Der Black Friday ist der Konsumtag Nummer eins in den USA. Am Tag nach Thanksgiving freuen sich die Amerikaner über atemberaubende Angebote und Super Sales in den Stores, die jährlich über 50 Milliarden US-Dollar in die Kassen der Händler spülen. Hierzulande zieht der deutsche Einzelhandel nur mäßig bis kaum nach. Elektronikmärkte locken zwar seit Jahren mit vorweihnachtlichen Angeboten, doch Ausmaße wie in den Staaten blieben und bleiben bisher aus.

Satte Rabatte – zum Teil Angebote zum Einkaufspreis

Mit dem Online-Pendant zum Black Friday, dem Cyber Monday, kommt ein weiterer Trend aus den Staaten nach Deutschland, der sich anders als im stationären Handel wirklich etablieren wird. Bereits ein Viertel der deutschen Anbieter haben diesen „Feiertag“ für sich entdeckt und kurbeln mit satten Rabatten, zum Teil Angeboten zum Einkaufspreis, die Verkäufe an. Allen voran Vorreiter Amazon. Preisnachlässe von bis zu 50 Prozent warten auf die Kunden des Online-Riesen.
Ein weiterer Clou: Die auf eine begrenzte Stückzahl reduzierten Produkte von Topmarken werden, wie Amazon verkünden ließ, für die ersten 30 Minuten lediglich für Amazon-Prime-Kunden freigeschaltet. Später sind die Deals auch für reguläre Kunden verfügbar.

Der Konsument bestimmt den Markt

Der Trend zum Connected Commerce, bei dem Grenzen zwischen Online- und Offline-Handel verschwinden, wird in diesem Fall kurzzeitig aus den Angeln gehoben. Grund dafür ist ganz einfach und wie so oft der Konsument selbst, der den Markt bestimmt.
Der stationäre Handel schaut dabei in die Röhre, hat aber auch keine Ideen, diesem Trend, der Umsätze von Stationär zu Online verlagert, entgegen zu wirken. Die tradierten Einzelhändler gehen weiter davon aus, dass der Übergang in die Weihnachtszeit und vor allem die Konsumzeit ein fließender ist und keinen Tag braucht, an dem sie eigeläutet wird. Das fällt zumindest auf den Tag gesehen zulasten des deutschen Einzelhandels.
Der Online-Trend Cyber Monday feiert somit seinen Einzug und gilt in 2015 bereits als etabliert. Fazit: Online-Trends überwinden Grenzen einfacher und schneller.

Dieser Artikel wurde auf internetworld.de veröffentlicht.

Think global, act local – ursprünglich ein Satz aus dem Bereich Umweltschutz, der aussagen soll, dass das Verhalten in der eigenen Community Wirkung auf das globale Öko-System hat. Schon lange ist er aber auch in der Business Welt angekommen. Hier natürlich mit einer etwas anderen Bedeutung. Glocal ist dabei ein Kunstwort, dass bereits in den 80er und 90er häufig im Zusammenhang mit Branding und Werbung fiel. Nichts Neues also und wohl kaum jemand hat nicht schon einmal davon gehört. Auch die theoretische Bedeutung dürfte den Meisten klar sein und natürlich passen Unternehmen ihre Marketing-Strategien den Umständen im jeweiligen Markt an. Was aber wenn man so weit geht und zur ursprünglichen Bedeutung zurückkommt: Das lokale Handeln also tatsächlich nachhaltig globale Unternehmensstrukturen verändert? Genau das hat die WMF Group in den letzten 2 Jahren in China erlebt. Die Umstände erforderten es.

Follow or challenge?

Die WMF Group kam – im Vergleich zu den Hauptwettbewerbern – später mit einer eignen Tochtergesellschaft in den Markt. Zwangsläufig hatten die Wettbewerber so einen  Vorsprung in Sachen Markenauf- und -ausbau und sich über die Jahre eine starke Marktposition erarbeitet. Die WMF Group wuchs zwar mit dem Markt, holte aber nicht schnell genug auf. In solch einer Situation bleiben einer Marke eigentlich nur zwei Optionen: Follow or challenge!

„To follow“ ist hierbei sicherlich die einfachere Variante.. Dass man dadurch aber in aller Regel nur das Territorium – sprich die Brand Equity – des Marktführer stärkt liegt auf der Hand. Letztlich steht der Verbraucher im Warenhaus vor der Entscheidung eine der Marken zu wählen, die alle ähnlich daher kommen. Selbst ein hohes Qualitätsversprechen kann da zum Point-of-Parity werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit fällt die Entscheidung des Verbrauchers zu Gunsten der Marke, die er am besten kennt (oder die ihm eben das günstigste Angebot macht). Die Follower-Strategie kann also nicht zu grossen Sprüngen im Markt verhelfen.

Anders sieht es aus, wenn man den Status Quo „challenged“. Den größten Vorteil, den man gegenüber den Platzhirschen hat, ist ,dass man sich schneller bewegen kann und bisher noch nicht wirklich wahrgenommen wurde. Das kann man sich zu Nutze machen und versuchen die Marke zu repositionieren.

Acting China

Zeitgleich zu China wurde auch auf globaler Ebene an einem neuen Markenauftritt gefeilt, der die Freude am Kochen und Essen zelebriert. Verschiedene Konzepte wurden daraufhin in China getestet, bis klar war, dass der globale Auftritt der Marke WMF für China nicht optimal ankam. Eine eigene Positionierung für China musste her. Intensive Marktforschung zeigte der WMFGroup, wo der White Spot im Markt war. Daraufhin wurde eine komplett eigenständige Markenpositionierung für China entwickelt und eine darauf abgestimmte Marketingstrategie konzipiert. Die Marke wurde sprichwörtlich auf dem „Reisbrett“ für China neu erfunden.

Die ersten Marktsignale sind vielversprechend: Die Marke WMF ist die am schnellsten wachsende Premium Kochgeschirr-Marke in China. Die Markenbekanntheit in der relevanten Zielgruppe wuchs innerhalb eines Jahres signifikant. Interessant ist vor allem aber, dass das Modell unternehmensweit Schule macht und Strukturen und Strategien nachhaltig beeinflusst hat. Was in China lokal begann, hat somit Auswirkungen auf die globale Ausrichtung. Das ist der wahre Kern von „think global, act local“!

Über unseren Gastautor: Thordt Clausen ist seit 2014 Brand Manager für WMF in China und verantwortlich für die strategische Entwicklung der Marke im Land. Während seines Vortrags auf der Veranstaltung “International Roadshow China” von Serviceplan am 17.11.2015 in München wird er die hier angerissenen Einblicke vertiefen, mit Beispielen der Kommunikationskampagne illustrieren und um persönlich Eindrücke ergänzen.

Es könnte wirklich spektakulärer aussehen, dieses kleine Ding, das den FMCG-Markt revolutionieren soll. Stattdessen kommt der Dash Button eher unscheinbar daher: klein, leicht – optisch alles andere als aufregend. Als er am 1. April vorgestellt wurde, waren sich viele nicht sicher, ob es sich dabei um einen Aprilscherz handelt. Tatsächlich meint es Jeff Bezos aber sehr ernst.

Warum der deutsche Einzelhandel nun schleunigst aus seinem digitalen Winterschlaf erwachen sollte, wenn er Amazon nicht kampflos das Feld überlassen will, schreibt Thorben Fasching in seinem Kommentar für INTERNET WORLD Business.

Als Präsident Xi Jinping letztes Jahr Deutschland besuchte, ernannte er 2015 zum „Jahr der Innovationskooperation zwischen Deutschland und China“. Dass China 2015 eine Konjunkturkrise ereilt, war damals noch nicht absehbar; doch mit dem Stichwort „Innovation“ hat Chinas Präsident eine wichtige Maßnahme genannt, die ich für deutsche Unternehmen in den kommenden Jahren für einen wichtigen Erfolgsfaktor halte, wenn es um Gewinnsteigerung und Marktstrategien im Chinageschäft geht. Das gilt für Hersteller von Markenartikeln im Food-Segment ebenso wie für Konsumgüterprodukte oder Sektoren der Maschinenbauindustrie.
Rund 5000 deutsche Unternehmen sind inzwischen auf dem chinesischen Markt aktiv. Innovation kann für sie zum neuen USP werden. Es genügt nicht mehr, dass deutsche Unternehmen „nur“ mit Qualität und Erfahrung überzeugen. Denn auch in China hat sich in den vergangenen Jahren vieles verändert – chinesische Unternehmen sind längst nicht mehr Produktions-Dienstleister und Hersteller billiger Massenware. Sie haben von Europa und der westlichen Welt gelernt, vieles beeindruckend detailgenau kopiert und am Ende wesentlich günstiger produziert. Preislich und produktseitig werden immer mehr chinesische Firmen harte Konkurrenten. Um an fortschrittliche Unternehmen in China nicht die „Pole-Position“ am Markt zu verlieren, müssen deutsche Unternehmen neue Wege gehen: Und bereit sein, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. In diesem Zusammenhang wird immer häufiger ein „bolded move“ geprüft, eine „out-of-the-box“ Expansion und Innovation – zum Teil sind dies durchaus auch gewagte Schachzüge, die nicht einmal Synergien mit dem Kerngeschäft des Unternehmens aufweisen, aber in China gefragt sind.

Zum Beispiel ist ein Unternehmen bereit, ein völlig neues Produkt in sein Portfolio aufzunehmen, das es in der Form noch nicht gab aber das perfekt auf die Bedürfnisse der Verbraucher in China zugeschnitten ist.

Beispiel1

Wie etwa die „Lunchbox for women“. Sie wurde konzipiert für einen völlig neuen Typ Frau in China – die Zielgruppe „woman@work“. Die moderne Chinesin ist stolz, berufstätig zu sein, und zeigt das mit einer trendigen Mini-Handtasche, die isoliert ist und in der kleine, hübsche Nutrition-Snacks in trendy Verpackungen sowie eine Mini-Cola-Light Flasche mit ins Büro genommen werden. Mit diesem Produkt wird nicht nur das Bedürfnis junger Chinesinnen nach einem modischen Accessoire bedient, sondern auch die Themen Kalorienbewusstsein und gesunde Ernährung. Denn Teil der Box ist auch ein gesunder Müsliriegel fürs Büro. Der Hersteller dieser Box hat also alles richtig gemacht: Den Trend erkannt, und die Tatsache, dass Millionen berufstätiger, mode- und figurbewusster Frauen so ein stylishes, kalorienarmes Accessoire als „must have“ betrachten.

Die Chinesen sind uns in der Konsumentenforschung oft voraus und sind schneller bereit, umzudenken und innovative, neue Wege zu gehen: So hat der führende chinesische Hausgerätehersteller Haier erkannt, dass die Kartoffel als Hauptnahrungsmittel (längst wird jede vierte Kartoffeln weltweit in China angebaut), um 1,3 Milliarden Menschen satt zu machen, vor dem Verkauf auf dem lokalen Markt gewaschen werden muss. Bauern haben dies zum Teil in der hauseigenen Waschmaschine gemacht. Haier hat die Marktlücke erkannt und schnell reagiert. Es wurde in Westchina eine Waschmaschine zum Waschen von Kartoffeln UND Wäsche vermarktet, die reißenden Absatz fand und sich in kürzester Zeit millionenfach verkaufte. Ein innovativer Ansatz eines chinesischen Konzerns der zeigt, wie leicht es ist, durch das Erkennen von Bedürfnissen den Markt mit Alternativen zum herkömmlichen Sortiment zu bedienen. Wenn ein Unternehmen konsumentennahe Forschung betreibt, ist das perfekt umgesetzte Anwendungs-Innovation.

Beispiel2

Das gleiche ist einem anderen chinesischen Konzern auch mit der Vermarktung einer „Portable Cooking Station“ gelungen – denn nichts war naheliegender, als den zur Zeit geschätzten 350 Millionen Wanderarbeitern in China die Möglichkeit zu geben, sich unterwegs eine Mahlzeit zuzubereiten. Ein gutes Beispiel für gelungene Zielgruppen-Innovation und die perfekte Demonstration, wie Innovation einem Unternehmen im eigenen Land gelingen kann. „Disruptive Ideas“ nennt man solche bahnbrechenden und am Ende gewinnbringenden Konzepte, die innovative Ideen funktional erfolgreich in die Tat umsetzen.

Aber auch in Sektoren, in denen die Chinesen längst die Marktführerschaft inne halten, wie beispielsweise in der Windenergie, sollten deutsche Unternehmen ihre Nische suchen. Das Reich der Mitte ist zwar dabei, Weltmeister im Produzieren von Offshore-Windkraft zu werden, hat aber massive Defizite in der Wartung – und genau darum geht es für deutsche Unternehmen: zu erkennen, wo China Technologielücken hat und genau da anzusetzen. Wenn große Konzerne das Potential im Bereich Wartung und Technical-Support erkennen, kann ein deutscher Konzern schnell zum unverzichtbaren Knowledge Partner werden. Haben Chinesen moderne Helikopter und Offshore Boote für die Wartung der installierten Kapazitäten im Meer? Definitiv nicht. Und genau das sind die Schaltstellen, an denen angesetzt werden muss, um durch innovative Ansätze neue, erfolgreiche Business Modelle zu schaffen.

Beispiel3

Die Führungsspitze eines deutschen Konsumgüterkonzerns bleibt trotz der angeschlagenen Wirtschaft in China gelassen – „China ist und bleibt der Motor der Weltwirtschaft“, verkündete der Konzernchef erst kürzlich. Der Kosmetik-Sektor des Unternehmens fährt in China noch immer zweistellige Zuwachsraten ein. Aber auch hier ist Ideenreichtum gefragt und ein Umdenken, was das Kaufverhalten chinesischer Konsumenten betrifft. Kosmetikartikel werden in China immer häufiger online gekauft, nicht mehr in Supermärkten oder Drugstores. Der digitale Konsument muss natürlich ganz anders bedient werden als der Kunde im Laden. Wie erreicht man den „Digital Native Consumer“, der bisher im Laden an Shampoo-Flaschen riechen konnte oder Handcremes und Bodylotion auf Konsistenz und Duft testen konnte? Viel wird hier von der Markenpräsenz und der Verpackung abhängen – beides muss so gut und überzeugend sein, dass sich der Griff zum Tester für den Käufer im Internet erübrigt.

Hier ist vor allem das Einfühlungsvermögen und das Knowhow von Package Designern und Marketing Profis gefragt und sicher auch ein stetiges Umdenken und Wahrnehmen von Trends und Strömungen in China, um die Bedürfnisse der chinesischen Online Konsumenten optimal zu erfüllen und damit den Umsatz zu steigern. Dann könnten die Umsatzziele des europäischen Kosmetikkonzerns Realität werden.

Neben der Produktidee und Differenzierungsmöglichkeiten zum chinesischen Wettbewerb müssen natürlich auch lokale Voraussetzungen bei der operativen Umsetzung berücksichtigt werden – Besonderheiten in den chinesischen R&D Abteilungen deutscher Unternehmen, aber auch die Forderungen chinesischer Behörden in puncto Lokalisierung.
Die Balance zwischen “Innovation als USP” und der Verpflichtung zur “F&E Lokalisierung” muss eingehalten werden und stabil sein. Sie entscheidet am Ende über dauerhaften Erfolg in China.

Über unsere Gastautorin: Daniela Bartscher-Herold ist für EAC Consulting seit mehr als 20 Jahren in der Beratung deutscher Unternehmen in China tätig. Während ihres Vortrags auf der Veranstaltung “International Roadshow China” von Serviceplan am 17.11.2015 in München stellt sie an Hand von Case Studies verschiedener Produkte und Industrien die Chance auf Erfolg deutscher Unternehmen in China durch innovative Ansätze vor.

Der Online Musikstreaming-Dienst Spotify mit einem der größten Angebote an Songtiteln weltweit ist bereits in mehr als 50 Ländern verbreitet. Das heißt über 20 Millionen verfügbare Titel, die global von über 75 Millionen Nutzern gestreamt werden – Tendenz steigend. Etwa 20 Millionen dieser Nutzer verwenden die kostenpflichtige Premium Version. Für etwa zehn Euro pro Monat erhält der Nutzer u.a. nicht nur die Möglichkeit Playlisten offline zu speichern und wiederzugeben, sondern nutzt den Dienst auch werbefrei. Die anderen 73 Prozent – und damit die große Mehrheit – werden im Tausch für das kostenlose Streaming Angebot mit Werbung bespielt. Hierzulande sind das etwa 4,5 Millionen Nutzer, was einer wöchentlichen Reichweite von 8,8 Prozent der deutschen Internetnutzer entspricht.

Was Spotify für Werbungtreibende so interessant macht, beschreibt Maria Möstl im mediascale-Blog.

Nahezu jeder zehnte Euro wird heute im Netz erwirtschaftet. Visionäre, die das vor zwanzig Jahren, als der E-Commerce noch in den Kinderschuhen steckte, so oder so ähnlich prophezeit hatten, wurden nur müde belächelt. Mittlerweile setzt der B2C-Online-Handel in Deutschland mehr als 40 Milliarden Euro im Jahr um. Tendenz steigend. 2020 soll der Umsatz des deutschen Online-Handels schon bei 150 Milliarden Euro liegen.

Online-Shopping ist so normal geworden, dass wir uns heute kaum mehr vorstellen können, wie es damals in den 1990er-Jahren war – als mit otto.de der erste Online-Shop Deutschlands an den Start ging und Amazon nach Deutschland kam. Als es noch besonders und aufregend war, online Waren zu bestellen. Als wir uns noch über das Modem einwählen mussten, mit bangen Blicken auf die Uhr, ob das Surfen nicht schon zu teuer geworden ist, und als man sich ohne Probleme einen Kaffee machen konnte, während die Seite langsam lud.

Von einem angenehmen Shopping-Erlebnis, das heute alle fordern, konnte keine Rede sein – aber das war uns auch nicht wichtig. Es war auch nicht wichtig, wie die Seite aussah. Es ging primär darum, Produkte zu präsentieren und diese kaufen zu können. Erst mit Beginn des 21. Jahrhunderts und der Optimierung von Verwaltungsfunktionalitäten, Ordermanagement, Produktdatenbanken und Content-Management-Systemen öffnete sich die Tür für den heutigen Online-Handel.

Mittlerweile kaufen 30 Millionen Deutsche online ein, von Windeln bis Waschmaschinen ist alles erhältlich. Unser Einkaufsverhalten hat sich in nur zwei Jahrzehnten drastisch verändert. Doch nicht nur das: Unser Alltag – beruflich wie privat – hat sich zu großen Teilen ins Netz verlagert hat. 55 Millionen Deutsche sind online – viele von uns rund um die Uhr. Das Internet ist ein fester Bestandteil unseres Lebens. Die analoge Welt ist abgelöst. Die Digitalisierung der Gesellschaft hat den Erfolg des E-Commerce genau genommen sogar erst ermöglicht.

Die wichtigsten Treiber waren zum einen das Mobiletelefon – in den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Smartphones in Deutschland von sechs Millionen auf mehr als 45 Millionen fast verachtfacht! 2014 hat die mobile Internetnutzung die stationäre erstmals überholt. Und auf den E-Commerce bezogen eröffnet das mobile Shoppen über Tablets und Smartphones völlig neue Wege. Zum anderen und damit einhergehend hat die Digitalisierung der Kommunikation eine wichtige Rolle gespielt. Die erste SMS wurde 1992 verschickt, 1998 kam der Messaging-Dienst ICQ auf den Markt, elf Jahre später WhatsApp. Seitdem wird getextet, was das Zeug hält.

Der Online-Handel ist erwachsen

Der E-Commerce, der nun 20 Jahre alt ist, hat sich seither gut entwickelt: Bereits fünf Jahre nach dem Start des ersten Online-Shops in Deutschland konnte die Branche einen Umsatz von ca. 2,5 Milliarden Euro erzielen. Im Jahr 2010, nur fünfzehn Jahre nach Einführung des ersten Web-Shops, waren es knapp 24 Milliarden Euro. Otto, dessen ersten Online-Shop wir damals mitgestaltet haben, bestreitet heute 85 Prozent seines Gesamtumsatzes online. Und die jährlichen Wachstumsraten legen den Schluss nahe, dass das goldene Zeitalter noch nicht vorbei ist.

Doch mit dem Voranschreiten der Technik und den immer neuen Möglichkeiten, die sich uns bieten, ist der Online-Handel natürlich auch komplizierter geworden. Konsumenten sind anspruchsvoller und kritischer – und, obwohl viele von ihnen immer und überall online sind, für Händler schwerer erreichbar. Eine Frage, die viele Unternehmer heute umtreibt ist folgende:

Wie erreiche ich meine (potenziellen) Kunden?

Spätestens mit dem Siegeszug der Online-Chats wie ICQ oder MSN entstand ein Phänomen, das wir heute alle kennen: Es gibt Parallelgesellschaften, in denen sich Teile der Bevölkerungen zu Hause fühlen. Der Rest kennt sich dort allerdings wenig bis gar nicht aus. Für die Jungen, die Smart Natives, findet diese Parallelgesellschaft in Snapchat und Instagram statt, für die mittlere Generation, die Berufstätigen, ist es Facebook. Und die Älteren? Die entdecken gerade WhatsApp für sich, das sie benötigen, wenn sie weiterhin mit ihrer Familie in Kontakt bleiben möchten, sind aber von der digitalisierten Welt oftmals überfordert. Gleichzeitig ist es in unserer individualisierten Gesellschaft schwer bis unmöglich geworden, demographische Zielgruppen zu definieren.

Für Händler, aber auch für Werbungtreibende wird es damit immer schwieriger, alle potenziellen Kunden anzusprechen. Denn sie müssen individuell über ihren präferierten Kanal und in ihrer Sprache adressiert werden. Technologisch ist das möglich. Die Daten, die Nutzer online hinterlassen, geben uns Auskunft über ihre Vorlieben und Interessen. Doch hier kommt gleich die nächste Schwierigkeit:

Wir müssen sensibel mit diesen Daten umgehen!

Nach den Datenschutzskandalen der vergangenen Jahre sind die Nutzer verängstigt. Die Vorteile, die ihnen personalisierte Kommunikation, die auf ihren Nutzerdaten basiert, bietet, sind vielen nicht transparent genug. Das müssen wir immer im Hinterkopf haben. Digitaler Handel ist ein Balanceakt zwischen technischen Möglichkeiten und Datenschutz. In Zukunft werden diejenigen Händler zu den Gewinnern gehören, denen zweierlei gelingt:

Zum einen müssen sie Daten gewinnbringend, sensibel und gleichzeitig kontextsensitiv nutzen – also kurzum so, dass der Nutzer sich über relevante Angebot freut und sich nicht davon belästigt fühlt. Denn wer es schafft, dem Kunden individualisierte Angebote zu unterbreiten, wird langfristig auch seine Conversion Rate erhöhen.

Zum anderen muss er mit Hilfe der Informationen, die ihm über seine Kunden zur Verfügung stehen, ein durchdachtes hybrides System aus Online-Shopping und stationärem Handel schaffen, das den Nutzern das bietet, was sie erwartet.

Konsumenten wünschen sich ein nahtloses Einkaufserlebnis.

Statt E-Commerce wollen sie einen Connected Commerce: Es spielt für sie keine Rolle mehr, ob sie zu Hause am PC, unterwegs über das Smartphone, das Smart Wearable oder direkt am Point of Sale sind. Was sie erwarten ist eine Seamless Customer Journey. Wenn der Einkauf über das Smartphone begonnen hat, muss er nahtlos auf dem Desktop weitergeführt werden können. Und will der Kunde die Ware dann doch im Store einmal anprobieren, muss auch das möglich sein.

Früher waren wir alle froh, wenn wir mit unserer Tasse Kaffee vor dem PC saßen und eine gefühlte Stunde später am Schluss eine Bestellbestätigung erhalten haben. Diese Zeiten sind längst vorbei. Für uns als E-Commerce-Branche ist das großartig! Eröffnen uns technische Innovationen doch beinahe täglich Chancen, uns weiterzuentwickeln und neu zu erfinden. Unsere wichtigste Aufgabe ist es, Lösungen zu entwickeln, die Kunden glücklich machen – denn nur darum geht es.

In einem Gastbeitrag für das Online-Marketing-Magazin Adzine erläutert Julian Simons, Geschäftsführer von Mediascale, dass der Werbetreibende verstehen muss, wie sehr eine inhaltlich und medial integrierte Kampagnensteuerung auf Profil- und nicht mehr nur auf Umfeldebene den Außenauftritt einer Kampagne verändert.

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Bei Facebook gibt es häufig Neuerungen. Kaum loggt man sich neu ein, sieht auch schon der Ad Manager wieder anders aus. Funktionen wurden zusammengelegt und die Struktur des Werbeanzeigenmanager aufpoliert.

In einem zweiten Schritt wurde auch der Power Editor angepasst worden. Auch hier sollten die Funktionen vereinfacht und eine bessere Übersichtlichkeit geschaffen werden. Einige neue Features navigieren den Weg durch den Kampagnen- und Anzeigenaufbau.

Aber damit natürlich nicht genug – weiter geht’s im Facebook-Land…

Lesen Sie den gesamten Beitrag von Janina Wunnicke hier im Mediascale-Blog.

Influencer Marketing ist in Zeiten sozialer Medien ein wichtiger Bestandteil des digitalen Marketings geworden. Hierunter versteht man eine Form des Marketings, bei dem Schlüsselpersonen im Markt identifiziert werden, die Einfluss auf potenzielle Käufer haben, und zielgerichtete Marketingaktivitäten rund um diese Meinungsmacher eingesetzt werden.

Kurzgefasst bedeutet dies, dass Firmen relevante und für sie wichtige Personen im Markt mit einer hohen Onlinepräsenz ausfindig machen und diese dann gezielt als Werbeträger einsetzen. Wichtig dabei ist, dass diese Personen Einflussnehmer auf die gewünschte Zielgruppe sind.

Lesen Sie den gesamten Beitrag von Janina Wunnicke hier im Mediascale-Blog.

Nach einem Nachmittag voller Präsentationen und Meetings zum Thema Bluetooth Low Energy Technology beim 3rd Beacon Summit im Haus der Kommunikation in München bin ich mit zwei anderen Teilnehmern ins Gespräch gekommen. Natürlich wussten wir alle, wie diese Technologie funktioniert: ein kleiner Sender (Beacon) gibt ein Signal ab, das von fast jedem Mobilgerät empfangen werden kann.

Wenn also bei Ihrem Mobilgerät der Bluetooth-Modus aktiviert und es nicht mehr als 30 Meter von diesem Sender entfernt ist, kann es das Signal empfangen. Wenn Sie auch über die entsprechende App verfügen, kann das Signal interpretiert und Ihr Standort ermittelt werden. Daraufhin können Mitteilungen an Sie gesendet werden.

Es handelt sich dabei um eine einfache und recht robuste Technologie, die von jedem verwendet werden kann. Zahlreiche Unternehmen sind bereits in den Beacon-Markt eingetreten, und auch Apple, Facebook und Google setzen darauf. Viele Menschen investieren eine Menge Geld und Zeit und setzen in ihrem Geschäft oder zur Steigerung ihrer Lebensqualität auf diese Technologie.

Doch welche Möglichkeiten eröffnet diese Technologie eigentlich? Nun, es gibt ein paar Standard-Nutzungsszenarien und -Ideen, wie die Nutzung aussehen könnte: Indoor-Navigation und Umsatzsteigerung im Einzelhandel sind dabei die gängigsten Szenarios. Stellen Sie sich beispielsweise vor, Sie kommen am Flughafen an und müssen zu Gate G49. Sie haben keine Ahnung, wie Sie dort hinkommen. Aber mithilfe von Beacons sind sowohl Ihr Standort als auch der des Gates bekannt, und die App lotst Sie problemlos zum gewünschten Zielort. Fast genauso verhält es sich mit dem anderen Szenario: Sie betreten ein Geschäft und erhalten auf Ihrem Mobilgerät sofort eine Mitteilung, dass die blauen Jeans gerade im Angebot sind. Die Jeans befinden gleich zu Ihrer Rechten. Und als Kaufanreiz gibt es obendrein noch einen 5-Euro-Gutschein.

Nach zwei Minuten höflichen Smalltalks hat sich zwischen den anderen Teilnehmern und mir eine interessante Diskussion entsponnen: Sind Indoor-Navigation und Einzelhandelsgutscheine wirklich so interessant? Und warum gibt es sie nicht schon überall, wenn es so gut funktioniert?

Bisweilen neigen wir dazu, begeistert über all die Möglichkeiten zu fachsimpeln und lassen dabei den tatsächlichen Nutzen außer Acht. Wir erwarten, dass eine Technologie unsere Probleme löst, und übersehen dabei, dass unsere Probleme womöglich nur die Symptome eines größeren Problems sind.

Nehmen wir an, Sie betreiben ein Einzelhandelsgeschäft. Sie verkaufen also Jeans. Und Sie möchten Ihren Jeans-Absatz steigern. Wenn Sie dies erreichen wollen, indem Sie Ihre Kunden genau zu den Jeans-Hosen führen, die Sie verkaufen möchten, Ihnen einen Nachlass von fünf Euro gewähren, sich zurücklehnen und darauf warten, dass die Verkaufszahlen anziehen, dann haben Sie ein größeres Problem.

Denn: Die Gründe, warum wir Dinge kaufen, sind einfach zu verstehen. Die Maslowsche Bedürfnishierarchie besagt, dass wir physiologische Bedürfnisse, Sicherheitsbedürfnisse, soziale Bedürfnisse, Individualbedürfnisse sowie Selbstverwirklichungsbedürfnisse (in dieser Reihenfolge) haben. Wie wir auswählen, was wir kaufen, fällt in die an dritter oder vierter Stelle genannten Kategorien. Wir kaufen Dinge, um unsere Zugehörigkeit zum Ausdruck zu bringen und um von unseren Mitmenschen und auch von uns selbst Wertschätzung zu erfahren. Wir kaufen also Jeans nicht (nur), weil wir ohne sie im Winter frieren würden, sondern auch, weil wir uns von der Gemeinschaft ausgrenzen und unsere Selbstachtung verlieren würden, wenn wir ohne sie zur Arbeit kämen.

Wenn es um Bedürfnisse geht, ist es also völlig gleichgültig, um welche Art von Jeans es sich handelt. Wenn Sie jedoch Jeans herstellen und Ihren Absatz ankurbeln möchten, ist dies natürlich von großer Bedeutung. Mir hingegen ist es egal. Ich möchte einfach nur eine Jeans tragen, wenn ich morgens zur Arbeit komme.

Wenn man mir jedoch eine tolle Geschichte erzählt, kann meine Kaufentscheidung dadurch beeinflusst werden. Und damit auch meine Einstellung. Menschen stehen tagelang Schlange, um das neueste iPhone zu ergattern, beschweren sich aber, wenn im Supermarkt mehr als fünf Personen vor ihnen in der Schlange stehen. Warum? Weil die Geschichte des iPhone besser ist als die des Brokkoli*.

Erzählen Sie mir also die Geschichte Ihres Produkts, anstatt mir fünf Euro Nachlass zu gewähren. Zeigen Sie mir meinen Platz in dieser Geschichte und auch, welche Rolle ich dabei spiele. Sprechen Sie mich emotional an!

Und bevor Sie nun Beacons kaufen, weil das der neue, ultimative Trend ist, überlegen Sie kurz und beantworten Sie zunächst diese Fragen:

Welche Geschichte möchten wir erzählen und welche Technologie kann uns möglicherweise dabei unterstützen, diese Geschichte so zu erzählen, dass sich der Endkunde angesprochen fühlt? Wie stellen wir die Bindung zu unseren Kunden her? Wie nehmen wir unsere Kunden bei der Hand und können gemeinsam mit ihnen eine Geschichte erzählen?

Beacons können wesentlich zur Lösung beitragen, doch erwarten Sie nicht, dass die Technologie den Umsatz von alleine steigert. Die Geschichte ist wichtiger als ein technologischer Rahmen. Und wenn Sie nicht wissen, wie die Geschichte aussehen und wie sie erzählt werden soll oder welche Technologie am besten geeignet ist, kann ich Ihnen eine großartige Agentur empfehlen!

 

*Das Gemüse Brokkoli hat eine äußerst interessante Geschichte vorzuweisen. Es sollte sich also einmal mit seiner Werbeagentur darüber unterhalten, wie seine Geschichte besser erzählt werden kann.