Die öffentlichen Meldungen über Hacker-Angriffe auf Unternehmen, Organisationen und Staaten, die dringlichen Bitten unserer Banken, bitte keine Phishing Mails zu öffnen und schon gar nicht eigene Passwörter an Dritte weiterzugeben, die ängstlichen Anfragen von Usern, was denn heute mit ihren Daten im Internet passiert – all das macht den von der Europäischen Union initiierten jährlich stattfindenden und weltweiten Aktionstag für mehr Sicherheit im Internet aktueller und relevanter denn je.

Die Wichtigkeit der Auseinandersetzung mit diesem Thema ist hoch – für jeden einzelnen User genauso wie für uns als digitale Agentur, deren Prozesse und Kampagnenkonzepte immer mehr auf der Nutzung von Daten bestehen, deren Sicherheit und Schutz höchste Priorität haben sollten.

Verantwortung des Users

Jeder User sollte sich häufiger die Frage stellen, welche Angebote er da gerade „umsonst“ bzw. „kostenfrei“ nutzt, und sich dabei klar machen, dass kein Unternehmen der Welt dauerhaft intrinsisch motiviert ein Angebot für den User kostenfrei bereitstellen kann, ohne dass nicht an anderer Stelle Geld eingenommen wird, um die Dienstleistung überhaupt erbringen zu können. Dieser Geldstrom fußt in aller Regel bei digitalen Angeboten auf zwei Säulen: Werbung und Handel mit Daten – gerne auch in direkter Verknüpfung!

Haben wir uns das klar gemacht, so sollte jeder Einzelne das Thema Safer Internet besonders als eine konsequente und dauerhafte Auseinandersetzung mit der Frage verstehen: Welche Daten möchte ich wem, zu welcher Zeit und wie lange zur Verfügung stellen.

Doch hier beginnt die Generationenschere weit auseinander zu klaffen: Je jünger der User, desto geringer ist die Hemmschwelle des Sharens eigener Daten und Informationen!

Gerade deswegen richtet sich der Safer Internet Day an die so genannten Digital Natives – die Generation derer, die mit Smartphone und Facebook „digital sozialisiert“ wurden und deren Angst vor sinkender Privatsphäre durch das Preisgeben eigener Daten wesentlich geringer ist als bei älteren Usern. Eine bessere Aufklärung von Kindern und Jugendlichen ist das Gebot der Stunde, denn gerade sie müssen verstehen, dass das Teilen von privaten Informationen bspw. in sozialen Medien nicht nur gegenüber dem Adressat erfolgt, sondern vor allem auch gegenüber dem Anbieter der Plattform. Je aufgeklärter wir selbst darüber sind, desto eher sind wir in der Lage abzuschätzen, was wir teilen möchten und was wir in Zukunft vielleicht besser persönlich überbringen sollten. Wo immer wir anderen Usern hier Hilfestellung geben können, das Internet wird davon profitieren.

Verantwortung des Unternehmens

Die Verantwortung liegt jedoch keineswegs beim User allein, besonders wir als digitales Kommunikationsunternehmen stehen in der Verantwortung mit den Daten, die uns angeboten werden bzw. die wir selbst erheben, sorgsam, sparsam und vor allem rechtskonform umzugehen.

Was bedeutet das für uns?

Es gibt klare und verbindliche Regeln für die Datenerhebung und Nutzung von Daten! Hierbei unterscheiden wir zwischen personenspezifischen und nicht personenspezifischen Daten. Personenspezifische Daten sind etwa Klarnamen in Verbindung mit Adressdaten oder Emailadressen, d.h. wir können den User eindeutig identifizieren und können ihn direkt persönlich ansprechen. Nicht personenspezifische Daten sind bspw. Nutzungsdaten von Rechnern auf Websites, also welche Websites wurden von einem bestimmten Rechner angesurft oder welche Banner wurden auf einer Website angezeigt, die durch einen bestimmten Rechner geöffnet wurde. Hier kennen wir weder den Namen des Users noch dessen Adresse oder Emailadresse.

Beide Formen der Daten können wir als Unternehmen nutzen, wobei die Nutzung durch unterschiedliche Formen der Zustimmung des Nutzers reglementiert wird: Möchte ein Unternehmen personenspezifische Daten nutzen, bedarf es immer der Zustimmung des einzelnen Users zu der gewünschten Nutzung für bspw. Werbemails etc. (passiert meist bei Registrierung auf der Site, die der User nutzt). Bei nicht personenspezifischen Daten kann der User der Nutzung seiner Daten durch ein sogenanntes Opt Out widersprechen. Dies passiert heute häufig bei der Einblendung von Bannern, die bspw. auf Basis des Surfverhaltens des Users in einem Onlineshop spezielle Produkte anbieten – sogenannten ReTargeting Bannern.

datenschutz

Hier hat der User über Click auf das oben rechts dargestellte Icon die Möglichkeit, der Nutzung seiner Informationen zu widersprechen. Hierfür wird in Europa eine eigene Plattform unterhalten, bei der jeder User sämtlicher Nutzung seiner nicht personenspezifischen Daten widersprechen kann.

Daneben bietet die digitale Wirtschaft auf dieser Seite die Möglichkeit der Beschwerde über einzelne Unternehmen. Diese Beschwerden werden zentral durch den Deutschen Datenschutzrat Onlinewerbung bearbeitet, der dafür Sorge trägt, die Transparenz für den User herzustellen und die Selbstbestimmung der Verbraucher durch einfach zu handhabende Entscheidungsmechanismen zu stärken.

Was bleibt sind Verantwortlichkeiten auf beiden Seiten – die des Users für den Willen, seine Daten preiszugeben und die der Unternehmen, verantwortungsbewusst, datenschutz- und rechtskonform   mit Daten im Internet umzugehen.
Der Safer Internet Day erinnert beide Seite an diese Verpflichtung – gut so!

Der Artikel wurde auf horizont.net veröffentlicht.

Dem „careermag“ von Horizont stand unsere Master-Studentin und New Business Managerin Katrin Sperl Rede und Antwort. Das Interview führte Eva-Maria Schmidt. Der gesamte Artikel ist hier zu finden.

 

Zuerst hatte Kathrin Sperl bei Serviceplan angeklopft – als Werkstudentin wurde es aber ohne Praktikum nichts. Dafür ist sie nach dem Bachelor eingestiegen. Jetzt macht die 26-Jährige parallel Karriere und den Master bei der Agenturgruppe.

 

Eine beliebte Frage in Bewerbungsgesprächen lautet: „Wo sehen Sie sich in einem Jahr?“ Was wäre Ihre Antwort?

Etwas, das auf den ersten Blick nichts mit meinem aktuellen Job zu tun hat: Auf einem Trip nach New York oder einer kleinen Weltreise.

 

Warum wissen Sie das so genau?

Weil ich mit meinem Master-Studium fertig sein werde, das ich aktuell berufsbegleitend absolviere. Und dann steht eine dicke Belohnung an.

 

Das klingt, als hätten Sie aktuell einen ganz schön anstrengenden Alltag?

Stimmt. Es ist sehr anstrengend, macht aber auch sehr viel Spaß.

 

Der Alltag von Kathrin Sperl dürfte tatsächlich ziemlich anstrengend sein. Die 26-Jährige arbeitet seit dreieinhalb Jahren bei Serviceplan. Vor etwas mehr als zwölf Monaten ist sie in die erste Runde des Master-Programms eingestiegen, das die Münchner Agenturgruppe ihren High Potentials anbietet (Seite 24 und 25). Seitdem muss sie in ihren Alltag den Job im Business Development – dem Unternehmensbereich, den Geschäftsführer Ronald Focken leitet, der auch für die Zusammenarbeit mit der Steinbeis School of Management and Innovation (SMI) und den daraus hervorgegangenen „Best Brands Master“ zuständig ist – mit dem Studium vereinbaren.

 

Bleibt Ihnen vor lauter Arbeiten und Studieren überhaupt noch Zeit für irgendetwas anderes?

Sicherlich weniger, als wenn ich nur studieren oder nur arbeiten würde. Aber dank des Konzepts unseres Master-Programms bin ich nicht jedes Wochenende in der Uni, sondern nur alle sechs Wochen von Donnerstag bis Sonntag im Block. Das erleichtert es natürlich, mal Freunde oder Familie zu treffen. Und das macht es auch leichter, sich auf die nächste Klausur vorzubereiten, die jeweils den Stoff aus dem vergangenen Block zum Thema hat.

 

Und was ist mit dem sogenannten Studentenleben? Entsteht das überhaupt, wenn Sie sich nur alle sechs Wochen treffen und dann auch noch aus unterschiedlichen Unternehmen kommen?

Klar, wenn wir an den vier Tagen jeweils von 9 bis 18 Uhr zusammensitzen, bilden wir Arbeitsgruppen, bereiten Referate vor, erledigen gemeinsam Rechenaufgaben im Bereich Controlling. Das unterscheidet sich überhaupt nicht von einem normalen Studiengang.

 

Ich wollte eigentlich aufs Feiern hinaus. Das hat sich jetzt doch vor allem nach Arbeit angehört.

Natürlich feiern wir auch. Die anstrengende Arbeit und das Lernen müssen ja auch einen Ausgleich finden, zum Beispiel am Abend beim Ausgehen. Wir verstehen uns wirklich super und machen schon mittags aus, was wir abends machen wollen. Aber auch die Art, mit meinen Kommilitonen zusammenzuarbeiten, sich gegenseitig zu befruchten, die Denkweise von den Studenten aus den anderen Unternehmen und damit auch zum Beispiel die Sichtweise eines Kunden kennenzulernen, ist unheimlich wertvoll – und gehört für mich auch zum Studentenleben dazu.

 

Der erste Durchlauf des Master-Programms ist Herbst vergangenen Jahres gestartet. Das Studium ist auf zwei Jahre angelegt. Noch bis Mai 2014 stehen Unterrichtsblöcke und Klausuren auf dem Programm der Studenten, dann müssen sie die Master-Thesis schreiben. In Runde 1 sind acht Studenten von Serviceplan dabei. Hinzu kommen externe Teilnehmer beispielsweise von Google in Hamburg und Storck in Berlin. Von den Serviceplan-Studenten haben sich zwei für den Schwerpunkt Onlinemarketing entschieden, einer legt den inhaltlichen Fokus auf Kreation und fünf auf Advanced Marketing, darunter Kathrin Sperl.

 

Sie haben sich für den Schwerpunkt Marketing entschieden – Warum?

Ich bin bei Serviceplan nach meinem Studium an der Mediadesign Hochschule ins Business Development eingestiegen. Durch diese Arbeit komme ich mit allen Arbeitsgebieten der Agenturgruppe in Kontakt – ich hätte also auch die Schwerpunkte Onlinemarketing oder Media aussuchen können. Aber Advanced Marketing passt einfach am besten zu meinem Aufgabengebiet.

 

Das woraus besteht?

Unsere Hauptaufgabe ist nicht die operative Kundenbetreuung, sondern die Vorarbeit. Wir erstellen Marktanalysen für die Akquise, beobachten die Konkurrenz, entwickeln strategische Konzepte und übergeben dann den Staffelstab an die Kollegen im operativen Business.

 

Und da wollten Sie immer schon beruflich hin?

Ganz genau wusste ich nach dem Abitur nicht, wo ich hinwollte. Aber nachdem ich ein Praktikum bei Publicis in München gemacht und während des Bachelor-Studiums als Werkstudentin bei einer PR-Agentur gearbeitet hatte, wusste ich, dass PR nichts für mich ist und habe mich schon sehr stark für eine Karriere bei einer Werbeagentur interessiert.

 

Dabei fiel der Blick von Kathrin Sperl fast unvermeidlich auf Serviceplan, die als größte deutsche inhabergeführte Agentur bei vielen Kommunikationsstudenten oben auf der Liste steht. Ein Wechsel als Werkstudentin von der PR-Agentur zu Serviceplan hat dann ohne vorheriges Praktikum allerdings nicht geklappt. Interesse hatte die Studentin dennoch geweckt. Die Personalabteilung fragte mehrfach nach, wann sie ihren Bachelor in der Tasche hat, um sie anschließend zu verpflichten. Dann ging es schnell: Nach sechs Monaten als Junior Brandmanager folgte die Beförderung zur Brandmanagerin, in der Position blieb Kathrin Sperl elf Monate, um dann als Brandmanagerin Hamburg/Berlin in die Hansestadt zu wechseln. Seit Oktober ist Sperl New Business Manager.

 

Ihr Werdegang hört sich nach Turbokarriere an.

Wenn einem die Voraussetzungen durch den Arbeitgeber geschaffen werden, nimmt man diese Möglichkeit natürlich mehr als dankend an und versucht, sich zu beweisen. Nun sehne ich aber vorerst das Ende des Studiums herbei und freue mich, danach noch mehr durchstarten zu können.

Heute Abend findet im Haus der Kommunikation Hamburg ein kulinarisches Highlight statt: Unter dem Motto „We don’t waste – Warum man Nachhaltigkeit schmackhafter machen muss“ steht Spitzenköchin Cornelia Poletto unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Frage und Antwort und zeigt, wie nachhaltig gekocht werden kann.

20130805-1375712253k-sphhcampusmitpolettoFrau Poletto, was bedeutet Nachhaltigkeit für Sie ganz persönlich ?
Cornelia Poletto: Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema, das jeder Koch auf dem Zettel haben sollte. Ich persönlich bemühe mich sowohl privat als auch in meiner Restaurantküche um Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit. Wer daran nicht denkt, ist wirklich von gestern.

Kann es nachhaltige Spitzengastronomie überhaupt geben? Und wenn ja, wie kann sie aussehen?
Natürlich kann auch Spitzengastronomie nachhaltig sein. Ich muss meinen Gästen keine superexotischen Gerichte mit Produkten, die eine kilometerlange Reise hinter sich haben,  servieren. Viel schöner und nachhaltiger ist es, ihnen eine tolle Küche aus saisonalen und regionalen Produkten anzubieten. Ich achte außerdem darauf, keine Fische von der roten Liste, auf meine Speiskarte zu setzen und beziehe auch mein Fleisch zum Großteil von Produzenten aus der Region. Besonders gern arbeite ich mit der Deutschen Wildtier Stiftung zusammen. Zu ihr gehört das Gut Klepelshagen, das eine wildtierfreundliche Land- und Forstwirtschaft betreibt, in der das Wild in seinem eigentlichen Lebensraum, also der Offenlandschaft, leben kann. Die Jagd unterliegt strengen Regeln. Der hohe ökologische Standard der Deutschen Wildtier Stiftung kommt Nutz- und Wildtieren zugute – und damit letztlich auch den Käufern.

Wie kann jeder Einzelne in der Küche – also beim Einkaufen und auch beim Kochen – etwas für die Umwelt, für die Ressourcen und auch für das Wohl der Tiere tun?
Es gibt jede Menge Ansatzpunkte. Angefangen beim bewussten Umgang mit Wasser, über das Einkaufen regionaler Produkte bis zur Entscheidung, nicht jeden Tag Fleisch zu essen.

Welche Ideen haben Sie, um Menschen für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren?

Mein Credo heißt „Gutes Essen kann nur aus wirklich guten Produkten entstehen“. Das gebe ich meinen Gästen täglich weiter, indem ich ihnen etwas über die Speisen, die ich anbiete, erzähle. Ich freue mich, wenn sie den Unterschied zwischen einer frisch vom Strauch gepflückten und einer von weither importieren Himbeere schmecken. Genau diese Aha-Erlebnisse sind es, die Menschen sensibilisieren.

Sie engagieren sich ja auch für einige Projekte. Wie suchen Sie diese aus?

Was Charity angeht, mache ich keine halben Sachen. Ich setze mich nur für Dinge ein, hinter denen ich voll und ganz stehe. Mein Herzensprojekt seit vielen Jahren ist mein Engagement für das Altonaer Kinderkrankenhaus, dessen Schirmherrin ich bin. Aktuell sammeln wir Spenden für den Bau einer neuen Krankenhaus-Cafeteria, die sich auf regionale und saisonale Produkte spezialisiert. Denn gesundes, ökologisch wertvolles Essen, fördert auch den Genesungsprozess der Kinder.

Ursprünglich erschienen bei W&V Online, die Fragen stellte Karsten Lohmeyer.

Herr Haller, Innovationstag ist ja ein schönes Wort. Mit welchen Inhalten wollen Sie es füllen?
Zum einen wollen wir über die großen Megatrends diskutieren, die das Dreieck aus Marken, Medien und Agenturen verändern werden. Es geht uns dabei aber nicht um den neuesten „Hot Shit“, sondern wir wollen darüber reden, welche Trends uns langfristig bewegen werden.

Welche Trends werden uns langfristig bewegen?
Da ist natürlich das große Thema „Internetisierung“ der Medien. Das stellt gerade alles auf den Kopf. Dann ist da das Thema Nachhaltigkeit, das enorme Einflüsse entwickelt – von der Markenführung über Händler und Hersteller bis zu den Banken. Und natürlich interessiert uns das Thema Soziale Medien. Es verändert gerade Werbung, Kommunikation und Marken grundlegend. Deshalb freue ich mich auch, dass wir mit Debra Bednar die globale Strategiechefin von Facebook zu Gast haben werden.

Was sind Ihre weiteren Ziele für den Innovationstag?
Wir wollen in unseren Innovationslounges auch anfassbare Zukunfts-Technologien vorstellen. So zeigen wir etwa auch die Datenbrille Google Glass, die ich selbst noch nicht gesehen habe. Wir haben einen 3D-Online-Shop, der zum Beispiel einen BMW anfassbar macht, und einen 3D-Drucker. Unser drittes Ziel ist es, eine Gesprächsplattform zu schaffen. Dabei ist es uns übrigens wichtig, keine Serviceplan-Hausmesse zu veranstalten, sondern diese Plattform gemeinsam mit unseren Partnern wie United Internet, IP-Deutschland, der FAZ, Burda, RMS und auch der W&V zu schaffen.

Gibt es einen Referenten, auf den Sie sich besonders freuen?
Ich freue mich wirklich über alle – und das ist jetzt kein Spruch. Aber besonders freue ich mich, dass wir so kurz nach der Bundestagswahl Friedrich Merz zu Gast haben. Ich bin schon sehr gespannt auf seine Analyse, welche Auswirkungen der Ausgang der Wahl haben wird.

Was ist für Sie die wichtigste Innovation der letzten Jahre?
Das Internet hat unser Geschäft dramatisch revolutioniert. Social stellt gerade die Werbung und die Kommunikation grundsätzlich auf den Kopf.

Und wie sieht es in der Zukunft aus?
Die Interaktivierung von Kommunikation ist das spannende Thema, das uns die nächsten Jahre begleiten wird. Content wird zu einem ein Riesenthema. Und was mache ich mit den mobilen Endgeräten, die die Menschen täglich begleiten?

In diesem Zusammenhang wird ja schon vom Tod der Mediaagenturen gesprochen. Wie sehen Sie das?
Ich sehe das ganz anders. Denn die Medien fragmentieren sich weiter, die Medienwelt wird immer schwieriger zu beherrschen. Deshalb wird sich die Rolle der Mediaagenturen noch mehr in Richtung Technologie wandeln.
Blickt man zurück ins Jahr 1980, dann waren Mediaplanung und der Mediaeinkauf eine einfache Sache. Print, Radio, TV und ein bisschen Kino – und fertig war der Mediamix. Das hätte ein Unternehmen noch selbst machen können.

Und heute?
Heute brauchen Sie Technologie, um den Überblick zu behalten. Aber die Software alleine reicht nicht. Sie brauchen die Kreativität und die strategischen Fähigkeiten von Menschen, um Zielgruppen individuell anzusprechen. Angesichts dessen wird die Bedeutung von Mediaagenturen sogar noch weiter zunehmen.

Die Zukunft der Kommunikation liegt in unseren Händen – und damit meine ich nicht nur, dass durch die „Demokratisierung“ des Internets unzählige neue Kommunikationsmöglichkeiten geschaffen werden, sondern vor allem, dass es die handlichen mobilen Geräte in Ihrer Tasche sind, auf denen sich künftig Kommunikation primär abspielen wird. Denn Smartphones, Phablets und Tablets sind längst nicht mehr nur Spielzeuge der Early Adopter – sie sind in der breiten Masse der Gesellschaft angekommen. Sinkende Gerätepreise und günstige Tarife haben diese Entwicklung in den vergangenen Jahren begünstigt.

So werden inzwischen jährlich fast doppelt so viele mobile Geräte verkauft wie stationäre PCs oder Notebooks. Bis 2016 werden über 40 Millionen Deutsche das mobile Internet nutzen – allein in diesem Jahr gehen wir von einem Anstieg der Nutzer um mehr als 30 Prozent im Vergleich zu 2012 aus. Gut die Hälfte nutzt schon jetzt Social Media auf ihrem Mobilgerät, die parallele Verwendung von mobilen und stationären Geräten nimmt ebenfalls zu.

Die Zeiten, in denen Mobile nur dann Teil einer Kampagne wurde, wenn im Budget ein paar Groschen übrig waren, sind Geschichte: Mobiles Marketing ist in den Chefetagen angekommen, wo nicht in unterschiedlichen Budgettöpfen gedacht wird. Mobile ist der Kommunikationskanal, der immer „am Mann“ und „an der Frau“ ist; Smartphones begleiten uns vom Aufstehen bis zum Schlafengehen, im Beruf, in der Freizeit, im Urlaub – Mobile ist das Medium, das persönlicher nicht sein kann und das die Vernetzung von analoger und digitaler Kommunikation in höchstem Maße fördert. Wir werden es deshalb künftig bei der Konzeption von Kampagnen häufiger erleben, dass es – wie früher „Online first“ – eventuell „Mobile first“ heißen wird.

Zwar sind mobile Geräte von der breiten Masse genutzte Devices; aber gleichzeitig treiben sie vor allem eines voran: die individuelle und personalisierte Nutzung von Medien. Dementsprechend besteht eine der großen Herausforderung für Kommunikation darin, für den Einzelnen relevante und ansprechende Inhalte zu schaffen, die gezielt ausgeliefert werden. Denn das ist es, was Konsumenten im Dickicht der immer fragmentierteren Medien- und Informationslandschaft wollen: Die für sie persönlich wichtigen Inhalte zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu bekommen.

Darüber hinaus müssen Marken in ihrer Kommunikation künftig vor allem eines: faszinieren. Und das gelingt nur mit ideenreichem und innovativem Content.

Servus!

Ich heiße Godfrey Madwadri und ich bin 26 Jahre alt. Ich bin Künstler und Grafikdesigner und komme aus Nimule in Südsudan. Dort arbeite ich in meiner eigenen kleinen Design- und Werbeagentur.

Derzeit absolviere ich bei der Werbeagentur Serviceplan Campaign in München ein dreimonatiges Praktikum, um mehr über die Werbung zu erfahren und zu lernen, wie ich mein Geschäft verbessern kann. Alles begann vor etwas über einem Jahr, als Anne-Felicitas Görtz mich in meinem Heimatland besuchte, um mit mir über mein Unternehmen zu sprechen und einen Artikel darüber in der deutschen Zeitschrift „Brand Eins“ zu veröffentlichen. Durch diesen Artikel wurde Oliver Palmer von Serviceplan auf mich aufmerksam und bot mir ein Praktikum bei Serviceplan an.

Ich bin jetzt seit einem Monat hier und habe schon sehr viel gelernt. Am Anfang war es nicht leicht, besonders an das kalte Wetter musste ich mich erst gewöhnen. Ich habe viele Menschen kennengelernt und viel über diese neue Kultur erfahren. Aber dank der Hilfe und Gastfreundlichkeit meiner Serviceplan-Kollegen fühle ich mich inzwischen hier wie Zuhause. Ich konnte bereits für verschiedene Kunden arbeiten, habe Logos entworfen, Kreativideen entwickelt und an eigenen Layouts gearbeitet. In meiner Freizeit erkunde ich München (Starkbierfest!) – wie ihr in den Bildern sehen könnt – und schaue mir die Spiele des FC Bayern an. Natürlich bin ich bereits ein großer Fan und hoffe, dass sie in der Champions League erfolgreich sein werden!

Hiermit wollte ich mich Euch kurz vorstellen. In den folgenden Wochen werde ich hier mehr über mich und meine Erlebnisse in München berichten, und Euch auch mehr über mein Heimatland, den Südsudan (eines der jüngsten Länder der Welt, gegründet am 9. Juli 2011!) erzählen.

Ich freue mich auf Eure Fragen!

Godfrey

Neu ist sie inzwischen nicht mehr die Diskussion um die Messung der Ad Visibility, die Sichtbarkeit eines Werbemittels im Browser also. Und ich glaube, es ist nicht verwegen zu behaupten, dass sich alle Marktteilnehmer im Prinzip einig sind, dass die Visibility bei vielen Bannerformaten eine zentrale Messgröße zur Bewertung der Kampagnenleistung ist. Sogar die eher behäbig arbeitenden Gremien der Onlineforschung sehen die Sichtbarkeit als zentrales Element ihrer, vornehm auch als Werbewahrnehmungschance bezeichneten, neuen Messgröße namens O-Faktor.

Natürlich sind sich die Marktpartner noch nicht abschließend einig über die Definition der Sichtbarkeit für die verschiedenen Formate, ganz zu schweigen von einer inhaltlichen Bewertung der Werbewirkung bei unterschiedlichen Sichtbarkeitswerten. Um hier Grundlagen für eine Bewertung zu schaffen, erscheint es logisch, erst einmal eine möglichst breite Datengrundlage zu kreieren, indem man herangeht und in möglichst vielen Kampagnen die Sichtbarkeit der Werbemittel systematisch erhebt.

Technisch ist das nicht sehr aufwändig und auch Bedenken hinsichtlich der Beeinträchtigung der Performance der werbetragenden Seiten durch die Messskripte werden zwar von Vermarkterseite immer wieder geäußert, mir ist aber bisher kein Fall bekannt geworden, bei dem es tatsächlich zu Problemen gekommen wäre.

Es könnte also alles gut sein, wären da nicht die IFRAMES. Wofür diese famosen Gebilde im Code der Website dienen sollen, haben wir bereits an anderer Stelle ausführlich erklärt. Deshalb hier kurz nur so viel: IFRAMES können die Sicherheit einer Website vor dem Einschleusen von Schadcode erhöhen, sorgen aber auch dafür, dass sich aus ihnen heraus, die Position eines Werbemittels im Browserfenster in vielen Fällen nicht sauber ermitteln lässt. Und seltsam: Parallel zum Anschwellen der Diskussion um die Ad Visibility, vermehrten sich auf geheimnisvolle Weise auch die IFRAMES auf den Publisherportfolios. Führt man heute eine Analyse über die Reichweiten der zwanzig größten deutschen Vermarkter durch, so wird man feststellen, dass eine breite Mehrheit der AdImpressions dort im IFRAME ausgeliefert wird, während das im Sommer 2012 noch für deutlich weniger als die Hälfte des Volumens galt. Die Messdienstleister halten dagegen und feilen an ihren undokumentierten Geheimformeln, mit denen ihnen trotz IFRAME eine Visibilitätsmessung mal besser, mal schlechter gelingt. Jede neue Browserversion, die auf den Markt kommt, kann hier die Ausgangssituation in die eine oder andere Richtung verändern und was die Messergebnisse dann wert sind, lässt sich von außen oft  nur noch schwer bewerten.

Statt weiter hinter den Kulissen Hase und Igel spielen, wäre es deshalb an der Zeit, offen über die Möglichkeiten zu standardisierten Visibilitätsmessungen zu sprechen. Die einfachste Möglichkeit wäre es, wenn es die Vermarktern den Messdienstleistern erlauben würden, ihre Messskripte im Kontext der Website selbst anzumelden. Dies würde keine zusätzliche Last auf den Websites erzeugen, wäre organisatorisch nicht sehr aufwändig und würde die Existenz der IFRAMES auf den Seiten zur Sicherstellung der Integrität des Contents weiterhin erlauben. Natürlich gäbe es – wie immer – Diskussionen über die Ergebnisse, aber die Messung selbst könnte ohne an Hacker erinnernde Tricks auskommen und Methoden anwenden, die einfacher offengelegt und überprüft werden könnten.

Den Artikel von Tobias Wegmann im Blog von Mediascale lesen.

„Neue Medien für eine neue Bewegung“, „jeden Tag eine gute Botschaft“, „zusammen retten wir die Welt“ – gerne, aber ohne meinen Kunden!

Mittlerweile wöchentlich sammeln sich beim Kunden (Start-up, Green Economy) Anfragen von crossmedial multichannel viral vernetzten Grünmedien, -initiativen und Veranstaltungsreihen. Der Anhang ist vollgepackt mit schicken Credential-Präsentationen, die mehr durch ihr Design als durch ihren Inhalt bestechen. Jedes zweite Chart zeigt eine gutgelaunte Weltkugel, die uns Erdenrettern hoffnungsvoll zuzwinkert. Worin der konkrete Inhalt der „grünen Medieninitiative“ besteht, bleibt hingegen unklar. IVW-Nachweis ist ein Fremdwort. Redaktionelle Linie sowieso.
Erste Rückfragen an die Redaktion nach benötigten Materialien für die Recherche werden auf eine gemeinsame Telefonkonferenz verlegt. Diese beginnt mit einem halbstündigen Monolog zu Aktionen, Partnern und Erfolgen und geht dann über in die offene Diskussion, wie man denn „am besten voneinander profitieren könne“. Die Frage nach Preisen und Inhalten einer Kooperation bleibt erst einmal unbeantwortet – als ungefähre Hausnummer nuscheln nach mehrfacher Nachfrage „so ab 10.000 Euro fürs Basispaket“ aus dem Hörer.

Das Modell scheint aufzugehen. Betrachtet man die entsprechenden Webauftritte und Facebook-Seiten findet man lobhudelnde Artikel über Marken und Unternehmen, die man selbst nie mit dem Thema „Grün“ in Verbindung gebracht hätte. Summiert man die Berichterstattung auf und multipliziert sie mit der ungefähren Hausnummer, die wir im Call aus der Nase gezogen hatten, kommt ein hübsches Sümmchen zusammen. Schlechte Nachrichten kriegt man scheinbar umsonst, gute kosten.

Es ist am Ende gar nichts gegen das Modell „eine Hand greenwasht die andere“ zu sagen. Wer möchte, soll zahlen. Der mittlerweile sehr aufmerksame und kritische Internetleser wird Medium und Berichterstattung aber schnell einordnen und beurteilen können. Auf der anderen Seite gibt es nämlich eine Menge an ambitionierten und seriösen Medien und Initiativen, die sich mit Herz und Verstand dem Thema Nachhaltigkeit widmen. Faszinierend ist lediglich, dass sich hier im Fahrwasser der umfangreichen Berichterstattung zu Nachhaltigkeit ein komplett neues Geschäftsmodell zu entwickeln scheint.

Gerade Start-ups, die durch eine starke Idee und eine wirklich nachhaltige Geschäftsphilosophie gewappnet derartige Schützenhilfe nicht nötig hätten, freuen sich über scheinbar gleichgesinnte Medien, die ihr Engagement zu schätzen und zu würdigen wissen. Und geben Geld an falscher Stelle aus. „Passt doch so gut zu uns“, ist die nachvollziehbare erste Reaktion. Doch die aufgerufenen Preise sind absurd. Eine gute Geschichte, klare Positionierung und handfeste PR-Arbeit reichen. Bleiben wir also bitte bei „Tue Gutes und sprich‘ darüber“, bevor wir zu „Tue und sprich darüber einfach gut“ übergehen. Das reicht. Denn wer nichts Gutes tut, bekommt seine Sünden dieser Art auch nicht erlassen – zumindest nicht nachhaltig.

Bei uns in der Agentur arbeiten 25 Kollegen. Wir befinden uns mitten im Moskauer Leben in der Nähe des Gorkogo-Parks (am Sadovaya-Ring). Der Alltag in Moskau hat mit Sicherheit seine Besonderheiten, die unsere Art zu arbeiten, zu leben und soziale Kontakte zu pflegen bestimmen.

Charakteristisch für den Moskauer Berufsalltag ist sicher das Thema Verkehr. Der Begriff „10 Punkte“ bezieht sich auf daher auch auf das ständige Verkehrschaos in Moskau (10 bedeutet totaler Verkehrsstau) und ist zu einem Standardausdruck in den Gesprächen der Moskowiter geworden. Sich durch Moskaus Straßen zu bewegen, ist auch unter guten äußeren Bedingungen keine einfache Aufgabe – im Winter aber ist es eine echte Herausforderung.

Im Gegensatz zum übrigen Europa gilt bei uns im Winter die Sommerzeit (zwei Stunden vor der Normalzeit), und durch diese zusätzliche Stunde, in der noch Dunkelheit herrscht, wird der ohnehin bereits volle Aufmerksamkeit erfordernde Pendlerverkehr noch „unterhaltsamer“. Ich komme gegen 10 Uhr im Büro an. Noch sind nur wenige Kollegen anwesend, doch das Büro füllt sich langsam aber sicher, nachdem sich alle durch den Verkehr auf der Autobahn gekämpft haben oder mit der überfüllten U-Bahn gefahren sind. Jetzt warten alle darauf, dass sich die Sonne am Horizont blicken lässt.
Ich hole mir einen Kaffee und setze mich an meinen Schreibtisch, um die E-Mails von Kunden und Kollegen zu lesen und mir die neuen Pitchunterlagen anzusehen, an denen das Team bist spät in die Nacht gearbeitet hat. Es muss noch vor Mittag per Kurier an den Kunden gehen, damit wir die Bewerbungsfrist einhalten.

11 Uhr: Es ist bereits an der Zeit, sich wieder über das Moskauer Verkehrsgeschehen zu informieren, um es noch rechtzeitig zum Statusmeeting für die große Kampagne bei unserem Hauptkunden zu schaffen.  „10 Punkte“ bedeutet laut Yandex (ein führendes russisches Internetsuchportal, das täglich in Echtzeit Meldungen zum Moskauer Verkehrsgeschehen liefert), dass der Verkehr in der Stadt zum Erliegen gekommen ist. Nun hat auch noch dichter Schneefall eingesetzt. Er kommt zwar jedes Jahr, aber wir sind immer wieder aufs Neue überrascht.  Sollte man jetzt nicht lieber das Auto stehen lassen und in die U-Bahn steigen, um rechtzeitig anzukommen?

12 Uhr: Katastrophencheck – der Kurier hat die Pitchunterlagen gerade noch rechtzeitig abgeliefert. Große Erleichterung!

13 Uhr: Wir sind vor Ort beim Kunden. Wir haben es noch rechtzeitig zum Meeting geschafft.

Anschließend wollen wir zurück in die Agentur. Immer noch „10 Punkte“ für Moskaus Straßen. Es wird also nicht besser. Wie sehr die Straßen auch verbreitert und wie viele neue Autobahnkreuze auch gebaut werden: Die Geschwindigkeit des Verkehrs nimmt von Jahr zu Jahr ab, was jedoch nicht für unsere Arbeit gilt. Ganz im Gegenteil: Das Tempo steigt und steigt. Über das Netzwerk kam gerade ein neues Briefing herein, und es bleibt uns nicht viel Zeit zur Bearbeitung!

15:30 Uhr: Ich bin immer noch auf dem Weg ins Büro. Es wird bereits dunkel – und es gibt noch viel zu erledigen. Anschließend stehen noch eine Besprechung mit der Kreativabteilung über die Hauptkampagne und Planungen bezüglich einer neuen Geschäftschance auf der Aufgabenliste, die wir dringend bearbeiten müssen. Danach stellt sich ein neuer Bewerber vor, der uns von seiner Berufserfahrung berichten und einige Arbeitsproben präsentieren möchte.

Ich verlasse das Büro erst spät.  Der Verkehrsdichteindex liegt jetzt nur noch bei 7 – immerhin! Morgen ist ein neuer Tag!

„We welcome you on board of this Boing 777 on our way from Hamburg to Dubai, the languages spoken by our cabin crew today are Arabic, English, French, Swedish, Finnish, Spanish, Italian, Portugues, Serbian, Korean, Thai, Mandarin, Kantonese, Philipino, Hindi, Malyalam, Farsi and Singalese…“ Schon der Flug mit EMIRATES nach Dubai gibt einen ersten Vorgeschmack, was die Stadt bietet – Superlative und einen Melting Pot an Kulturen.

Ich lebe seit zwei Jahren in Dubai und habe zu Beginn fast sechs Monate gebraucht, um mich an den Rhythmus der Stadt, das Klima, die Kultur sowie das neue Arbeitsumfeld zu gewöhnen.
Dubai ist eines der sieben Emirate der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), nicht die Hauptstadt – das ist AbuDhabi – und auch kein eigenständiges Land mit ganz viel Öl, wie ich anfangs annahm. Auch besteht Dubai nicht nur aus Scheichs, Wüste und Kamelen. Nicht nur – denn es gibt sie natürlich. Es ist in den VAE das Emirat der Superlative: der Burj al Kalifa, das größte Gebäude der Welt, das Burj al Arab, das luxuriöseste Hotel der Welt sowie die künstlich aufgeschütteten Inseln, The Palm Jumeirah, vor Dubais Küste – dies sind nur einige der bemerkenswerten Bauprojekte. Doch wer glaubt, Dubais Tagewerk sei getan, der täuscht sich. Dubai wird nicht müde – neue Superlative wie die Mohamed bin Rashid City, Taj Arabia und das Dubai Modern Art Museum sind bereits geplant.

Die Wirtschaft Dubais wächst seit Jahrzehnten beachtlich, was auf eine liberale Wirtschaftspolitik zurückzuführen ist. Es werden keine direkten Steuern erhoben, nur auf alkoholische Getränke müssen 30% bezahlt werden. Es gibt keine Einkommensteuer und bis auf wenige Ausnahmen auch keine Umsatzsteuer. Etwa 80% der Gesamtbevölkerung sind Expats, die aus allen Kontinenten nach Dubai kommen, um hier zu arbeiten. Auch wir Deutschen werden immer mehr.

Bei Plan.Net Middle East sind wir 25 Mitarbeiter – aus 14 Ländern. Unsere größten Kunden sind BMW, MINI, RR, Continental Reifen und die Versicherung Takaful Emarat. Unsere Agentur befindet sich in Dubai Media City, regionale Drehscheibe von Medienkonzernen wie Leo Burnett und Y&R sowie den großen Fernsehsendern NBC, BBC, FOX etc. Dubai Media City ist eine Freihandelszone, was bedeutet, dass wir keinen lokalen Sponsor benötigen, der als stiller Anteilseigner das Unternehmen mit führt.

Der Sommer in Dubai bildet sicherlich einen der größten Unterschiede, welcher mich als Nordeuropäer vor echte Herausforderungen stellt. Generell lässt sich das Jahr in zwei Hälften aufteilen; die erste ist warm, die zweite ist heiß. Nicht selten haben wir im Sommer 40 bis 45 Grad, was bedeutet, dass ein Aufenthalt im Freien direkt zu schweißnassen Klamotten führt. Man stelle sich vor, der Tag beginnt, die Sonne scheint, ich verlasse meinen Tower mit dem netten Apartment im 20. Stock, trete vor die Tür und das erste was passiert: Hitzewand – das Hemd, inklusive des ganzen Anzugs, klebt am Körper. Schweißperlen auf der Stirn. Sauber! Hatte ich die 80% Luftfeuchtigkeit erwähnt? Jetzt aber schnell ins Taxi.
Auch nachts kühlt es nicht ab und der Alltag wird davon bestimmt, sich von Klimaanlage zu Klimaanlage zu bewegen. Um das Leben im Sommer attraktiv zu gestalten, wird vieles getan; z.B. wird die Dubai Messe umgebaut in Dubai Sports World. Laufstrecken, Fußball, Basketball, Tennis – alles wird umsonst angeboten, und jeder kann daran teilnehmen. Ansonsten bietet sich immer die Möglichkeit in eines der Nachbarländer, wie den Oman, Sri Lanka, Indien oder in den Libanon zu fahren.

Eine weitere Umgewöhnung ist die Kultur. Der islamische Fastenmonat Ramadan, mit den Feiertagen Eid al Fitr, Eid al Adha, etc. werden in der Agentur aktiv gelebt. In dieser Zeit kommt das tägliche Leben fast zum Erliegen. In der Agentur werden nur noch sechs Stunden gearbeitet, die Mittags-Lieferservices liefern nicht mehr und möchte man bei Starbucks einen Café bestellen, klopft man an das geschlossene Rolltor, welches sich einen knappen Meter öffnet (damit kein Kaffeegeruch austritt) und schlüpft hindurch. Wasser trinken wir in abgedunkelten Räumen und aus Rücksicht auf unsere muslimischen Kollegen wird in der Agentur nichts gegessen. Gute Zeit, um ein paar Kilo zu verlieren, doch am Ende ist jeder froh, wenn es wieder vorbei ist.

Unser Leben in der Agentur unterscheidet sich nicht maßgeblich von dem in Deutschland. Vielleicht ist die Meetingkultur etwas entspannter, aber der Erfolgsdruck der Marken hier in der Region ist ebenfalls sehr hoch. Viele unserer Kunden sehen Dubai als Emerging Market und als Eintrittskarte für die asiatischen als auch die nordafrikanischen Märkte. Viele große europäische Marken haben in Dubai ihre Headquaters für die Region.

Glaubt man den Zukunftstheorien der Wirtschaft und Politik (und ich meinem persönlichen Gefühl), hat Dubai eine interessante Zukunft vor sich.  Nicht nur wirtschaftlich, auch kulturell wird entwickelt, gefördert und gebaut.  Wir merken das an drastisch steigenden Lebenshaltungskosten, wie der Explosion der Mieten. Hello tomorrow!

Der Blogbeitrag bei W&V