von Suchanfragen auf Amazon, weil aber zugleich die Gesamtmenge aller Suchanfragen zugenommen hat, lag der Amazon Marktanteil über den gesamten Untersuchungszeitraum bei konstant rund 2,3 Prozent. Eine detaillierte Betrachtung der unterschiedlichen Google-Dienste, wie der Bildersuche oder Google Maps, zeigt, dass diese Spezialdienste aufgrund von Technik- und Designanpassungen Suchanfragen verlieren. Allerdings verschieben sich diese Suchen nur hin zur universellen Google Websuche. Das Unternehmen aus Mountain View ist also erfolgreich darin, unterschiedliche Services für Suchende auf Mobilgeräten und Desktop in seiner zentralen Suchergebnisseite zu integrieren. Googles Marktanteil hat sich daher auch zwischen 2015 und 2018 um 1,5 Punkte auf rund 90 Prozent steigern können, die Konkurrenz scheint komplett abgehängt. Wie bei Amazon hat sich der Such-Share von YouTube, Pinterest, Facebook und Twitter kaum verändert. Auch Microsofts Suchmaschine Bing und Yahoo haben trotz Zuwächsen an Suchanfragen keine Marktanteile gewinnen können. Fishkins Fazit fällt entsprechend pragmatisch aus: Die Suchmaschinenindustrie weise im Jahr 2018 einen hohen Reifegrad auf, in dem sich eine Handvoll starker Player erfolgreich am Markt etablieren konnten. Die Dominanz Googles wird aber auch auf Jahre hinaus nicht in Gefahr kommen, da alle Verfolger gleichermaßen von einem weiter dynamisch wachsenden Suchvolumen profitieren, so der SEO-Experte. Auch wenn der Riese aus Mountain View scheinbar unbeschädigt alle Datenskandale hinter sich lässt, die Tatsache, dass Amazon, Bing & Co. es schaffen, das Tempo des Marktführers erfolgreich mitzugehen, sei die wirklich wichtige Erkenntnis hinter den Jumpshot-Zahlen, so Fishkin. Diese Einschätzung deckt sich im Übrigen auch mit dem Phänomen, dass das Wachstum mobiler Suchanfragen nicht zu Lasten der klassischen Desktopsuchen geht. Vielmehr findet die mobile-Expansion auch als Wachstum statt, während Desktopsuchen auf unverändert hohem Niveau nicht an Relevanz verloren haben.

2) Google will wissen, was Sie letzten Sommer gekauft haben

Im wachsenden Segment der transaktionalen Shopping-Suchanfragen steht Googles Marktmacht auf tönernen Füßen. Zwar hat man in Mountain View erfolgreich Google Shopping als Vermittlungsplattform etablieren können, die gesamte Wertschöpfungskette inklusive des Bezahlvorgangs zu kontrollieren, blieb bislang bis auf zaghafte Vorstöße jedoch ein Wunschdenken. Genauer gesagt: Google weiß, was die Menschen suchen, aber nur Amazon weiß, was Millionen von Menschen wirklich kaufen. Doch das soll sich nun ändern. Mit einem in den USA gestarteten Feature namens „Google Shopping Actions“ kann für Produkte teilnehmender Einzelhändler eine Kaufoption direkt in den Google Suchergebnissen angezeigt werden. Das Feature richtet sich an Einzelhändler, die ihre Produkte über die Google Suche, den lokalen Lieferdienst Google Express und im Google Assistant auf Mobiltelefonen sowie Sprachassistenten verkaufen wollen. Anstatt auf andere Verkaufsplattformen wie Amazon ausweichen zu müssen, kann der Nutzer nun Produkte künftig direkt über Google beziehen. Mit den Google Shopping Actions werde der Einkauf vereinfacht und zentralisiert, so Google. Durch einen zentralen Warenkorb und einen Bezahlvorgang über den Google Account werde das Einkaufserlebnis für Nutzer der Suchmaschine einfach und sicher abgewickelt werden können, kündigte das Unternehmen an. Neben der klassischen Suche über das Google Suchfeld soll der Einkauf auch via Spracheingabe möglich sein, um so im Zeitalter der Sprachassistenten konkurrenzfähig zu sein und zu bleiben. Das mit einer direkten Shoppingfunktion auch Daten einer neuen Qualität in Mountain View gesammelt und individuellen Nutzern zugeordnet werden können, ist natürlich die andere Seite der Medaille.

3) Alexa und das Zeitalter der Verrohung

„Mama! Mach jetzt das Licht im Wohnzimmer an!“. Jedes Kind, das mit diesen Worten seinen Willen durchzusetzen versucht, wird wohl kläglich scheitern. Es ist ein fester Bestandteil der Erziehung, dass man einen Wunsch an eine andere Person höflich als Frage formuliert und das kleine Wörtchen „Bitte“ der mit Abstand wichtigste Teil jeder Willensäußerung zu sein hat. Aber diese eherne Gewissheit ist in Gefahr. Und das nicht aufgrund der vagen Vermutung, dass Kinder heutzutage keinen Anstand mehr von ihren Eltern vermittelt bekommen würden. Als viel stärkerer Katalysator könnte sich erweisen, dass der hochdigitalisierte Nachwuchs schon in jungen Jahren ein ganzes Arsenal willfähriger, widerspruchsloser Helfer und Assistenten kommandiert, die eben nicht mit verletzten Gefühlen oder Abweisung reagieren, wenn man sie im barschen Kommandoton auffordert, etwas sofort in die Tat umzusetzen. Im amerikanischen Magazin „Atlantic“ sorgt sich der Autor Ken Gordon um die Auswirkungen dieser Entwicklung auf kommende Generationen. Zwar seien präzise Kommandos zentraler Teil der Steuerung von Software, es mache aber einen großen Unterschied, ob diese still per Tastatur an ein System übermittelt würden, oder ob man einen vermenschlichten Maschinenassistenten mit Sprachbefehlen kommandiere, so Gordon. Die Gefahr bestehe, dass die Klaglosigkeit, mit der Alexa, Cortana, Siri & Co das Fehlen von „Bitte“ oder „Danke“ hinnähmen, einen emotionalen blinden Fleck in jungen Menschen hinterlassen könnte. Letztlich sei ein Sprachbefehl zwar nur eine andere Form von Programmierung, „die eigene Autorität sprachlich zu artikulieren, und das immer und immer wieder, kann sich auf Dauer aber als problematisch erweisen“, so Gordon. Noch ist es aber zu früh, um eine Prognose zu wagen, wie sich unser Miteinander verändern wird, wenn Künstliche Intelligenz und Roboter fester Bestandteil unserer Familien, Arbeitsteams und letztlich der Gesellschaft werden.

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SEO News

Der Osterhase hat uns 2018 den lang erwarteten Mobile-First-Index von Google gebracht. Nun gilt es abzuwarten und zu schauen, welche Konsequenzen sich für die Optimierung digitaler Assets daraus ergeben. Man wird also mit Sicherheit noch viel zu diesem Thema hören. In der Zwischenzeit geht es in den SEO-News für April um kurze Klicks, den Geschwindigkeitswettlauf im E-Commerce und einen neuen (Search-) Blick auf die Welt.

1) Google bietet Abkürzung für Suchende

Der Mensch an sich ist faul, das ist keine besonders neue Erkenntnis. Nur bei der Suche im Internet legt der Homo Sapiens eine besonders hartnäckige Emsigkeit an den Tag. Dass nämlich eine Suchabfrage unmittelbar zu einem befriedigenden Ergebnis führt ist keinesfalls die Regel. Im Durschnitt kehrt der Suchende fünf Mal zur Suchergebnisseite zurück, um entweder seinen Suchbegriff zu verfeinern, oder ein anderes Ergebnis aufzurufen. Diese Klicks zurück zu den Ergebnissen von Google oder Bing werden „Short Clicks“ genannt. Wenn man so will, ist es die vornehmste Aufgabe der Suchmaschinenoptimierung, genau diese Short Clicks überflüssig zu machen, indem man die Inhalte von Webseiten bestmöglich auf die Intentionen der Suchenden abstimmt. Auch Google will die Sucherfahrung seiner Nutzer verbessern und beschleunigen und hat nun ein Feature ausgerollt, das schon seit einiger Zeit auf mobilen Geräten und in den USA getestet worden ist. Kehrt man mit einem Short Click auf Google zurück, so öffnet sich unter dem ersten Suchergebnis eine Box mit der Überschrift “Andere suchten auch nach”. Diese Box enthält eine Liste von Links mit ähnlichen Suchanfragen, die sich deutlich von der bestehenden Liste alternativer Suchanfragen am Ende der Suchergebnisseite unterscheidet. Der globale Rollout der Short Click-Box zeigt, dass Google das Phänomen unzufriedener Suchender ernst nimmt und darauf reagiert. Es ist ein weiterer Hinweis in die Richtung, dass Short Clicks als negatives Nutzersignal herangezogen werden. Die Suchmaschinenoptimierung muss daher weiterhin versuchen, den Short Click überflüssig und das Leben für Suchende noch ein wenig einfacher zu machen.

2) Geschwindigkeit zählt im Rennen um die E-Commerce-Krone

Es ist Frühjahr und die Konferenzsaison der Branche läuft auf Hochtouren. Vergleicht man die Top Themen der internationalen Branchen-Leitmesse „Search Marketing Expo“ (SMX) in Nordamerika und Europa, so fällt auf, dass das Thema Accelerated Mobile Pages (AMP) in den USA einen deutlich größeren Stellenwert einnimmt, als in unseren Gefilden. Jenseits des Atlantiks setzen Websitebetreiber und verstärkt auch E-Commerce-Anbieter auf die Technologie eines abgespeckten HTML-Protokolls. Man verspricht sich davon in erster Linie eine bessere Nutzererfahrung und mehr Konversionen durch schnellere Ladezeiten. Vertreter von Google haben auch auf der diesjährigen Online Marketing Rockstars-Konferenz in Hamburg darauf hingewiesen, das schnelle Ladezeiten der entscheidende Faktor im Wettbewerb sind, insbesondere mit dem Platzhirschen Amazon. Passend zu diesem Thema hat der US-Search Experte Eric Enge eine Studie zu den Vorteilen der AMP-Technologie veröffentlicht. Darin versucht der Autor mit vier großen Mythen aufzuräumen, die mutmaßlich viele Unternehmen vom Einsatz der Technologie abhalten. Zunächst weist Enge darauf hin, dass sich AMP nicht nur für News-Publisher eignet, auch wenn hierfür kürzlich erst das Stories-Format auf der AMP-Plattform implementiert wurde (wir berichteten). Stattdessen zeigt er an Beispielen aus Indien, dass gerade in Märkten, die stark von der Nutzung mobiler Endgeräte geprägt sind, die verbesserte Geschwindigkeit im E-Commerce zu signifikant höheren Konversionsraten führt. Darüber hinaus erklärt Enge, dass man keinesfalls auf Designfeatures verzichten muss, wenn man sich für AMP entscheidet. Das von den großen Suchmaschinenbetreibern empfohlene, responsive Websitedesign zeige gerade im Vergleich mit AMP große Schwächen, so der Autor. Laut Enge müsse man für die Konzeption und Umsetzung einer optimalen AMP-User Experience mehr Ressourcen einplanen, da es bislang noch zu wenig Use Cases in diesem Bereich gäbe. Ausdrücklich warnt die Studie vor halbherzigen AMP-Implementierungen, diese würden die Nutzung auf mobilen Geräten erschweren und elementare Funktionen, wie beispielsweise die Navigation, unnötig komplizieren. Ladegeschwindigkeit sollte zwar schon jetzt ein Hauptpfeiler einer jeden SEO-Strategie sein. Will man im Wettbewerb mit globalen Marktteilnehmern bestehen, sollte aber auch Deutschland dem Einsatz der AMP-Technologie mehr als nur einen kurzen Moment seiner Aufmerksamkeit gönnen.

3) Leben durch die Linse – Visual Search ist da

„Alexa! Kann ich dir mal schnell etwas zeigen?“. Wer denkt, er könne die neue Garde der Sprachassistenten wie ein Familienmitglied behandeln, merkt schnell, dass zur vollen Integration der intelligenten Lautsprecher in unsere Gesellschaft noch etwas Entscheidendes fehlt: Sie haben keine Augen. Doch diese Lücke wird sich sehr bald schließen, das Zauberwort heißt „Visual Search“. Getrieben von einer immer tieferen Integration von Künstlicher Intelligenz, ist die Interpretation von visuellen Informationen und das Erkennen von Gegenständen keine technologische Hürde mehr. Als jüngsten Beweis kann man den Start von „Google Lens“ heranziehen. Das Tool zur visuellen Suche hatte vor einigen Monaten exklusiv auf den Google-eigenen „Pixel“-Smartphones das Licht der Welt erblickt. „Google Lens“ erlaubt es dem Nutzer, ein Foto per Knopfdruck untersuchen zu lassen. Die Suchmaschine erkennt dann selbstständig die abgebildeten Dinge, z.B. Sehenswürdigkeiten wie den Eiffelturm und spielt relevante Informationen wie Anfahrt, Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Erfahrungsberichte zu. Besonders gut funktioniert Lens mit Text. Zugegeben, Texterkennung ist wahrlich kein neues Feature, aber Google ist in der Lage, beispielsweise abfotografierte Visitenkarten als Adressformat zu erkennen und die Fotoinformationen in eine entsprechende Kontaktdatei umzuwandeln. Und die Suchmaschine aus Mountain View ist nicht das einzige Unternehmen, dass in diesem Bereich investiert: Auch Microsoft hat vor wenigen Wochen seiner Suchmaschine Bing ein KI-Paket spendiert, welches ebenfalls einige neue Features für die Visuelle Suche enthielt (auch darüber haben wir schon berichtet). Und die populäre Plattform Pinterest hat sich schon immer als visuelles Entdeckungstool verstanden und rückt mit der Einführung seiner neuen „Pinterest Lens“-App die visuelle Suche in den Mittelpunkt der Nutzererfahrung. Nicht nur werden gescannte Bilder in ihre Attribute wie Farbe, Beschaffenheit, Funktion zerlegt, darüber hinaus kann Pinterest Lens aus einer Bildersuche auch Shoppinglinks für ausgewählte Marken generieren. Dass alle großen Internetkonzerne die visuelle Suche ins Visier nehmen ist kein Zufall. Laut dem Marktforschungsinstitut Gartner werden schon 2019 rund 50 Prozent aller mobilen Suchen entweder durch Sprache oder visuell ausgelöst. Es handelt sich also bei den neuen, kontextgetriebenen Suchen um ein Wachstumssegment, welches dem intuitiven, menschlichen Verhalten entgegenkommt. Ob sich die Versprechungen als Umsatztreiber im E-Commerce jedoch so schnell bewahrheiten werden, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass der Suchmaschinenoptimierung eine steile Lernkurve abseits von Keywords und Content bevorsteht.

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SEO News

Nachdem uns die Eiseskälte im Februar fest im Griff hatte, starten wir jetzt durch in den SEO-Frühling. Passend dazu lauten die heißen Themen des Monats März: AMP, Backlinks und Bing.

1) Google befreit „Stories“ aus App-Gefangenschaft

Das populäre Informations- und Unterhaltungsformat der „Stories“ bricht auf zu neuen Ufern. Ursprünglich von Snapchat erfunden nach seinem großen Erfolg schnell von Facebook und Instagram adaptiert, fristete die handliche Multimedia-Galerie ihr Dasein in den geschlossenen Systemen von Smartphone-Apps und Social Media-Welten. Nun aber will Google die Stories aus ihrer Isolation befreien. Zu diesem Zweck hat die Suchmaschine ein Stories-Format für das abgespeckte HTML-Protokoll „Accelerated Mobile Pages“ (AMP) entwickelt und auf der diesjährigen AMP-Konferenz in Amsterdam vorgestellt. Ziel ist es, die erzählerischen Möglichkeiten der Stories mit den technologischen Vorteilen von AMP, wie den schnellen Ladezeiten und der optimalen Darstellung auf allen Plattformen und Geräten, zu verbinden. Das neue Format unterstützt Videos, Bilder, GIF-Animationen und Links. In einem ersten Showcase zeigten Publisher wie CNN, Hearst und Mashable drei Anwendungsbeispiele für Stories im „offenen“ Internet. Da schnelle Ladezeiten und plattformunabhängige User Experience zwei wichtige Rankingfaktoren für Suchmaschinen sind, lohnt es für News-Publisher und Content-Produzenten, einen genauen Blick auf die Möglichkeiten der AMP-Stories zu werfen. Darüber hinaus hat sich bereits in der Vergangenheit öfters gezeigt, dass die Suchmaschine aus Mountain View die von ihr präferierten Technologien zumindest zeitweise in ihren Suchergebnissen privilegiert behandelt. So geschehen beispielsweise mit dem Markup für strukturierte Daten. Ob sich durch die Einführung der Stories auch die Verbreitung der AMP-Technologie schneller durchsetzen wird, bleibt jedoch abzuwarten. Denn den Vorteilen stehen bislang auch Einschränkungen im Feature-Set und der Implementation von Tracking gegenüber.

2) Von wegen oldschool: SEO-Erfolg mit Backlinks

Eine Website auf ein Plus an organischer Reichweite in der passenden Zielgruppe zu optimieren ist ein komplexes Unterfangen. Die Explosion von Rankingfaktoren und –signalen über immer neue Plattformen hinweg sowie die Ausdehnung der Suchfunktion auf neue Interfaces wie Sprache und Bild hat dazu geführt, dass man als SEO-Manager bei der Konzeption eines Projektes die Qual der Wahl des richtigen Ansatzes hat. Zeit also, sich an die Ursprünge unseres Gewerks zu erinnern und eine ordentliche Backlinkkampagne in den Blick zu nehmen. Der US-Kolumnist Andrew Dennis zeigt in einem Beitrag für den Search Blog „Searchengineland“, dass man mit dem Einsatz von Brand Mentions und kluger Wettbewerbsanalyse eine substantielle Reichweiten-Starthilfe sogar für brandneue Domains geben kann. In seinem Beispiel beschreibt Dennis eine Offline-Marke mit relativ kleinem Footprint im digitalen Marketing, welche allerdings in ihrer Nischenbranche eine hohe Aufmerksamkeit für Nachrichten und Blogs erreichen kann. Diese Ausgangslage treffe auf viele Firmen aus den Branchen IT-Sicherheit, MINT-Bildung, Payment, Fitness oder Hotellerie zu, insbesondere Startups, so Dennis. In einem ersten Schritt wurden gezielt sogenannte Brand Mentions generiert, also unverlinkte, Erwähnungen der Marke auf Drittseiten in möglichst positiven Kontext. Durch die Einbindung der richtigen Verantwortlichen konnten viele Brand Mentions über die PR- und Personalabteilung, sowie Branchenverbände, Presseinterviews und Charity-Engagement erlangt werden. In einem zweiten Schritt wurde das Backlinkprofil der erfolgreichsten Wettbewerber analysiert, deren wichtigste Linkquellen automatisch auch für das zu optimierende Unternehmen relevant waren. Ohne größeren Aufwand habe man zahlreiche Portale und Verzeichnisse identifizieren können, auf denen man auch ohne teuren Content einen Backlink habe gewinnen können, so der Autor. Der Aufwand von Linkanalyse und Brand Mentions-Aufbau habe über einen Zeitraum von sechs Monaten insgesamt 64 neue Links und einen Anstieg des organischen Traffics um 43 Prozent zur Folge gehabt. Dieses Beispiel ist an sich nichts Außergewöhnliches, verdeutlicht aber, wie man in unserer trendgetriebenen SEO-Welt mit klassischer Analyse und gesundem Menschenverstand relativ einfach überzeugende Resultate erzielen kann.

3) Bing achtet jetzt auf Ausgewogenheit

Die Menschheit hat sich bereits so sehr an die Nutzung von Suchmaschinen als Helfer für fast alle Aspekte des Lebens gewöhnt, dass es an der Zeit ist, die Perspektive der Maschine (in diesem Falle der Suchmaschine) kritisch zu hinterfragen. Nachdem Amazon angekündigt hat, seiner Sprachassistentin Alexa eine eigene Meinung zu spendieren (wir berichteten) hat Microsoft seiner Suchmaschine Bing nun ein neues Feature hinzugefügt: Die Multi-Perspektiven Antwort. Was zunächst einmal sehr akademisch klingt, macht bei genauer Betrachtung durchaus Sinn. Auf die Frage, ob beispielsweise eine Sitzung Hot Yoga gut für den Körper sei, gibt es wie so oft widersprüchliche Sichtweisen. Sowohl die Pro- also auch die Kontrapositionen werden nun von Bing in einem übersichtlichen Kasten innerhalb der Suchergebnisseite aufgelistet und gegenübergestellt, ähnlich der Featured Snippet Box bei Google. Hinter der Auswahl der Perspektiven steht laut Microsoft ein selbstlernendes, neuronales Netzwerk, welches seriöse Inhalte von vertrauenswürdigen, hochwertigen Seiten verwendet. Eine weitere Voraussetzung für einen Platz in der Antwortbox ist nach Angaben des Unternehmens die Indexierbarkeit der Inhalte auf ihrer Originalseite, wo dieser prominent und ablenkungsfrei zugänglich sein müsse. Erste Beispiele der Multi-Perspektiven Antwort sind in den USA hauptsächlich bei Themen aus dem Bereich Gesundheit und Ernährung sichtbar. Microsoft kündigte jedoch an, das Feature zunächst in Großbritannien und dann in weiteren Märkten auszurollen und in diesem Zuge auch auf weitere Themenbereich auszudehnen.

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Das neue Jahr gönnt uns wirklich keine Verschnaufpause. Kaum hat sich der Silvesterrauch verzogen, können wir uns schon über den lang erwarteten Relaunch eines wichtigen Tools freuen. Wie wir bald mit unserer Lesebrille suchen und warum uns Sprachassistenten demnächst vielleicht auf die Nerven gehen, erfahren Sie in den SEO News für den Februar.

1) Hurra: Die neue Google Search Console ist da

Mit dem Jahreswechsel wurden die Postfächer vieler Webmaster, Inhouse SEOs und Agenturen landauf landab mit unzähligen Emails überschwemmt. Was auf den ersten Blick nach Spam aussah, entpuppte sich aber schnell als eine lang erwartete Botschaft aus Mountain View. Nach mehrmonatiger Testphase steht die neue Google Search Console jetzt nun allen Nutzern zur Verfügung. Offiziell zwar noch immer in der Beta-Phase, zeigt sich das ehemals „Webmaster Tools“ genannte Datenportal zum Monitoring der Performance einer Webseite in der organischen Suche im komplett überholten Design. Neben einem frischen Look aber bietet die Search Console auch echte Neuerungen, wie den Zugriff auf historische Daten aus 16 Monaten, statt wie bisher nur auf 90 Tage. Hinzu kommen neue Funktionen wie der Index Coverage Report, mit dem man die Performance einzelner URLs in der Suche besser nachvollziehen kann. Zwar fehlen einige grundlegende Funktionen noch, doch Google hat angekündigt, den Funktionsumfang der neuen Console im Lauf des Jahres noch einmal deutlich zu erweitern. Auch die API soll in diesem Zuge neue Funktionen erhalten. Dass sich der lang erwartete Rollout so lange hingezogen hat, liege vor allem daran, dass Google das Feedback der Betatester gesammelt und ausgewertet hat, so das Unternehmen. Man sei auch weiterhin am Input der Webmaster interessiert, die dazu aufgerufen sind, Ideen für nützliche Reports und Funktionalitäten bei Google einzureichen. Als SEO oder Webmaster sollte man diese Einladung nicht ungenutzt lassen, um eines der wichtigsten Werkzeuge der Branche weiter den sich wandelnden Bedürfnissen unserer Zeit anpassen zu können.

2) Voice Search Ranking: Neue Studie nennt erstmals Zahlen

Die britische Digitalagentur Roast hat in einer Studie den Zusammenhang zwischen Rankings auf klassischen Google Suchergebnissen und den Antworten des digitalen Sprachassistenten Google Home untersucht. Zu diesem Zweck wurden 616 Top-Suchbegriffe aus den Bereichen Medizin, Einzelhandel, Reise und Finanzen definiert, für welche im Vereinigten Königreich eine Antwortbox, das sogenannte Featured Snippet, als Suchergebnis angezeigt wird. Bei der automatisierten Abfrage dieser Suchbegriffe konnte der Google Home Sprachassistent auf rund 75 Prozent der Anfragen antworten, bei den restlichen 25 Prozent blieb Google sprachlos, obwohl in der Desktopsuche eine entsprechende Antwortbox existiert. Man könne allerdings keine Aussage treffen, von welchen Regeln die Ausgabe einer Antwort abhänge, so die Studie. Darüber hinaus stimmte bei knapp 20 Prozent der beantworteten Anfragen das Sprachergebnis nicht mit dem Featured Snippet auf dem Desktop überein. Für das Suchmarketing bedeuten diese Ergebnisse, dass der erfolgreiche Kampf um ein Featured Snippet-Ranking in der Desktopsuche noch lange keine entsprechende Hörbarkeit auf Google Home garantiert und für Suchanfragen nach lokalen Dienstleistungen die Pflege der Informationen im Google Mybusiness-Tool weiterhin unabdingbar ist.

3) Visuelle Suche auf dem Vormarsch

Während wir noch aufgeregt über die Auswirkungen von Voice Search für das digitale Marketing sprechen, eröffnet der Vormarsch der künstlichen Intelligenz schon wieder ganz neue Perspektiven. Mit neuen Apps wie „Google Lens“ oder „Pinterest Lens“ sowie erweiterten Funktionen von Microsofts Suchmaschine Bing, beschreiten wir das Zeitalter der visuellen Suche. Schon seit den frühen Tagen von Google konnte man mit Hilfe von Keywords nach Bildern suchen, später folgte dann die Reverse-Suche nach Bilddateien mit Hilfe strukturierter Daten. Im bevorstehenden Schritt der visuellen Suche erkennt eine künstliche Intelligenz den Inhalt von Fotos oder nur Bildausschnitten ganz ohne Kontext und kann nicht nur ähnliche Aufnahmen als Ergebnis liefern, sondern auch umfangreiche Informationen zu den Eigenschaften des abgebildeten Objekts. Für den Bereich e-Commerce bedeutet dies einen neuen Einstiegspunkt im Verlauf der Customer Journey. Informationssuche und Kaufentscheidungen können schnell und intuitiv durchgeführt werden. Der Zwang, die eigene Suchintention in eine geschriebene oder gesprochene Suchphrase zu übersetzen, entfällt, die Ergebnisse werden unmittelbar im augmentierten Bild ausgespielt. Für die Suchmaschinenoptimierung bedeutet diese Entwicklung, dass die Bereitstellung von Produktinformationen über automatisierte Datenfeeds und Datenbanken noch wichtiger wird. Nur so liegen jederzeit passende Informationen in den Suchsystemen vor, die ein solches Push-Paradigma erfolgreich bedienen können. Die übertragenen Inhalte, visuell wie textlich, müssen auf Qualität und Relevanz optimiert und als strukturierte Daten ausgezeichnet sein, um im Wettbewerb der Daten bestehen zu können. Die Integration der visuellen Suche in Kameras, Browsern und Apps wird sich schnell vollziehen und den Übergang von Onpage- zur Datenoptimierung weiter beschleunigen.

4) Alexa bekommt eine eigene Meinung

Wir wissen inzwischen, dass digitale Sprachassistenten wie Alexa oder Siri weibliche Stimmen haben, da Studien belegen, dass sowohl Männer als auch Frauen dem weiblichen Ausdruck mehr Vertrauen entgegenbringen als männlichen Stimmen. Aber abseits vom faktenbasierten Frage-Antwort-Spiel ist es bislang nicht möglich eine Konversation mit den Voice-Assistentinnen zu führen. Dies soll sich nach dem Willen von Amazon nun ändern. Laut Techcrunch soll Alexa eine eigene Meinung erhalten und diese auch selbstbewusst im Gespräch mit ihrem Nutzer vertreten. Als Beispiel nennt das Unternehmen Aussagen zu Filmen im hauseigenen Videoangebot. Wie einst der seltsame Typ am Tresen der Videothek (die älteren Leser werden sich erinnern), soll Alexa zukünftig den Nutzer auf der Suche nach der richtigen Feierabendgestaltung in ein Gespräch verwickeln können, welches auf nicht von Menschen kuratierten Inhalten basieren soll. Stattdessen soll die künstliche Intelligenz des Sprachassistenten den nötigen Anteil Haltung und Humor selbstständig generieren, der für eine menschlich anmutende und marktgerechte Unterhaltung in all ihren Nuancen unabdingbar ist. Von dieser Strategie verspreche sich Amazon auch einen Vorteil gegenüber dem Konkurrenten Google, welcher in Bezug auf Informationen und Fakten auf einen ungleich größeren Datensatz zurückgreifen könne, so ein Sprecher des Unternehmens. So erklärt Alexa bereits heute die US-Biermarke Budweiser zu ihrem Lieblingsgetränk. Doch bei allem Humor wird die Fähigkeit einer Maschine zur natürlichen Konversation mit einem Menschen die Zukunft des Suchmarketings entscheidender prägen und verändern als jeder Technologiesprung, den wir bislang erleben durften.

 

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Die stille Zeit zwischen den Jahren hilft dabei, innere Ruhe zu finden und sich auf die grundlegenden Fragen des Lebens zu besinnen, bevor das neue Jahr mit vielen Überraschungen und Änderungen beginnt. Überraschungen und Änderungen gibt es wie immer auch in der SEO-Landschaft. Hier die SEO News im Januar.

1) SEO ausgereizt: Gibt es noch Wachstum mit organischen Traffic?

Mit Hilfe umfangreichen Datenmaterials sucht SEO-Experte Rand Fishkin eine Antwort auf die Frage, ob Suchmaschinen auch mehr als 20 Jahre nach dem Start von Infoseek, Altavista und Lycos noch immer ihr einstiges Heilsversprechen als unerschöpfliche Trafficquelle mit riesigem Wachstumspotential einlösen können. Im Detail geht Fishkin den Fragen nach, ob a) die Zahl der Suchanfragen auf Google noch immer wächst, und ob b) sich das Aufkommen von Suchanfragen, die auf eine Zielseite außerhalb von Google vermittelt werden verringert hat. Die Antwort: Sowohl als auch. Einerseits wächst der Google-Traffic noch immer im Schnitt über 10 Prozent pro Jahr, trotz saisonaler Auf- und Abschwünge und der steigenden Bedeutung von Amazon als Einstiegspunkt bei transaktionalen Suchen. Andererseits haben die neuen Google-Suchergebnis-Features wie Instant Answers, Features Snippets und interaktive Knowledge Panels dafür gesorgt, dass im Zeitvergleich rund 23 Prozent weniger Traffic als im Vorjahr seinen Weg von Google auf andere Webseiten gefunden hat. Bislang könne das Trafficwachstum den Verlust von Clicks noch ausgleichen, so Fishkin. Die Deutlichkeit der Ergebnisse hatte jedoch selbst das SEO-Urgestein Fishkin so nicht erwartet.

2) Google Analytics durchleuchtet einzelne Nutzer

Die kostenlose Online-Trackingsuite „Google Analytics“ hat seit ihrem Start im November 2005 eine echte Erfolgsgeschichte geschrieben und wird derzeit von mehr als der Hälfte aller Websites weltweit genutzt. Die permanente Fortentwicklung von Messtechnologie und grafischer Bedieneroberfläche war für Google schon immer eine Grundvoraussetzung dafür, mit den sich verändernden digitalen Marketingkanälen Schritt halten zu können und die einem ständigen Wandel unterworfene Consumer Decision Journey in all ihren Ausprägungen bestmöglich abzubilden. Seit Mitte Dezember hat Google Analytics nun seine Möglichkeiten erweitert, einzelne Nutzer in den Mittelpunkt der Analyse zu stellen. Eine Nachricht, die jeden SEO-Verantwortlichen freuen wird, denn die Optimierung nutzerbezogener Mehrwerte und die Erhöhung von Relevanz in der Zielgruppe haben in den vergangenen fünf Jahre zu den alten, empirischen Richtgrößen wie Backlinks oder Keywords aufgeschlossen. Google Analytics trägt dieser Entwicklung nun Rechnung, indem es Auskunft über das Verhalten einzelner, anonymisierter Nutzer über deren Gesamte Cookie-Lebensdauer anbietet. Dazu zählen u.a. alle durchgeführten Sitzungen, die Sitzungsdauer, Umsatz oder auch Transaktionen. In Verbindung mit der nun umfangreicher anzuwendenden Zielguppenanalyse lassen sich wertvolle Daten zur Erstellung und Verifikation von Search Personas und Nachfragemustern erstellen, die als Grundlage für nachhaltige, inhaltliche Optimierungen dienen.

3) Bing: Neue Suchfeatures mit künstlicher Intelligenz

Betrachtet man die Nachrichtenlage rund um künstliche Intelligenz und deren Einsatzmöglichkeiten in Suchmaschinen und Sprachassistenten, so haben bislang Google und Amazon die Schlagzeilen beherrscht und ihre technologischen Kapazitäten im besten PR-Licht leuchten lassen. Um Microsoft war es bis auf einige bizarre Ausrutscher seiner KI-gesteuerten Sprachassistenten relativ still. Das soll sich nun ändern. Der alte Riese aus Redmond hat angekündigt, dass Nutzer der Suchmaschine Bing in 2018 eine ganze Reihe neuer Features erleben werden, die auf dem Einsatz künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen basieren. Bereits seit Dezember live ist die neue Bildersuche, welche Objekte selbstständig erkennt und kategorisiert. In der Nachrichtensuche soll damit die vieldiskutierte Filterblase durchstochen werden. Mit dem System des „maschinellen Lesens“ werde Texte nicht nur erkannt und verstanden, sondern beispielsweise auch die politische Perspektive erfasst und so die Ausgewogenheit in den Suchergebnissen sichergestellt, so Microsoft. Eine weitere Neuerung soll laut Microsoft eine verbesserte Eingabevervollständigung in der Suchmaske sein, um eine höhere Relevanz der Suchergebnisse zu erreichen. Die Windows-Veteranen wollen den Einsatz künstlicher Suchintelligenz aber nicht auf Bing beschränken. Microsoft kündigte an, entsprechende Features auch bald in den Office Produkten OneDrive, SharePoint und Excel implementieren zu wollen. Ein Weg, den Konkurrent Google so zu gehen nicht in der Lage ist und auf den man daher sehr gespannt sein kann.

4) Herzlich willkommen: Yandex schenkt uns Alice

Wenn der aktive Freundeskreis mit fortschreitendem Alter immer überschaubarer wird, freut man sich umso mehr über virtuelle Bekannte. Im Laufe der letzten Jahre haben wir also Alexa (Amazon), Allo (Google), Bixby (Samsung) und Cortana (Microsoft) kennenlernen dürfen. Wer nun denkt, der nächste Sprachassistent beginnt mit dem Buchstaben D, der hat sich getäuscht. Für seine jüngste Tochter hat der russische Suchgigant Yandex den Namen Alice (russ. Алиса) gewählt. Seit Ende 2017 präsentiert Alice nun Yandex Suchergebnisse, den Wetterbericht, Spiele und Kinderlieder. Selbstverständlich können auch Skills auf ihrer Plattform entwickelt werden. Nach eigener Aussage liefert Alice die zuverlässigste Erkennung der russischen Sprache und kann dank künstlicher Intelligenz die Suchintention selbstständig erfassen. Treffen kann man Alice bislang jedoch nur in der Yandex App, weitere Produkte sind laut Unternehmen aber bereits in Planung.

 

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Neuer Wein in alten Schläuchen und ein ewiges Beziehungsdrama haben uns im abgelaufenen Monat beschäftigt. Und darüber hinaus erstarkt im fernen Osten ein neuer Player auf der Suchmaschinenbühne. Wer das ist und noch viel mehr, erfahren Sie in den SEO-News für den Dezember.

1) YouTube-Daten jetzt in Google Trends verfügbar

Von SEO-Experten gerne als Kinderspielzeug belächelt, ist Google Trends seit vielen Jahren ein äußerst populäres Tool zur einfachen Analyse des Suchmarktes. Darüber hinaus nutzt der Konzern aus Mountain View sein Trendfeature gerne als PR-Vehikel für klickträchtige Schlagzeilen („Die wichtigsten Suchbegriffe 2017“). Seit Ende November lohnt sich aber auch für erfahrende SEOs mal wieder ein Blick auf das Webtool, mit welchem man sich schnell und unkompliziert einen vergleichenden Überblick zur Suchnachfrage und dessen zeitlichen Verlauf für bis zu 125 Keywords gleichzeitig verschaffen kann. Bezogen sich die Daten bislang allein auf die Google Websuche, so kann man die Ergebnisse nun nach den Google-Kategorien News, Shopping und Bilder filtern. Noch besser: Auch die Suchvolumina aus Googles Videoportal YouTube können gesondert ausgegeben werden. Gerade in Zeiten, in denen Bewegtbildinhalte immer wichtiger werden, stellt Google damit eine verlässliche Quelle zur vorbereitenden Marktanalyse und zum Monitoring zur Verfügung.

2) Die Gretchenfrage: Ist Social Media wichtig für SEO?

Man könnte meinen, diese Frage ist so alt wie die Menschheit. Was natürlich nicht stimmt, denn die Menschheit ist weitaus älter als Facebook, StudiVZ und Myspace zusammen. Trotzdem treibt die Search-Szene seit dem Aufstieg (und Fall) von Social Media-Portalen und Apps die eine Frage um: Brauche ich das eigentlich, um meinen SEO-Job richtig zu machen? Um es klar zu sagen: Ein direkter Rankingfaktor wie beispielweise Backlinks sind Social Media-Inhalte nicht. Das verhindert schon die eingeschränkte Sichtbarkeit vieler Posts und Likes für Suchmaschinen hinter den Login-Schranken der Social Media-Applikationen. Doch betrachtet man die Dinge mit einigem Abstand, wird klar, dass Social und Search auf die gleichen Ziele einzahlen: Beide wollen die Aufmerksamkeit der Nutzer erreichen, ihr Bedürfnis nach Information oder Unterhaltung befriedigen und auf den verschlungenen Pfaden der User Journeys ein Produkt oder Service als Marke im kollektiven Bewusstsein der Internetnutzer verankern. Dabei können sich die Wege an den verschiedensten Punkten kreuzen, beispielsweise in den Ergebnistreffern von Social Media Inhalten auf Suchmaschinen. Auch wenn ein messbarer Zusammenhang kaum nachweisbar ist, so liegt die Erkenntnis nahe, dass es sich bei Social und Search um Brüder im Geiste handelt, die sich gegenseitig verstärken können.

3) Die Top-Rankingfaktoren 2018 nach SEMrush

Es ist nun die Zeit, in der die SEOs in sich gehen, auf die Leistungen des dahinschwindenden Jahres blicken und sich fragen, womit sie es 2018 wohl zu tun bekommen. Auch wir haben mit dem Ausblick aufs kommende Jahr bereits in den letzten SEO News begonnen. Eine neue Studie des populären Analysetools SEMrush hat nun mehr als 600.000 Keywords mit Hilfe eines selbstlernenden Algorithmus untersucht und die 17 wichtigsten Rankingfaktoren zusammengestellt. Wenig überraschend liegen unmittelbare Nutzersignale an der Spitze der Rangliste, wie beispielsweise die Höhe des direkten Traffics zu einer Seite, die auf der Seite verbrachte Zeit oder die Absprungrate. Interessanterweise wurden die oft totgesagten Offpage-Faktoren von SEMrush als relativ wichtig bewertet. So liegen die klassischen Faktoren wie verweisende Domains, Backlinks oder IP-Kreise noch vor Inhaltsfaktoren wie Textlänge, Metadaten oder Rich Media-Integrationen. Damit stehen die Erkenntnisse der Studie zumindest teilweise in Widerspruch zur öffentlich verlautbarten Position der großen Suchmaschinen wie Google oder Bing. Einen Blick auf die Studie sollte jeder Suchmaschinenpraktiker auf jeden Fall wagen, sofern es die Adventszeit zulässt.

4) Tencent bringt chinesische Suchmaschinentochter an die Börse

Ob in China die Zukunft gebaut wird, lässt sich mit Sicherheit erst in wenigen Jahren beantworten. Fakt ist jedoch, dass das Reich der Mitte mit rasender Geschwindigkeit auf dem Weg zum neuen Zentrum für Technologieentwicklung ist. Der chinesische Technologieriese Tencent ist das Unternehmen hinter den erfolgreichen Chatapps „WeChat“ und „QQ“. Seine Suchmaschine „Sogou“ (auf Deutsch: Suchender Hund) ist zwar schon seit 2004 aktiv, konnte hinter den Branchenriesen Baidu aber keinen bedeutenden Sprung aus dem Feld der abgeschlagenen Wettbewerber machen. Das soll sich nun mit Hilfe von frischem Geld durch einen Börsengang und massive Investitionen in künstliche Intelligenz ändern. Nach dem Willen der Muttergesellschaft werden Sogou-Nutzer im Rahmen der rechtlichen Grenzen im Reich der Mitte auch die Möglichkeit haben, englischsprachige Webseiten zu durchsuchen. Darüber hinaus will Tencent seinen immensen Datenpool aus „WeChat“ nutzen, um die Erkennung von natürlicher Sprache und Nutzerintentionen auf ein neues Niveau zu heben. Ob hier ein neues Google Asiens entsteht, bleibt abzuwarten.

 

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Im Online Marketing dreht sich alles um Geschwindigkeit. Daher beschäftigen wir uns im November bereits mit dem neuen Jahr und der Frage, was sich 2018 alles ändern wird. SEO wird beerdigt und Roboter übernehmen die Weltherrschaft? So schlimm wird es nicht kommen, aber ein Fünkchen Wahrheit steckt dahinter. Finden Sie es heraus in den aktuellen SEO-News.

1) Google startet seinen Mobile-First-Index (ein wenig)

Die Einführung des Mobile-First-Index wird das bestimmende Thema für SEOs im Jahre 2018 werden. Die Suchmaschine aus Mountain View hatte bereits vor einem Jahr angekündigt, zukünftig die mobilen Versionen von Webseiten zu erfassen und anstatt der Desktopversion als Referenz für Inhalte und Rankings zu verwenden. Es wird jedoch zu keinem großen Knall an einem bestimmten Tag kommen, die Umstellung werde vielmehr sukzessive und begleitet von umfangreichen Tests durchgeführt, so Google. Nun hat Google-Sprecher John Mueller bekannt gegeben, dass man begonnen habe, erste Webseiten im Testbetrieb auf den Mobilen Index umzustellen. Es sei zwar noch zu früh, von einem offiziellen Start des Regelbetriebs zu sprechen, es handle sich vielmehr um eine erste Testphase. Die von vielen Webmastern Mitte Oktober beobachteten Veränderungen in Rankings stünden jedoch nicht in Verbindung mit diesen Tests, so Mueller.

2) Das SEO Expertenorakel 2018

Der Blick in die SEO-Glaskugel fasziniert die Search-Branche jedes Jahr aufs Neue. Auch für 2018 haben namhafte Experten ihre Voraussagen darüber getroffen, was die dominierenden Trends in den kommenden 12 Monaten sein werden. Einig ist man sich darüber, dass Googles Umstellung auf den Mobile-First-Index, die rasant ansteigende Nutzung von Sprachassistenten und der Siegeszug der künstlichen Intelligenz gravierende Veränderungen auf der technologischen Seite des Searchmarketings mit sich bringen werden. Unternehmen und Webmaster sollten diese Veränderungen genau beobachten. Schnell verschärfen wird sich dagegen der Kampf um den organischen Traffic. Da Google verstärkt selber als Publisher auftritt und mit den sogenannten Featured Snippets zahlreiche Informationen bereits auf seiner eigenen Suchergebnisseite ausliefert, bleiben der Einsatz strukturierter Daten, die tiefgehende Analyse von Inhalten und Nutzerverhalten sowie der Fokus auf eine gute User Experience wichtigste Handlungsfelder, so die Experten. Aaron Wall von SEO Book vermutet sogar, dass Googles Dominanz in der Suche abnehmen wird, und Nutzer verstärkt auf spezialisierte Suchsysteme ausweichen werden. Zusammenfassend wandelt SEO-Experte John Lincoln einen alten Klassiker leicht ab: „Das alte SEO ist tot – Willkommen im neuen Zeitalter. Es wird 100 Mal besser und viel aufregender.“

3) Microsoft und Google setzen auf menschliche Unterstützung

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht von der unaufhaltsamen Ausbreitung der künstlichen Intelligenz und deren Auswirkungen auf das Online Marketing geschrieben wird. Auch die großen Suchanbieter Google und Microsoft setzen auf den Einsatz lernender Maschinen. Aber wenn man genau hinschaut, gibt es auch einen entgegengesetzten Trend: Microsofts Suchmaschine Bing hatte erst im August bekannt gegeben, dass es für die Qualitätssicherung seiner direkten Antworten zukünftig verstärkt auf die Zusammenarbeit mit seinen Nutzern in der „Bing Distill“-Community setzten will (wir berichteten). Anfang Oktober hatte nun auch Google zur zweiten Konferenz seiner „Local Guide“-Community nach San Francisco geladen. Nach Angaben des Konzerns umfasst die organisierte Nutzergemeinschaft bereits rund 50 Millionen Teilnehmer weltweit, die vor allem Einträge auf Google Maps überprüfen und korrigieren. Darüber hinaus werden täglich fast 700.000 neue Einträge von den Local Guides selbst verfasst. Dies sei vor allem in Entwicklungsländern eine wichtige Hilfe, da Informationen von lokalen Geschäften und Dienstleistungen in diesen Ländern nur schwer automatisiert erfasst und überprüft werden könnten, so Google. Ob sich dieser Trend verfestigt, oder der Mensch lediglich eine Brückentechnologie darstellt, bis die künstliche Intelligenz in ihren Fähigkeiten aufgeholt hat, bleibt abzuwarten.

4) Wie künstliche Intelligenz die Suchmaschinenoptimierung verändern wird

Das Search Marketing steht vor großen Veränderungen und im Kern dreht es sich dabei um die Auswirkungen der Integration von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen in die Technologie der großen Plattformen. In Bezug auf die organische Suche bedeutet dies laut SEO-Veteran und Experte Kristopher Jones, dass Keyword Rankings zukünftig keinen dramatischen Veränderungen mehr unterliegen und dass es keinen übergeordneten, allgemein gültigen Algorithmus mehr geben wird. Vielmehr werden für unterschiedliche Suchanfragen spezialisierte, dynamische Algorithmen in einer Vielzahl von Varianten zum Einsatz kommen. Ziel der Suchanbieter sei es letztlich, mit technologischer Hilfe die genaue Nutzerintention präziser zu erfassen und bessere Ergebnisse liefern zu können, so Jones. Die klassische Keyword-Analyse und technisches SEO würden daher mittelfristig obsolet, meint der Suchexperte. Als Antwort auf die Herausforderungen der künstlichen Intelligenz schlägt Jones eine Kombination aus User Experience Optimierung, strikter Ausrichtung von Inhalten an Nutzerintentionen und den Einsatz natürlicher Sprachmuster für Voice Search vor. Darüber hinaus würden auch Suchmaschinenoptimierer nicht darum umhinkommen, eigene Analysetools auf der Basis künstlicher Intelligenz zu entwickeln. Agenturen und Werbetreibende müssten starke Antworten auf die technologischen Herausforderungen entwickeln, um vom Fortschritt nicht überrollt zu werden.

 

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Das Thema Sicherheit bewegt die Menschen nicht nur bei der Bundestagswahl, sondern natürlich auch im Internet. Und genau hier lässt der Suchmaschinenriese Google jetzt seine Marktmacht spielen. Außerdem in den SEO-News: Trends und Neuigkeiten im B2B-Geschäft und auf dem chinesischen Markt, das Ende einer langen Beziehung sowie ein frischer Blick auf die Grundsatzfrage: Brauche ich eigentlich noch Backlinks für den SEO-Erfolg?

1) Google entzieht Symantec das Vertrauen

Google hat angekündigt, dass man den Sicherheitszertifikaten von Symantec das Vertrauen entziehen und diese Schritt für Schritt aus dem Chrome-Browser entfernen wird. Mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent ist Symantec der bisher größte Aussteller von Sicherheitszertifikaten, z.B. zur Verifizierung gesicherter SSL-Verbindungen. Google kritisiert Symantec nun für angebliche Qualitätsmängel und wird den Produkten ab März 2018 schrittweise das Vertrauen entziehen. Nutzer des populären Chrome-Browsers werden Webseiten mit den betroffenen Zertifikaten dann nicht mehr direkt aufrufen können. Webmaster sind nun aufgefordert, schnellstmöglich eine Alternative für Symantec-Zertifikate zu implementieren.

2) Großes SEO Potential im B2B

Wachstum im organischen E-Commerce wird mit steigender Konkurrenz immer kostspieliger und aufwendiger. Kein Einzelhändler im B2C-Bereich kann es sich heutzutage noch leisten, ohne eine SEO-Strategie in den Wettbewerb zu gehen. Abseits des Massenmarktes aber birgt der B2B-Bereich noch großes Potential für Agenturen und Werbetreibende, welches sich mit vergleichsweise geringem Aufwand aktivieren lässt. SEO-Urgestein Rand Fishkin hat auf einer Konferenz in Portland sechs Tipps für erfolgreiches B2B-SEO gegeben: So kann man gerade bei Themen mit niedrigem Suchvolumen eine hohe Sichtbarkeit erreichen, wenn man Inhalte gezielt entlang des weniger durch Preis als durch Angebotseigenschaften charakterisierten Kaufentscheidungsprozesses entwickelt. So lassen sich markengetriebene Mehrfachrankings erreichen. Auch die Nutzung reichweitenstarker Portale wie Quora, Slideshare oder Linkedin bietet sich an, um hochspezialisierte Inhalte wirksam zu platzieren. Darüber hinaus lohnt die Ansprache branchenspezifischer Multiplikatoren, von denen es oft nur wenige gibt, die aber über eine vergleichsweise hohe Reichweite in der Zielgruppe verfügen. Am wichtigsten ist aber wie immer bei der Suchmaschinenoptimierung: ein langer Atem.

3) 2017: Das ist neu bei der chinesischen Suchmaschine Baidu

Zu großen Teilen kopiert Baidu, mit rund 77 Prozent Marktführer im chinesischen Suchgeschäft, die Strategien seiner amerikanischen Konkurrenz. So setzen die Chinesen mit ihrer Version der mobiloptimierten Webseiten MIP (Mobile Instant Pages) auf das gleiche Pferd wie Google mit AMP (Accelerated Mobile Pages). Auch die bevorzugte Ausspielung gesicherter HTTPS-Webseiten und die relativ neue Technologie der Progressive Web Apps (PWA) unterstreichen, dass sich Baidu als Technologieführer verstehen will. Neben einem Algorithmus-Update namens „Hurricane“, welches illegal verwendete, geschützte Inhalte abstraft, hat sich Baidu darüber hinaus auch noch einen neuen Crawler spendiert, der Layout und UX der untersuchten Seiten besser erfassen kann. Praktische SEO-Tipps für den chinesischen Markt gibt es auch: Eine Webseite sollte nicht schwerer als 128KB und URLs möglichst unter 76 Zeichen lang sein. Chinesische Schriftzeichen in der URL sollte man daher vermeiden. 404-Seiten kann man, anders als bei Google oder Bing, per XML-Datei direkt deindexieren lassen und neue Domainendungen, wie .TOP oder .WIN kategorisiert Baidu als Spam.

4) Apples Siri liebt jetzt Google (nicht mehr Bing)

Wer zukünftig auf seinem iPhone mit Siri eine Suche durchführt, wird nicht mehr auf Suchergebnisse von Microsoft Bing verwiesen, sobald keine Voice-Antwort des Apple Sprachassistenten zur Verfügung steht. Der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino begründete den Wechsel des iPhone-Suchproviders mit der Vereinheitlichung von Suchtechnologien zwischen seinen Plattformen iPhone (Siri), Mac (Spotlight) und der internen Suche auf iOS. Die angezeigten Ergebnisse werden Webseitenlinks und Videos umfassen, so Apple. Microsofts Suchmaschine Bing hatte seit der Markteinführung des iPhone 4s im Jahre 2011 als Standardsuche hinter der Sprachassistentin Siri gedient.

5) Bing: Links noch immer ein wichtiger Rankingfaktor

Am Anfang war der Link. Mit Google begann im Jahre 1997 das Zeitalter des PageRanks, der Gewichtung einer Webseite nach Anzahl und Qualität ihrer Verlinkungsstruktur. Für viele Jahre war ein guter Backlink daher der Goldstandard im SEO-Geschäft. Unglücklicherweise nutze die Optimierungsbranche das Manipulationspotential dieser Technologie leidlich aus, so dass Suchmaschinen ab dem Jahr 2012 damit begannen, die Bewertung von Links als Rankingfaktor herunterzufahren und durch weniger manipulierbare Messgrößen, wie Social Signals, Clickstream Data oder Engagement Data zu ersetzen. Doch die Zeit der Backlinks ist noch lange nicht vorbei. Microsoft bestätigte nun, dass man mit seiner Suchmaschine Bing noch nicht an dem Punkt sei, auf Backlinks als Rankingfaktor verzichten zu können. Ebenso wie bei der Konkurrenz von Google seien ausgehende Verweise mit Nutzwert von Seiten mit hoher Autorität unverzichtbar, so Microsoft.

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